Ein Sender, eine Botschaft, viele Empfänger und wenig Medienexperimente #DigiTreff #SMCBN

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dirkvongehlen

In der digitalen Sphäre geht es um Vorläufigkeit und Nichtlinearität. Wir zerlegen, bearbeiten und verschieben Projekte und Formate, um an den Bruchstellen, den Knicken, den Faltungen und Lockerungen nach neuen Anschlussmöglichkeiten zu suchen, an denen wir dann weiter experimentieren sowie neue Ideen einhaken und weiter entwickeln können. So hat es Stephan Porombka, Professor für Texttheorie und Textgestaltung, in seinem Futurepublish-Vortrag in Berlin und im ichsagmal.com-Gespräch zum Ausdruck gebracht.

An die Stelle von Gewissheiten rückt das Experiment. Man schaltet um von einer recht großen Formen- und Formatsicherheit, die auf Marktsicherheit berechnet ist, auf die Unsicherheit des Experiments, ohne zu wissen, ob es dafür überhaupt einen funktionierenden Markt gibt. Von dieser Einsicht ist die klassische Medienbranche noch weit entfernt. Ein Sender, eine Botschaft, viele Empfänger – viel mehr wird nicht geboten. Dirk von Gehlen von der Süddeutschen Zeitung stellt in seinem neuen Buch „Meta! Das Ende des Durchschnitts“ die richtigen Fragen, die…

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Die irre Kritik von Gründerszene über den Soziologen Harald Welzer

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Erste lesen, dann rezensieren, liebwerteste Gründerszene-Redaktion Erste lesen, dann rezensieren, liebwerteste Gründerszene-Redaktion

„11 irre Thesen zur Digitalisierung – und unsere Erwiderung“, mit dieser klickgeilen Überschrift hat Gründerszene.de im vergangenen Jahr am 29. April auf einen Vorabdruck des Buches „Die smarte Diktatur – Der Angriff auf unsere Freiheit“ von Harald Welzer im Spiegel reagiert. Fast hätte mich die „Replik“ vom Kauf des neuen Opus abgehalten. Aber nur fast. Ich finde es problematisch, auf Grundlage eines höchst fragmentarischen Appetithäppchens substanzielle Aussagen über einen Band mit 319 Seiten zu treffen – erschienen übrigens im S. Fischer Verlag.

Gründerszene hat sich dann gerade mal mit 11 Zitaten aus dem Welzer-Text auseinandergesetzt. In der Tat gibt es da einiges zu kritisieren. Etwa die vielfach in anderen Medien veröffentlichte Losung:

„Am besten schmeißen Sie Ihr Smartphone überhaupt weg und besorgen sich – die gibt’s noch für Rentner – gute alte Handys, die nichts können.“

Entsprechend locker kann man eine Erwiderung formulieren…

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#MWC17 Unternehmen der Telekommunikation weiter in der Zwickmühle – Netzausbau ist teuer, Datengeschäft machen andere

TK-Experte Roman Friedrich

TK-Experte Roman Friedrich

Obwohl die Telekommunikationsunternehmen ihre Netze ständig auf- und nachrüsten, um das wachsende Datenvolumen transportieren zu können, gehen die Umsätze und Margen kontinuierlich zurück.

„Damit die Telekommunikationsbranche ihre Aufgaben weiter erfüllen kann, müssen sich die Unternehmen der Branche neu erfinden“, sagt Roman Friedrich, Experte beim Beratungsunternehmen AlixPartners, im Vorfeld des Mobile World Conference in Barcelona.

Dabei sei es nachrangig, welche und wie viele Mehrwert-Services sie zusätzlich anbieten. Zunächst gehe es um die „Restrukturierung“ und Digitalisierung ihres Kerngeschäftes – als Grundlage für mögliche weitere digitale Dienste.

Weltweit hat der Datenverkehr heute pro Sekunde ein Volumen von rund 25 Terabytes, also 25.000 Gigabytes. Bis 2020 wird das voraussichtlich auf 60 Terabytes anwachsen. Bei 25 Milliarden vernetzten Objekten im Internet der Dinge wären es jede Sekunde sogar 125 Terabytes. Pro Jahr steigt der Datenverkehr im Festnetz in den nächsten Jahren um 21 Prozent, bei den mobilen Daten sind es sogar 53 Prozent. Stärkste Treiber des Datenverkehrs sind die Videoangebote (jährlich plus 31 Prozent), aber auch Web und E-Mail legen kräftig zu (jährlich plus 18 Prozent).

Bereits jetzt hinken die deutschen Netzbetreiber der Entwicklung hinterher. In Deutschland können die durchschnittlichen Breitband-Geschwindigkeiten am frühen Abend, der Spitzenzeit der Internet-Nutzung, um bis zu 35 Prozent abfallen. Absolut gesehen liegt Deutschland mit einer durchschnittlichen Datenrate von 13,7 Megabit pro Sekunde (Mb/s) unter dem europäischen Durchschnitt. Zum Vergleich: Europas Spitzenreiter Norwegen und Schweden liegen bei 20 und 19,7 Mb/s. Auch verfügen lediglich 8,1 Prozent der deutschen Bevölkerung über Hochgeschwindigkeits-Internetanschlüsse, während es im westeuropäischen Durchschnitt 12,9 Prozent sind. Dasselbe gilt für die mobilen Netze: In Deutschland wird je SIM-Karte und Monat nur ein Datenvolumen von 0,6 GB bezogen, während im westeuropäischen Durchschnitt 1,9 GB an Daten fließen.

Doch bisher profitieren die Bereitsteller der Internetanschlüsse nicht vom wachsenden Datenvolumen. Wie auch? Die Netzbetreiber sind schon seit Ewigkeiten nicht in der Lage, attraktive Datendienste in den Markt zu bekommen. Trotz exponentiell steigender Internetnutzung haben die Umsätze der Netzbetreiber in der EU zwischen 2011 und 2015 um rund 2 Prozent abgenommen. Die Folge ist, dass Investoren zögerlich sind, den künftigen Netzausbau zu finanzieren. Die TK-Konzerne verdienen vergleichsweise wenig, müssen aber viel investieren.

„Dazu ein Beispiel: Das investierte Kapital im Verhältnis zum Unternehmenswert liegt beim Netzbetreiber bei circa 6 Prozent, bei Apple im Vergleich aber nur bei 1,8 Prozent“, so die Analyse von AlixPartners.

Dabei werde aber in der Telekommunikation nicht so viel investiert, wie wünschenswert wäre – ein möglicherweise sinnvolles „Fiber-to-the-home“-Programm (FTTH), bei dem jedes Haus ein Glasfaser-Kabel bis in den Keller erhielte, würde viele Milliarden mehr verschlingen, als derzeit investiert werden. Beim Mobilfunk wird weltweit mit notwendigen Investitionen in Höhe von 48 Milliarden US-Dollar für das Upgrade des LTE-Netzes über die nächsten zehn Jahre gerechnet, sowie mit zusätzlichen 56 Milliarden US-Dollar für das 5G-Netz.

Was passiert eigentlich, wenn Google und Co. anfangen, schnelles Internet über die Stratosphäre verfügbar zu machen? Nur mal so in den blauen Dunst gedacht. Eure Meinung würde mich interessieren.

Narrative Ökonomie und digitale Vulgär-Kapitalisten in Jungunternehmer-Pornoheften

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Passt irgendwie zum Thema Passt irgendwie zum Thema

Stichworte meiner heutigen Kolumne für die Netzpiloten – erscheint im Laufe des Tages:

Narrative Simulationen von digitaler Rebellion – Wie Erzählungen die Ökonomie umformen – Schumpeter war in Bonn weiter – Wirtschaftsordnung und mentale Verfassung der Gesellschaft – Hipster-Scheiß mit Ausbeutungsabsichten – Illusion von Freiheit und Selbstbestimmung – Jungunternehmer-Pornohefte feiern Vulgärkapitalisten.

Auf Facebook habe ich das Thema gestern schon angerissen. Im März würde ich dazu gerne eine netzökonomische Käsekuchen-Runde machen. Habt Ihr Interesse? Dann macht mal Terminvorschläge.

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Mit Kakerlaken ins Großraumbüro – Wenn Psychologen Biologie interpretieren

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„Forscher“ haben festgestellt, dass Kakerlaken schneller laufen, wenn ihnen Artgenossen dabei zuschauen. Mit dieser tierschürfenden Erkenntnis beglücken uns die Psychologen Volker Kitz und Manuel Tusch in ihrem Buch „Warum uns das Denken nicht in den Kopf will“.

Mussten die kleinen Krabbeltierchen komplexere Aufgaben lösen, etwa den Weg aus einem Labyrinth finden, störten die Zuschauer.

„Daraus entstand die Hypothese: Bei einfachen Aufgaben steigt die Leistung, wenn andere anwesend sind – bei schwierigen sinkt sie“, so Kitz und Tusch.

Der Test funktioniert angeblich auch bei Menschen, behaupten die beiden literarischen Scherzkekse.

„Die Wissenschaftler sagen Probanden, sie müssten sich für ein Experiment eine bestimmte Laborkleidung anziehen – in Wahrheit geht es um das Umziehen selbst: Eigene Schuhe ausziehen, Laborsocken überziehen, Laborschuhe und Labormantel anziehen. Dann sagt man den Probanden, das Experiment finde leider doch nicht statt – sie könnten sich wieder umziehen. Schaut jemand demonstrativ zu, brauchen die Probanden für die ‚leichten‘…

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