Jetzt live: Öffentliche Redaktionssitzung von www.ne-na.de

Ab 16 Uhr.

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Plattform oder was? Heute, um 16 Uhr öffentliche Redaktionssitzung von www.ne-na.de

Neu bebrillt in die Woche starten

Neu bebrillt in die Woche starten

Heute findet die erste virtuelle Redaktionssitzung von http://www.ne-na.de statt. Um 16 Uhr live via Hangout on Air. Künftig jeden ersten Montag im Monat, wenn nicht gerade Feiertag ist. Wer mitwirken möchte, sollte mich kontaktieren. Ein Kommentar hier reicht. Oder per Mail an: gunnareriksohn@gmail.com. Thomas Riedel hat nachgefragt, was das Ganze eigentlich soll:

„Hab gelesen, aber es kommt nicht zum Punkt. Schreibt: Ne-Na steht für Netz-Nachrichten und ist eine Plattform, die…“

…sich in der Kunst des Durchwursteln bewähren möchte und erst einmal Schritt für Schritt Ideen sammelt, um hier so eine Art mediales Crowd-Projekt auf die Beine zu stellen.

Durchwursteln statt bedeutungsschwere Masterpläne zu schmieden sei das probateste Mittel, um in der digitalen Sphäre zu überleben, so die Empfehlung von Jochen Wegner, Chefredakteur von „Zeit Online“. In seiner Eröffnungsrede auf dem Besser-Online-Kongress des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV) sieht er das Merkel-Prinzip als den besten Ansatz, wie heute Medien entwickelt werden müssen. Man könne vielleicht ein halbes Jahr weit sehen, aber bestimmt nicht zehn Jahre.

„Alle Masterpläne scheitern permanent“, so Wegner.

Wo die Zukunft der Print- oder Onlinemedien im Jahr 2020 liegen werde, die man jetzt so intensiv diskutiert, kann er nicht beantworten.

„Ich weiß es nicht. Es passieren gerade so viele Dinge bei der Veränderung des Verhaltens der Nutzer und Leser, dass ich froh wäre, wenn ich wüsste, was wir nächstes Jahr machen“, sagt Wegner.

Wegner gab den Besser-Online-Teilnehmern die Empfehlung auf den Weg, mehr zu spielen, zu experimentieren und die Dinge, die nicht funktionieren, wieder einzustellen. Diesem Rat möchte ich folgen. Wenn ich jetzt alles vorkauen würde, könnte ich auf einen öffentlichen Ideenaustausch verzichten. Heute fängt das in einer wohl sehr kleinen Runde an und wird in den nächsten Monaten gedeihlich wachsen. Man hört und sieht sich vielleicht heute Nachmittag 🙂

Von Silverstripe zu WordPress – Beta-Stadium

www.ne-na.de

Medienprofessor Jeff Jarvis hat die Prinzipien der neuen Medienwelt in seinem Buch „Was würde Google tun“ schon vor einigen Jahren treffend beschrieben und unsere Motivation für die Neugestaltung von www.ne-na.de beflügelt: Das Knappheitsmodell der Wirtschaft und damit die Kontrolle über Inhalte haben ausgedient. Google hatte eben frühzeitig den Instinkt, Plattformen und Netzwerke zu schaffen, statt Inhalte zu kaufen oder zu produzieren. Deshalb der Rat von Jarvis: Wer heute neue Medienformate entwickelt, sollte dezentralisiert denken. Nachrichtenorganisationen können sich nicht mehr auf die Vorstellung verlassen, dass die Welt sich bis zu ihren Toren durchschlagen wird: Die Menschen finden ganz allein zu den Nachrichten. Über unendlich viele neue Wege: Blogs von Freunden, Communitys, Youtube, Nachrichten-Websites, kooperative Nachrichten-Websites wie Digg, Feeds auf Facebook oder Twitter und, und, und.

Man sollte zu einer Plattform und Teil von Netzwerken werden, proklamiert Jarvis. Sich kooperativen Netzwerken anzuschließen sei hilfreich. Die Zeitung 2.0 werde mit ausgewählten Bloggern, Unternehmern, Bürgern und Communitys zusammenarbeiten, die Nachrichten sammeln, verbreiten und sie unterstützen.

Das war allerdings mit unserem Content Management System „Silverstripe“ nur schwerlich möglich. Zu komplex, zu empfindlich und für jeden Autor erklärungsbedürftig. Für eine Kultur des Teilens und der Beteiligung nicht wirklich geeignet. Das soll sich mit dem Umzug zu WordPress mit dem Theme Bold News ändern.

Wer also an dieser Nachrichten-Plattform im Netz-Dschungel mitwirken möchte, ist herzlich eingeladen. Budgets kann ich noch nicht bieten. Die Finanzierung muss man neu überdenken, Werbepartner und Sponsoren gewinnen. Wer seine eigenen Blogpostings in nachrichtlicher Form verwerten will, das Netzgeschehen kuratieren und Ideen mit anderen Interessierten im Social Web nach vorne bringen möchte, sollte mich einfach kontaktieren. Schwerpunkt ist das Netz und die digitale Transformation, die als Querschnitts-Technologie das Leben in Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Bildung und Kultur verändert. Habe ich einen Plan? Nein. Da finde ich die Erkenntnis von Zeit Online-Chefredakteur Jochen Wegner so erfrischend:

„Alle Thesen und Prognosen, die wir in der Vergangenheit aufgestellt haben, sind nicht in Erfüllung gegangen. Nichts von dem, was wir prognostiziert haben, ist wahr. Nur eine einzige These ist übrig geblieben und die lautet: Alle Thesen im digitalen Journalismus sind falsch.“

Sein Credo und das Credo von http://www.ne-na.me: Durchwursteln!

Oder etwas vornehmer ausgedrückt: Man soll sich als Beobachter des Zufalls bewähren. Gelegenheiten erkennen, statt einer Schimäre der rationalen Entscheidung hinterherzulaufen. Ein Unternehmer ist für den Ökonomen Israel Kirzner ein Häscher des Okkasionellen – ein Chancenverwerter. Occassio ist die Göttin der Gelegenheit mit einem nach vorne fallenden Haarschopf, an dem man sie zu ergreifen hat; wer diesen Augenblick verpennt, hat keine zweite Chance, denn von hinten ist die Dame kahl.