Mehr Kant, weniger Algorithmen

Gigerenzer

Professor Gerd Gigerenzer, Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin, rief in einem sehr interessanten Impulsvortrag auf der re:publica die Netznutzer dazu auf, dem Credo des Philosophen Kant zu folgen: Aufklärung ist der Ausweg des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Und die Unmündigkeit besteht bei vielen Menschen darin, sich nicht seines eigenen Verstandes und Wollens zu bedienen. Gefordert sei eine aufklärerische Algorithmen-Kompetenz. Was die algorithmischen Variablen für Wirklichkeitsmanipulationen produzieren, bleibt in der Regel ein Geheimnis der mathematischen Konstrukteure. Dabei versagen die Systeme in schöner Regelmäßigkeit, wenn es um Vorhersagen geht. So ist der beliebteste Showcase, der von jedem Big Data-Heizdeckenverkäufer präsentiert wird, in sich zusammen gebrochen.

Google Flu Trends verschwinden von den Vortragsbühnen

Gigerenzer erwähnt die Google Flu Trends, die in den vergangenen Jahren dramatisch falsch lagen, weil die Suchabfragen keine eindeutigen Korrelationen mehr zuließen. Generell ist es eine Schwäche der Big Data-Algorithmen, reine Korrelationen zu rechnen und keine Kausalitäten.

„Diese Systeme können nicht denken,“ so Gigerenzer.

In Momenten, wo etwas Unerwartetes passiert, kommt es zu irreführenden Prognosen.

Besonders fragwürdig und gefährlich wertet Gigerenzer die das so genannte Big Nudging. Also eine Kombination von Big Data mit Nudging-Steuerung. Der Staat versucht, die Bürgerinnen und Bürger in die richtige Richtung zu lenken, ohne gesetzgeberische Hebel anzusetzen.

Die Regierungen in den USA und Großbritannien verfügen über Nudging-Teams, die täglich das volkspädagogische Steuerrad bewegen. Menschen seien einfach nicht in der Lage, Risiken richtig einzuschätzen, so dass sie ein wenig angestupst werden müssen.

Google und die KP-China

Der chinesische Staatsrat hat Nudging mit Big Data verbunden und einen harmlos klingenden „Social Citizens Score“ eingeführt, der über die kommunalen Regierungsvertreter flächendeckend zur Anwendung kommen soll. Basis für die Korrektheitsberechnung ist der Sesame Credit Score der Ant Financial Services Group, einer Tochtergesellschaft von Alibaba. Neben der finanziellen Kreditwürdigkeit kommen Variablen zur Berechnung der sozialen und politischen „Kreditwürdigkeit“ in den Algorithmus des Plattform-Betreibers rein. Die Kommunistische Partei China macht das sehr transparent, so dass jedem Schäfchen des Landes klar ist, was die Parteiführung von „ihrem“ Volk erwartet. Man kann in dem „moralischen“ Dokument der KP nachlesen, was zu einem schlechten Score-Wert führt. Ähnliches hat der ehemalige Google-Chef Eric Schmidt formuliert:

„Wenn wir etwas tun, was andere nicht wissen sollten, dann sollten wir es besser nicht tun.“

Gigerenzer verortet erstaunliche Parallelen zwischen Google und der KP China. Am Ende bleibt dann nur noch vorauseilender Gehorsam, um den Regeln der volkspädagogischen Algorithmen zu folgen.

Wie beim Denunzianten-Bonussystem-Programm YouTube Heroes.

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Online-Schiedsgerichtsverfahren statt AGB-Willkür der Plattformen #MessagesfromBerlin #IGF

ichsagmal.com

denunzianten

Wie schaut es mit der politischen Plattform-Neutralität aus? Das fehlt mir bei den „Messages from Berlin“ des Internet Governance Forums Deutschland: Google, Facebook & Co. instrumentalisieren Allgemeine Geschäftsbedingungen für Sanktionen, schließen Nutzer willkürlich aus, löschen Inhalte oder erteilen nach Belieben Ermahnungen, gegen die sich keiner so richtig wehren kann. Die Folgen können existenzbedrohend sein: Was macht ein professioneller Video-Blogger, der von der Plattform verbannt wird, weil er einigen Konkurrenten nicht in den Kram passt?

Der Betroffene kann sich nicht wehren, es gibt keine Schiedsgerichte, Mediatoren oder juristisch saubere Verfahren. Am Ende wirkt der Bannspruch wie ein Berufsverbot. Wie gehen wir also mit der privatisierten Netzöffentlichkeit um, die eher nach den Regeln der Hausordnung eines Unternehmens funktioniert, als nach rechtsstaatlich nachvollziehbaren Maßstäben. Warum gibt es nicht die Möglichkeit für User, ein Online-Schiedsgerichtsverfahren in Anspruch zu nehmen. Wäre ein Thema für das IGF.

Bis zum 20. Oktober kann man noch Vorschläge für…

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Digitaler Wandel und Digitale Transformation

Derzeit kursieren zwei Schlagworte: Digitaler Wandel und Digitale Transformation. Worin besteht der Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen? Beide Begriffe werden oft synonym verwendet, haben aber unterschiedliche Bedeutungshintergründe. Weder Wirtschaft noch Gesellschaft sind statisch. Wandel ist Normalzustand. Digitalen Wandel erleben wir seit mehreren Jahrzehnten in verschiedenen Stufen.

Transformation ist der komplexere Begriff. Er geht zurück auf den der ungarisch-österreichischen, später in die USA emigrierten Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Karl Polanyi (1886 – 1964). In seinem Hauptwerk „The Great Transformation“ bezeichnete er damit die Umstrukturierung der spätfeudalen, agrarischen Gesellschaft zu einer Industriegesellschaft mit reinen Marktgesetzen im England des späten 18. und des 19. Jahrhundert.

Wenn man es genau nimmt, steht Transformation für zwei Bedeutungen. Zum einen die Umstrukturierung in Wirtschaft und Gesellschaft, die durch die Digitalisierung ausgelöst wird. Das geschieht ohnehin. Es entstehen neue Branchen, neue Geschäftsmodelle, auch neue Fertigungsmethoden (z.B. 3 D-Druck). Einige Unternehmen und ganze Wirtschaftszweige werden verschwinden, weil sich das Umfeld verändert.

Zum anderen wird so auf der Ebene der einzelnen Unternehmen der zielgerichtete Einsatz von Maßnahmen bezeichnet, die die eigenen Wertschöpfungsprozesse unter Einsatz von digitalen Technologien neu- bzw. umgestalten sollen. In diesem Sinne ist Digitale Transformation im wesentlichen ein Fall von Change Management. Ob das in jedem Fall gelingt, ist ungewiss. Sicherlich ist dies ein umfangreiches und manchmal umkämpftes Feld von Beratungsdienstleitungen.

Kritik an dem Begriff der Digitalen Transformation weckt die Illusion, dass damit ein Prozess eingeläutet wird, der dann auch irgendwann abgeschlossen ist.

Jedes Unternehmen, jede Organisation hat das Bestreben, seinen Markt und seinen Einfluss beizubehalten. Aber wir haben in der Digitalisierung jetzt eine Stufe erreicht, auf der sich Organisationsformen verändern. Die Art, wie wir miteinander kommunizieren und wie wir zusammenarbeiten, hat sich verändert. Konsequenz der Digitalisierung von allem ist die Vernetzung von allem. Prozesse und Transaktionen sind auf ganz andere Weise steuerbar.

Nehmen Sie beispielsweise die Plattformen. Der Anbieter stellt nur die Plattform zur Verfügung, hat aber weiter mit den Produkten und Dienstleistungen nichts zu tun. Ebay ist ein frühes Beispiel dafür, auch Amazon betreibt Plattformen. Ebay verkauft selber nichts. Das Unternehmen stellt nur die Plattform zur Verfügung, auf der sich Käufer und Verkäufer treffen. Dieses Prinzip sehen wir immer wieder. Eine strukturierte Firma als eine Einheit von Planung, Produktion und Management ist für den Handel mit Gütern und Dienstleistungen in vielen Fällen nicht mehr erforderlich. Viele Unternehmen werden digitalisiert und dematerialisieren ihre Leistungen. Diese Strukturveränderungen finden wir  überall wieder. Letztlich geht es darum, wie bestimmte Nachfragen, auch z.B. in Bildung, nach Mobilität, erfüllt werden.

Von Digitalisierung können wir schon seit den 1980er Jahren sprechen. Das begann mit der Textverarbeitung, mit der Einführung der CD, in der Popkultur mit Computerspielen, elektronischer Musik. Um eine Nachricht zu versenden brauchte man irgendwann keine Briefmarke mehr zu kaufen. Die E-Mail war billiger und einfacher. Niemand mußte z.B. mehr mit Tippex hantieren, Schriftstücke und andere Dokumente können wir ganz einfach korrigieren, ablegen und immer wieder verwenden. So begann die Digitalisierung der Medien: Text, Bild, Ton, Bewegtbild und jetzt auch Life- Streaming.

Das Internet verbreitete sich seit Mitte der 1990er Jahre. Interessant ist die Beobachtung der Leitbegriffe, mit denen wir darüber sprachen: In den 1990er Jahren war es der abenteuerliche Cyberspace, um die Jahrtausendwende die spekulative New Economy, später das partizipative Web 2.0. Social Media verbreitete die Dienste und Plattformen, die die öffentliche Kommunikation veränderten und machte sie jedem zugänglich. Gleichzeitig verbreitete sich mit der mobilen Revolution das Internet im Alltag, weltweit. Es wanderte quasi vom Schreibtisch in die Hände und wurde damit allgegenwärtig und spontaner. Seit einigen Jahren sprechen wir vom Digitalen Wandel und von der Digitalen Transformation. Dahinter steckt allerdings mehr als ein Wandel von Begriffen und Themen. Menschen gewöhnen sich an Veränderungen und nutzen sie. Man nennt es „Habitualisierung“.

Wandel bietet immer wieder Anlass zur Sorge: Wer ist der Gewinner, wer ist der Verlierer. Es gab immer wieder öffentliche Diskussionen über den Verlust von Arbeitsplätzen durch die Digitalisierung. Man denke zurück an die frühe Digitalisierung in der Druckvorstufe: der angesehene Beruf des Schriftsetzers war nach einigen Jahren verschwunden. Immer wieder wurden ganze Branchen und Wirtschaftsbereiche umgekrempelt, die Musikindustrie ist ein weiteres bekanntes Beispiel. Arbeitsplätze und damit soziale Sicherheit, wie wir sie gekannt haben, werden verschwinden –bei steigender Produktivität. Hier liegt eine Aufgabe von Politik und Zivilgesellschaft.

Heute sind digitale Techniken omnipräsent und können sich miteinander verbinden. Das ist erst durch das Internet und durch die entsprechenden Bandbreiten möglich geworden. Die Digitale Transformation, von der wir heute sprechen, umfasst erstmals alle Wirtschaftsbereiche. Wir haben eine Schwelle erreicht, ab der digitale Strukturen die Organisationsformen von gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Leben berühren. Das müssen wir begreifen und wir können es gestalten.

 

 

 

Grundgesetz oder AGB-Willkür – freie Netzöffentlichkeit oder Hausrecht?

denunzianten

Das Internet ist der Dorfplatz der Moderne – doch weil dieses neue Dorf global ist, gelangen die alten Modelle an ihre Grenzen. Es ist an der Zeit, transparent zu ermitteln, welche Regeln in der neuen Netzöffentlichkeit gelten sollen.

Dürfen Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) von Internet-Giganten wie Google oder Facebook den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs im Netz beeinflussen? Diese Frage verhandelte vor ein paar Jahren ein Expertenpanel auf der re:publica unter dem Titel: „Der digitale Dorfplatz: Privat oder öffentlich?“.

Kommerzielle Plattformen könnten sich zu einem Rohrkrepierer für virtuelle Menschenrechte entwickeln, wenn Accounts willkürlich gelöscht oder geschäftspolitisch über die Zulässigkeit von Meinungsäußerungen entschieden wird. Es muss ja nicht gleich das von Sascha Lobo ins Spiel gebrachte Profilbild mit erigiertem Penis sein, der zu einem Exitus der eigenen Facebook-Präsenz führt. Nacktheit bringt bei amerikanischen Konzernen auf Knopfdruck die Hohepriester von Sittlichkeit und Moral auf den Plan. Aber genau hier muss der Meinungsstreit anfangen. Beispielsweise über die anmaßende Haltung von Infrastruktur-Anbietern, die uns den Zugang zum Internet gewähren und nach Gusto wieder nehmen können.

Neue Definition von Öffentlichkeit im Netz

Man müsse im Netz zu einer neuen Definition von Öffentlichkeit gelangen, so Sascha Lobo. Dass Twitter, Facebook und Google öffentlich seien, dürfte wohl unbestritten sein. Aber sind sie auch Öffentlichkeit? Hier gebe es große Unterschiede zwischen den USA und Europa.

„Es gibt in Europa das Gefühl der Öffentlichkeit auf einem Platz. Das ist historisch entstanden. Da wurde dieser alte Marktplatz irgendwie zusammengemorpht. Bei der Dorf-Metapher schwingt die Allmende mit. Das ist ja etwas, was alle benutzen können und allen gehört. Und der Marktplatz ist etwas, wo eine Öffentlichkeit stattfindet. Der Besitz ist dabei zweitrangig – ob nun staatlich oder privat. Genau so eine Definition der Öffentlichkeit brauchen wir für die digitale Welt. Wenn ich postuliere, Facebook ist Öffentlichkeit, dann ist das eine emotionale Definition“, sagt Lobo.

Hier gibt es einen Grundkonflikt, zwischen dem Gespür der Plattformnutzer und den juristischen Tatsachen.

Lawrence Lessig hat den Spruch geprägt „Code is Law“:

„Genau das muss der Kern der neuen Debatte sein. Wir müssen Gesetze haben, um den Raum und die Funktion der Öffentlichkeit zu fassen. Das geht bis zum preußischen Wasserrecht, wo Öffentlichkeit an Seeufern definiert wurde. Da gibt es Tausende von Fragmenten, die gesetzlich festgelegt haben, wie diese gesellschaftliche und politische Funktion der Öffentlichkeit zu wirken hat. Und jetzt kommen wir in eine Phase, die über Code geprägt wird“, betont Lobo.

Mit den alten Metaphern würde man scheitern. Das Gefühl, dass Twitter eine Öffentlichkeit repräsentiere, stimmt und stimmt doch nicht ganz. Man brauche für eine Lösung des Problems wohl Spezialisten aus verschiedenen Disziplinen: von Ethik, Recht bis Technologie. Etwa eine Ethik-Kommission für virtuelle Öffentlichkeit. Man benötige einen fairen Interessenausgleich.

Ansonsten spitzt sich die Frage zu, ob nun das Grundgesetz gilt oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook & Co. die Netzöffentlichkeit regeln. Wenn der politische Meinungsbildungsprozess auf privaten Servern stattfindet und Mark Zuckerberg nach Lust und Laune virtuelle Existenzen ein- oder ausschalten kann, dann sieht man das Konfliktpotenzial für die Gesellschaft. Hier brauchen wir neue Regeln und zwar international. Sascha Lobo brachte die UN ins Spiel. Und in der Tat geht es um ein völkerrechtliches Problem. Es geht um Weltfragen.

Das scheint aber bislang keine Wirkung zu haben. Im politischen Diskurs zeigt man einfach mit dem Finger auf die Silicon Valley-Konzerne, die für Recht und Ordnung zu sorgen haben.

Strafbare Inhalte im Internet werden noch immer „viel zu wenig und viel zu langsam“ gelöscht, bedauert beispielsweise Bundesjustizminister Heiko Maas.

„Von den strafbaren Inhalten, die User melden, löschte Twitter gerade einmal ein Prozent, YouTube nur zehn und Facebook 46 Prozent. Das ist zu wenig“, so Maas.

Welche Rolle spielt dabei eigentlich noch das Gewaltmonopol des Staates, welche Funktion nehmen Exekutive und Judikative in dieser Aufforderung zum Löschen wahr? Maas macht die Social Web-Plattformen zur Ersatzpolizei und stärkt damit die AGB-Willkür.

Wo das Wächteramt der Plattform-Betreiber hinführen kann, zeigt das Beispiel YouTube Heroes 😦

World Café – Transformation der Systeme #iw7

Hashtag

Der Fliegende #Hashtag über Köln

Jedes Jahr  im Herbst, in der letzten Oktoberwoche, startet die Internetwoche Köln. Mittlerweile bei Nummer 7 angelangt und diesmal mit dem Untertitel „Das Festival für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft„. Beteiligt sind Akteure der digitalen Szene Köln: StartUps und andere Unternehmen, Hochschulen, öffentliche Einrichtungen, Verbände, Anwaltskanzleien (!) und unabhängige Veranstalter. Insgesamt gibt es unter der Dachmarke Internetwoche Köln >100 Diskussionen, Workshops, Fachvorträge, Netzwerkrunden  und auch ein Frühstück – meist kostenlos, dank Sponsoring und Eigenarbeit der Veranstalter. Auch das Netnocamp im Jahre 2010 fand übrigens im Rahmen der ersten Internetwoche Köln statt.

Am Dienstag, den 25.10. gibt es unter dem Titel Transformation der Systeme – Wie digitaler Wandel Systeme verändert, die unseren Alltag bestimmen“,  eine  „Gemeinschaftsproduktion“ in den Räumen der IHK Köln. „Gemeinschaftsproduktion“ von fünf Experten aus der „Online-Szene“:  Claudia Schleicher (Prozessbegleitung/Facilitating, OpenSpace Methoden), Pirmin Vlaho (Bildung), Gunnar Sohn (Wirtschaftsblogger, Live-Streaming Pionier), Ibo Mazari (Gamification, Digital Signage) und Klaus Janowitz (Netnographie, Digitaler Wandel).

Dass Digitaler Wandel bzw. Digitale Transformation genauso ein gesellschaftlicher und kultureller wie ein wirtschaftlicher und technologischer Prozess ist, ist mittlerweile Allgemeingut. In zahllosen Diskussionen geht es um Veränderungen in der Arbeitswelt, in Bildung und Mobilität, im Handel, den Medien und in den grundlegenden Mustern von Vergemeinschaft und gesellschaftlicher Organisation.
Immer wieder treten dabei eine Reihe von Prinzipien hervor: Konnektivität als Möglichkeit der Verbindung zwischen Menschen, Dingen und Prozessen, Personalisierung als Möglichkeit der persönlichen Zuordnung – oft automatisiert mittels Algoritmen. Schließlich das Matching bei gelingender Verbindung. Ein von uns vertretener Leitgedanke ist dabei das Konzept der Vernetzten Sozialität/Networked Sociality, damit verbunden ist u.a. das Bild eines Neuen Sozialen Betriebssystems. 

Café du monde

Café du monde

Ein solches Thema soll nicht allein mit aufeinander abfolgenden Vorträgen von Experten + Diskussion auf Wortmeldungen abgehandelt werden.
Wir geben Impulse – mit dem Open Space Format World Café beziehen wir die Teilnehmer ein. World Café bietet Gelegenheit, mit den im Raum versammelten Kompetenzen Szenarien zu entwickeln und – gerne auch kontrovers – zu diskutieren.
Zu fünf Themenfeldern (Arbeit, Bildung, Handel, gesellschaftliche Organisation, Netzökonomie, evtl. auch Mobilität) werden Thementische eingerichtet, an denen zu drei jeweils gleichen Fragestellungen Szenarien entwickelt und  Haltungen dazu formuliert werden. Nähere Informationen,  sowie einige Kurzvideos zu den Themenfeldern werden wir einige Zeit vorher auf der Facebook- Seite zum Event veröffentlichen.

Zukunftsforscher (und „Erfinder“ des Megatrend– Konzeptes) Matthias Horx  äußerte sich kürzlich skeptisch zur Zukunftsgläubigkeit der Digitalisierung. Sicherlich ist Digitalisierung nicht der einzige Antrieb der Entwicklung, sie ist verbunden mit anderen Innovationen und langfristigen gesellschaftlichen Entwicklungen und Prozessen. Die Verbreitung des Internet und die Digitalisierung der Medien bietet aber die Infrastruktur durch die solche Entwicklungen wirksam werden. Somit sprechen wir zu Recht von Digitalem Wandel und Digitaler Transformation (zu den beiden Begriffen habe ich im Mai einen Blogbeitrag geschrieben).

iw7_banner-silhouette_rgb_100Wir erwarten einen spannenden Nachmittag und freuen uns auf zahlreiche und engagierte Teilnehmer.
Um frühzeitige Anmeldung wird gebeten – die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Ein Klick auf die nebenstehende Graphik führt zum Anmeldeformular (bitte runterscrollen). Falls Ihr am 25.10. doch verhindert seid, gebt bitte eine Nachricht, so dass andere nachrücken können.

Schleimpunkte fürs Denunzieren bringt YouTube 700.000 Dislikes #YouTubeHeroes

ichsagmal.com

denunziant

Das Google-Tochterunternehmen YouTube will mit dem Programm YouTube-Heroes für Sauberkeit und Ordnung auf der Video-Plattform sorgen. Schleimpunkte-Teilnehmer des Vorhabens sollen nach Anmeldung und Freischaltung künftig etwa „unangemessene“ Clips melden, Videos mit Untertiteln versehen und im YouTube-Forum als Ansprechpartner für Fragen bereit stehen. Wer petzt, kann Punkte sammeln, Level erklimmen und wird mit der Teilnahme an besonderen Workshops sowie dem exklusiven Beta-Testing von neuen YouTube-Produkten ausgezeichnet. Gamification fürs Denunziantentum und für die Schaffung eines Zweiklassen-Systems auf YouTube. Ein prima Einfall aus den Niederungen des Google-Imperiums, der von den Nutzern mit rund 700.000 Dislikes (Stand heute) honoriert wurde – die Kommentarfunktion wurde „vorsorglich“ abgeschaltet. Vielleicht wird in den nächsten Wochen sogar Justin Bieber in den Schatten gestellt.

Neben der Belohnung fürs Anschwärzen fehlt eigentlich nur noch ein Strafkatalog, der über das Sperren und Löschen von Accounts hinweggeht – sonst wird es ja im Belohnungssystem irgendwann langweilig.

Dave hat die möglichen Folgen angesprochen:

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Vom falschen Umgang mit Live-Videos #smcbn

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Technik von Steve Paine im Coworking Bonn - da geht mein Herz auf :-) Technik von Steve Paine im Coworking Bonn – da geht mein Herz auf 🙂

Livestreaming in der Praxis: Es wird kaum in Formaten gedacht. Vorankündigung wird vernachlässigt. Netzwerk-Effekte lässt man links liegen. Moderationen verlaufen aseptisch. Der Kontext des Einsatzes von Livestreaming-Diensten wird nicht bedacht. Interaktionen bei mobilen Apps bleiben auf der Strecke. Nachberichte bleiben auf der Strecke. Die Vorteile beim Verzicht auf Postproduktionen durch Live-Videos werden nicht anständig honoriert. Da regt man sich dann eher auf, dass der Moderator, der zugleich Operator, Social Web-Community-Manager, Kommentar-Kurator und Aufmerksamkeitskatalysator vor, während und nach der Übertragung ist, zum Schluss kein elegantes Ende des Livestreams hinbekommt, weil man halt zum Laptop laufen muss, um die Stopp-Taste zu bedienen. Hab ich alles schon erlebt. Livestreaming wird auf Kamera-aufstellen-und-einfach-übertragen reduziert und Ideen für lebendige Diskurse versanden im Routinebetrieb – da ist der Abstimmungsaufwand zu hoch, Herr Sohn.

Medien, Unternehmen, Verbände und sonstige Institutionen wagen zu selten…

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