EZB-Geldpolitik im Irrgarten der Makroökonomie

Geldpolitiker sollten Schumpeter lesen

Geldpolitiker sollten Schumpeter lesen

Mario Draghi, seines Zeichen Billigzins-Präsident der Europäischen Zentralbank, ist ein Mann der alten Geldpolitik-Schule. Er glaubt, mit seiner Null-Zins-Philosophie konjunkturelle Wunder zu bewirken. Ein makroökonomischer Dompteur, der Volkswirtschaften wie ein Uhrwerk betrachtet. Draghi und Co. sollten wieder die Werke des Nationalökonomen Joseph Schumpeter heraus kramen, der vom „Fluch des Denkens in Aggregaten” sprach. Die Summe von Einzelentscheidungen kann man im nach hinein höchst simpel im Brustton der Besserwisserei interpretieren.

Das Jahrbuch des Statistischen Bundesamtes dürfte bei den Makroklempnern wohl einen vorderen Platz auf der persönlichen Bestseller-Liste einnehmen. Da stürzt man sich mit Verve auf Monokausalitäten und Korrelationen, um der Öffentlichkeit die Gesetzmäßigkeiten des Wirtschaftsverlaufs zu erklären – belastbar sind diese Aussagen aber immer nur im Rückspiegel.

EZB-Präsident als Spaßvogel

Geht es um die Zukunft, rangieren die Gewissheiten der VWL-Mechaniker auf dem Level von Kaffeesatz-Leserei. Das ist schlecht fürs Ego. Also muss man lautstark um sich schlagen, um die brüchigen ökonometrischen Analysen in irgendeiner Weise zu retten. Die Makroökonomen ignorieren damit den Kern des wirtschaftlichen Wandels, meint Schumpeter.

In Wahrheit werden Volkswirtschaften permanent durch Innovationen, Technologien und neuen Geschäftsmethoden umgepflügt und revolutioniert. Und häufig sind es gar Einzelpersönlichkeiten, die komplette Wirtschaftsbranchen ins Wanken bringen und neue Wirtschaftsbranchen entstehen lassen – wie die Telefonie-Expansion Ende des 19. Jahrhunderts, ausgelöst durch den legendären Generalpostmeister Heinrich von Stephan – ein preußischer Silicon Valley-Vordenker, der unter Reichskanzler Otto von Bismarck diente und Berlin zum Mekka der Telekommunikation formte. Den Stephan-Orden können wir dem Zins-Gläubigen Draghi nicht verleihen.

Konjunkturpolitisch laufen seine Maßnahmen ins Leere. Dafür wird das Privatvermögen geschröpft. Was den EZB-Präsidenten in karnevalesker Manier überhaupt nicht juckt, denn es sei die Entscheidung der Finanzinstitute, die Zinsen für Anleger festzulegen. Was für ein Spaßvogel.

Natürlich hängen die Sparzinsen von den Leitzinsen ab. Sinken sie, zahlen auch die Banken ihren Kunden weniger. Entsprechend sinken die Zinsen für Kredite, also die Hauptabsicht der EZB-Geldpolitik, um Investitionen anzukurbeln. Letzteres funktioniert leider nicht.

Eigentlich müsste man jetzt die geldpolitischen Schraubendreher in der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main mit Dauerdemos beglücken. Denn die EZB-Boys demontieren nicht nur mühsam erarbeitetes Geldvermögen, sondern befördern auch noch eine neue Welle von Spekulantentum kombiniert mit kaum messbaren Wirkungen auf die so wichtige Investitionsneigung der Unternehmen.

So lässt die Bedeutung der Bankenfinanzierung bei Mittelständlern und Konzernen nach.

„Statt zu investieren oder nicht notwendige Liquidität an die Eigentümer auszuschütten, horten die Finanzvorstände lieber die Mittel – vielleicht auch um in Krisenzeiten besser gewappnet zu sein als in den Jahren 2008 und 2009. Das Trauma der Kreditklemme in Folge der Lehman-Pleite ist immer noch im kollektiven Gedächtnis der Finanzabteilungen verankert“, sagt Finanzblogger Dirk Elsner.

Nicht ganz unschuldig an dieser Lage sind die Crash-Propheten der Ökonomie, die uns täglich mit Untergangsschlagzeilen zur Eurokrise beglücken und damit bei Unternehmen und Privatanlegern für Irritationen sorgen.

Generell überschätzen nach Ansicht von Elsner die Zentralbanker die Hebelwirkung ihrer Zinspolitik.

„Die Erwartungen über die eigene Zukunft spielen eine größere Rolle als die Leitzinsen.“

Zinsen werden in den makroökonomischen Sandkasten-Spielchen der Volkswirte zu hoch gewichtet. VWLer unterschätzen psychologische Faktoren.

Es gibt eine Vielzahl von Wechselwirkungen, die berücksichtigt werden müssen, um richtige Entscheidungen in der Wirtschaftspolitik zu treffen.

„Die Senkung der Leitzinsen sind für Investitionsplanungen irrelevant. Viel wichtiger sind Prognosen der Unternehmen, wie sich das eigene Geschäft in den nächsten Jahren entwickelt“, weiß Elsner.

Das recht einfältige Maßnahmenpaket der EZB fruchtet nicht.

„Und wer Kredite wirklich braucht, wie Startups und Firmen in Griechenland oder Spanien, der kommt nicht in den Genuss des billigen Geldes, weil die Investments für die Banken zu risikoreich sind.“

Aber das ist ja nicht das Problem von Herrn Draghi.

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Vollpfosten-NSA und dadaistische Datenoffensive

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Lasst uns mit der NSA spielen Lasst uns mit der NSA spielen

Wie viele Vollpfosten, Dummschwätzer, unterbelichtete Politologen, wichtigtuerische Spione und paranoide Aktenknechte sitzen wohl in den Sicherheitsdiensten von BKA, NSA & Co., die sich selbst verwalten, krampfhaft nach äußeren Feinden fahnden und innere Feinde im Kollegenkreis, in der Familie und bei Freunden vermuten? Jeder verdächtigt jeden. Ein ewiger Kreislauf, der sich aus einem grundlosen Misstrauen speist und auf öffentliche Finanzmittel wie ein Schwarzes Loch wirkt.

Wenn es allerdings um strategischen Sachverstand, Intuition, Kombinatorik, politischen Spürsinn und Recherchefähigkeit ankommt, versagt das Schlapphut-Idiotensystem kläglich. Einen kleinen Einblick in die Einfältigkeit der staatlich alimentierten Sicherheits-Gichtlinge liefert ein Bericht des US-Senats, der leider in der Öffentlichkeit noch nicht die nötige Aufmerksamkeit bekommen hat. Die NZZ hat die Untersuchung heute als Aufmacher auf Seite 1 gebracht – sehr löblich:

„Eine Kommission hatte den nächtlichen Angriff einer wütenden Menge auf die amerikanische Vertretung in Benghasi untersucht, bei welchem der Botschafter…

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Und nun Italien – Tippkick-Torwandschießen wird das Spiel entscheiden #GERITA #EM2016 #MM

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Hier entscheidet sich alles Hier entscheidet sich alles

Hat Jogi Löw einen Masterplan im Viertelfinale gegen Italien? In KO-Runden von Welt- und Europameisterschaften sieht die Bilanz – äh – ernüchternd aus.

Ein paar Daten:

WM 1970 Halbfinale am 17. Juni (sage nur Schnellinger – legendäres Spiel in Mexiko: Italien – Deutschland 4:3 n.V.

WM 1982 in Spanien Finale am 11. Juli Italien – Deutschland 3:1

WM 2006 – das jähre Ende des deutschen Sommermärchens im Halbfinale am 4. Juli Italien – Deutschland 2:0 n.V. – direkt danach ging es in den Italien-Urlaub – war herrlich.

EM 2012 Halbfinale in Polen am 28. Juni Italien – Deutschland 2:1 – danach durfte ich das Krankenhaus besuchen und den Sieg der Spanier gegen die Italiener mehr oder weniger bejubeln.

Tja und nun am Samstag im Viertelfinale? Mit dem Studiogast Norbert Nordbergh Diedrich werden wir an der Tippkick-Torwand das Ergebnis ausspielen.

In der Meistermacher Morningshow am Donnerstag, um…

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Krake Paul 2.0 sieht erstmals Deutschland als Top-Favoriten für den Gewinn der #EM2016 #MM

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In der Nacht viel gerechnet In der Nacht viel gerechnet

Nun ist es soweit. Nach dem souveränen Sieg der deutschen Mannschaft im Spiel gegen die Slowakei, ist die Jogi Löw-Elf von Krake Paul 2.0 an die Spitze gesetzt worden als Top-Favorit für den Gewinn der Fußball-Europameisterschaft.

Es folgen Frankreich, Belgien, Spanien und Portugal. Vergangene Woche war noch Spanien als heißester Kandidat für den Titelgewinn gehandelt worden. Jetzt sind sie sogar hinter Belgien auf den vierten Platz zurückgefallen. Das kann sich aber heute schon nach dem Spiel gegen Italien schnell ändern.

Deutschland das erste Mal alleiniger Spitzenreiter Deutschland das erste Mal alleiniger Spitzenreiter

„Für seine Prognosen durchforstet Paul 2.0 laufend das Internet nach der EM-Berichterstattung zur Fußball EM“, sagt Rüdiger Möller vom Startup-Unternehmen Juptr.

Er hat das Analyse-Tool gemeinsam mit seinem Team entwickelt und kennt sich als Experte für Börsensysteme mit Big Data-Anwendungen und Sentimentanalysen aus.

„Verändern sich die Meldungen, verändert sich auch die Prognose – und nach jedem Tor werden die…

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Time 2 Change #em2016 #MM #GERNIR #FacebookLive

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Spanien

Spanien ist wieder da, war nie richtig weg und ist jetzt nach dem eindrucksvollen 3:0-Sieg gegen die Türkei von Krake Paul 2.0 zum Titelfavoriten gekürt worden.

Wir haben darüber in der heutigen Meistermacher Morningshow berichtet:

Und was ist mit uns? Soll Thomas Müller Sturmspitze spielen und Mario Götze nach hinten rücken? Die Mehrheit der Fans wünscht sich das wohl. Auf der Suche nach der idealen Startelf der deutschen Nationalmannschaft im Spiel gegen Nordirland wird es am Montag in der Meistermacher Morningshow Anworten geben. Studiogast im Bonn-Duisdorfer EM-Studio: Ralf Volkmer, der nicht nur Käsekuchen mitbringt, sondern einen neuen Rekord an der Tippkick-Torwand aufstellen will.

Die Angst des Tippkick-Spielers vor der Torwand Die Angst des Tippkick-Spielers vor der Torwand

Zur Zeit liegt die Trefferzahl bei null. Ob dem Reorganisations-Experten das gelingt? Zumindest kann er die Jogi Löw-Elf umorganisieren. Sein Masterplan wird er am Montag, um 9:30 Uhr ausbreiten.

Am Sonntag gibt es übrigens keine Meistermacher Morningshow. Da bin…

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Jogi Löw: „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“ #em2016 #MM

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Jogi liebt Pläne Jogi liebt Pläne

Welcher Plan von Jogi Löw im EM-Spiel gegen Polen geschmiedet wird, bleibt sicherlich bis zum Abpfiff das Geheimnis des Weltmeister-Trainers. Meistens wird der magische Glaube muss an Plänen durch Beschwörungen, Zeremonien, Mythen und Legenden des Erfolgs gefestigt werden, schreibt der Organisationstheoretiker Professor Günther Ortmann in seinem Opus „Kunst des Entscheidens“ (Verlag Velbrück Wissenschaft).

Man klopft erzählt sich nette Geschichten über die Vernunft vergangener Entscheidungen – in Wahrheit sind es billige Ex-post-Prognosen nach dem Motto: „Das musste ja so kommen.“ Egal, in welcher Verpackung solche Mythen daherkommen. Zur EM ist es sicherlich die „Packing-Analyse“, die im Nachgang eines Spiel dokumentiert, wie viele gegnerische Spieler überspielt wurden. Wichtig dabei vor allem die überspielten Verteidiger.

Der Wissenschaftler Karl Weick hat für diese Schein-Rationalitäten eine hübsche Allegorie auf Lager: So erzählt er vom Militärmanöver einer ungarischen Aufklärungseinheit in den Schweizer Alpen. Zwei Tage galten die Soldaten als verschollen, aber am dritten…

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