Plattform für europaweite Recyclinglösungen

Recycling PlattformDie Mainzer Landbell-Gruppe wird Gesellschafter der European Recycling Platform SAS (ERP). ERP bietet derzeit Recycling- und Compliance-Dienstleistungen für Elektro- und Elektronik-Altgeräte, Batterien und Verpackungen für mehr als 2.500 Kunden in 32 Ländern der Welt an.

Die Unternehmen wollen ihre Kräfte bündeln, um eine zentrale Anlaufstelle für Compliance- und Recyclingdienstleistungen zu schaffen. Nach dem One-Stop-Shop-Prinzip soll es für Kunden möglich sein, unterschiedliche gesetzliche Verpflichtungen in verschiedenen Ländern der Welt zu erfüllen.

„Für uns ist dieser Anteilskauf ein wichtiger Schritt in unserem konsequenten Streben, umfassende und hochwertige Recyclinglösungen für bestehende und künftige Kunden in Europa bereitzustellen“, sagt Jan Patrick Schulz, Vorstandsvorsitzender der Landbell Gruppe.

ERP wurde im Dezember 2002 von Hewlett Packard, Electrolux, Sony und Procter & Gamble als Reaktion auf die EU-Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (WEEE-Richtlinie) gegründet. ERP bleibt nach Firmenangaben als eigene Marke bestehen.

Kündigung wegen Rivalität am Arbeitsplatz – Wenn der Ellbogen des Kollegen zu Frustrationen führt

Krümie

Fairer Wettstreit am Arbeitsplatz ist in vielen Organisationen wohl nur eine Illusion. Rivalität im Joballtag wird oftmals mit harten Bandagen und unsportlichen Mitteln ausgetragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Umfrage des Karriereportals Monster.

Nahezu die Hälfte der Befragten gab zu Protokoll, dass allzu starker Konkurrenzkampf in der Arbeit sie dazu veranlasst, den Job zu kündigen oder zu überlegen, einen Jobwechsel vorzunehmen. Bei der länderspezifischen Aufschlüsselung zeigten sich die deutschen Teilnehmer am stärksten von rivalisierenden Kollegen betroffen: 27 Prozent haben deshalb bereits einen Job gekündigt, ein Drittel hat schon einmal diese Option erwogen.

„Arbeiten ähnlich qualifizierte und motivierte Menschen zusammen, entsteht oftmals eine Konkurrenzsituation“, so Monster in einer Presseverlautbarung.

Infografik_Monster_Rivalität am Arbeitsplatz

Wettbewerb sei nicht zwingend etwas Schlechtes und kann uns zuweilen zu Bestleistungen anspornen. Ärger mit wetteifernden Kollegen oder auch Neiddebatten würden allerdings genau das Gegenteil bewirken. ablenken. Work@Home-Spezialist Thomas Dehler bestätigt diesen Befund. In vielen Büros führe die Ellbogen-Mentalität zu Frustrationen, die sich negativ auf die Arbeitsleistungen auswirken. „Auch bei Tätigkeiten im Homeoffice gibt es Leistungserwartungen und Leistungserfordernisse. Bei dezentraler Arbeit kann sich der Mitarbeiter aus unserer Erfahrung besser auf den Output konzentrieren.“ Der Büro-Alltag werde nicht von Flurfunk oder Mobbing dominiert.

„Gerade weil eine Vertrauenskultur erforderlich ist, um räumlich verteilt erfolgreich arbeiten zu können, fallen einige kämpferische und negativ begleitende Effekte weg. Dennoch bleibt auch in dezentralisierten Arbeitsorganisationen für die Mitarbeit als Teil eines Projekt-Teams der sportliche Wettkampf ebenso erhalten wie in Präsenzstrukturen“, resümiert Dehler, Geschäftsführer vom Berliner Dienstleister Value5.

Mitarbeiter stünden vor allem in Großraum-Büros unter einem enormen Leistungsdruck und entwickeln gegenüber ihren Kollegen eine Ellbogen-Mentalität. Teamarbeit und Wissensaustausch bleiben auf der Strecke – auch wenn in der Öffentlichkeit das Gegenteil behauptet wird.

Vielleicht liegt hier eine der Ursachen, warum nach dem Gallup-Engagement-Index nur 16 Prozent der Arbeitnehmer eine emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber haben. Die große Mehrheit reagiert mit innerer Kündigung, Dienst nach Vorschrift und begibt sich auf die Suche nach einem neuen Job.

Koalition der Google-Ankläger: Für hausgemachte Probleme und digitale Verschlafenheit ist das Kartellrecht nicht zuständig

ichsagmal.com

Wer keine Netzkompetenz hat, braucht ein Feindbild Wer keine Netzkompetenz hat, braucht ein Feindbild

Auch Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) reiht sich nach einer Vorabmeldung der FAZ in den Chor der Google-Ankläger ein und erwägt wie Wirtschaftsminister GunterSigmar Gabriel eine „Entflechtung“ des Suchmaschinenkonzerns Google, falls dieser seine marktbeherrschende Stellung missbrauche.

„Stellen Sie sich mal ein Energieunternehmen vor, das 95 des gesamten Marktes abdeckt. Da wären die Kartellbehörden aber ganz schnell auf dem Plan“, so Maas im FAZ-Gespräch.

Auf die Frage, wie oft er selbst dazu beitrage, das Monopol von Google zu nutzen, sagte Maas: „Täglich und exorbitant. Ich bin leider Teil des Problems“. Er ist nicht nur Teil des Problems, Maas hat offensichtlich auch Erkenntnisprobleme, wie

„Marktbeherrschung ist nicht illegal und einen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung von Google muss man erst einmal nachweisen“, sagt Wettbewerbsökonom Professor Justus Haucap im ichsagmal-Interview.

Er verweist auf die langwierige Untersuchung der Federal Trade Commission (FTC) in den USA, die im Januar…

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Rückkehr der kommunalen Müll-Profiteure – Über die merkwürdige Logik eines Entsorgungsgiganten

Müllmächte im Dunkeln

Müllmächte im Dunkeln

Der wettbewerbspolitische Kampf gegen das Monopol des früheren Alleinherrschers über Gelbe Tonnen und Säcke, gemeint ist der Grüne Punkt-Müllkonzern in Köln, war langwierig und beschäftigte über mehrere Jahre die Wettbewerbshüter in Deutschland und Europa. Letztlich war es eine Entscheidung der Europäischen Kommission vom 20. April 2001, die dazu führte, auch Konkurrenzsysteme beim Recycling von Verpackungsabfall zuzulassen. Eine Maßnahme, die man in der klassischen Müllentsorgung bislang leider nicht getroffen hat.

Die EU-Kommssion stellte unmissverständlich fest, die damalige DSD AG missbrauche ihre beherrschende Stellung auf dem Markt für die Organisation der Rücknahme und Verwertung von Verpackungsabfällen. Der Missbrauch bestehe darin, dass die DSD im Fall des Auseinanderfallens von Zeichennutzung und tatsächlicher Inanspruchnahme ihrer Befreiungsdienstleistung unangemessene Preise und Geschäftsbedingungen erzwinge. Um einer Fortsetzung dieser Zuwiderhandlung zu begegnen, verlangte die Kommission von DSD, dass sich der Müllmonopolist gegenüber allen Vertragspartnern des Zeichennutzungsvertrags verpflichtet, kein Lizenzentgelt zu verlangen, wenn die Verpackungen in Deutschland von anderen Anbietern entsorgt werden. Juristische Interventionen gegen die Entscheidung wurden vom Europäischen Gericht zurückgewiesen.

Kartellrechtler machten klar, dass mit dieser politischen Entscheiden die nötige Rechtssicherheit für Wettbewerb bei der Verpackungsentsorgung bestünde. Das gehört der Vergangenheit an. Der Marktanteil des ehemaligen Monopolisten liegt heute deutlich unter 50 Prozent und die Entsorgungskosten für die Verbraucherinnen und Verbraucher, die als Teil des Produktpreises bezahlt werden, sind deutlich gesunken. Das dokumentiert eine Sektoruntersuchung des Bundeskartellamtes. Während die Gesamtkosten bei ursprünglich zwei Milliarden Euro lagen, liegen sie aktuell bei weniger als die Hälfte. Recyclingverfahren wurden verfeinert, die Vermarktung der Sekundärrohstoffe läuft auf vollen Touren und illegale Müllexporte bestimmen nicht mehr die Tagesordnung der Medien – zumindest nicht bei Verpackungen. Und nun fordert eine kleine Lobbygruppe die Rückkehr zur „Fürstenherrschaft“ von Gebietsmonopolisten und Kommunen, wie wir es seit Jahrzehnten bei der Grauen Tonne mit undurchsichtigen Müllgebühren erleben – zum Erstaunen von Wettbewerbsexperten. Die Initiative geht von der Berliner Anwaltskanzlei GGSC, kommunalen Interessenvertretern und dem Systemanbieter ECO-Punkt aus. Letztere Firma hat nicht nur als Duales System beim Verpackungsrecycling die Segel gestrichen, sondern ist zudem eine Tochtergesellschaft die Entsorgungsgiganten REMONDIS. Gesellschafterin von REMONDIS ist die in Familienbesitz befindliche Rethmann AG & Co. KG.

Angeblich habe das privatwirtschaftliche Gewinnstreben am Wirken der konkurrierenden Dualen Systeme kein stabiles Fundament für die Entsorgungssicherheit zu bieten. Bei der Neuordnung der Wertstoffwirtschaft bleibe die Abschaffung der Dualen Systeme die wesentliche Forderung, verlautbart die Berliner Lobbygruppe. Ob das privatwirtschaftliche Gewinnstreben im Verbund mit kommunalen Monopolen zu besseren Ergebnissen führt, kann jeder Haushalt an seiner Müllgebühren-Abrechnung überprüfen. Der Nachrichtendienst Europaticker verweist auf das Beispiel der Abfallentsorgung in Magdeburg:

„Dort sind die Stadtwerke an dem Müllverbrennungswerk im Ortsteil Rothensee zur Hälfte beteiligt. Den Vorsteuergewinn 2012 von rund 18 Millionen Euro teilen sich E.on und die Magdeburger Stadtwerke. Fünf Jahre vorher konnten sich die beiden Gesellschafter sogar 38,7 Millionen Euro teilen. Sorgen mussten sich die Akteure nicht machen. Die Gesellschafterin Stadt hat mit ihrer Abfallgesellschaft ‚langlebige‘ Verträge geschlossen. Während am Spottmarkt der Preis für die Tonne Müll um die 20 Euro schwankt, zahlen die Gebührenpflichtigen brav um die 140 Euro und bei der Müll-Aschenentsorgung wird auch nicht ganz so genau hingesehen.“

Gleiches erlebt man bei der Rekommunalisierung der Altpapierentsorgung, die traditionell von mittelständischen Unternehmen im Wettbewerb organisiert wurde. Kommunen würden aus dem Altpapier hohe Profite abschöpfen und für Staatsbetriebe sowie kommunale Haushaltslöcher verschwenden, monieren Brancheninsider. Auch Remondis würde an diesem Geschäft partizipieren in Zusammenarbeit mit den Kommunen. Hier habe man den Wettbewerb schon ausgeschaltet und sichert sich Gewinne auf dem Rücken der Bürgerschaft. Alles ohne Geschäftsrisiko. Wohin das führe, demonstrierten eindrucksvoll die Landesbanken in der Lehman Brothers-Krise.

Über das roboterhafte Gefasel der Marketing-Automaten

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Marketing-Schreihälse Marketing-Schreihälse

„Märkte sind Gespräche.“ Die erste These aus dem populären „Cluetrain Manifest“ zählt wohl zu den größten Missverständnissen der kurzen Rezeptionsgeschichte des Internets. Zwölf Jahre nach dem Erscheinen der 95 Thesen zum Wesen und Unwesen von Märkten und Marketing ziehen zwei der vier „Cluetrain“-Autoren in der Zeitschrift brandeins Bilanz. Das Manifest ist wohl auf falsche und höchst einseitige Weise zum Kanon der Marketingbranche geworden. Einige Unternehmen würden den Gesprächen in vernetzten Märkten zwar besser zuhören – aber nur, weil ihnen gar nichts anderes übrig bleibt.

„Aber die Schwungräder des Business as usual drehen sich weiter, sie betreiben Tracking und Targeting, sie fangen und akquirieren, managen und verwalten ‚ihre‘ Kunden, als ob wir Sklaven oder Vieh wären. Diese Einstellung ist immer noch dominierend, und ich glaube nicht, dass wir das allein auf der Unternehmensseite reparieren können“, so Doc Searls.

Die Menschen, die Kunden, müssten die Führung übernehmen und ihre eigenen Werkzeuge…

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Mitel und Aastra: Feinjustierung der Geschäftsstrategie für den ITK-Markt

Bewegtbild für die Unternehmenskommunikation

Bewegtbild für die Unternehmenskommunikation

Die ITK-Unternehmen Mitel und Aastra haben bekanntlich ihre Kräfte gebündelt. Nach der Fusion geht es nun um eine Feinjustierung der Geschäftsstrategie: Ziel der Integration sei es, ein leistungsfähiges globales Portfolio zu schaffen, das die Anforderungen der regionalen Märkte berücksichtigt, die bestehenden Investitionen von Kunden schützt und bei Bedarf einen klaren Migrationspfad in Richtung Cloud-Kommunikation ermöglicht.

„Dieser Schritt erwies sich für beide Unternehmen bisher als taktisch klug“, kommentiert das Fachmagazin CRN.

Die kanadische Mitel sei eher im nordamerikanischen Raum stark, das Kerngeschäft von Aastra liegt in Europa. Letztlich decke man jetzt gemeinsam ein großes Feld ab und stärkt sich gegenseitig in den jeweiligen Märkten. „Unsere Unternehmen passen geografisch gut zusammen“, sagt Michael Page, deutscher Aastra-Vertriebsleiter, gegenüber CRN. Dank des Anteils von Mitel sei Aastra an Alcatel vorbeigezogen und schaffte es in Deutschland laut eigenen Angaben auf den zweiten Platz der größten TK-Anbieter. Die Spitze des Treppchens belege weiterhin Unify.

Ausgeweitet werde die Vertriebsstrategie.

“Die für den deutschen Markt wichtigen Produkte finden sich in der gemeinsamen Portfolio-Strategie wieder. Das gilt sowohl für den Bereich der Kommunikationsserver als auch für Applikationen und Endgeräte. Die kombinierte Entwicklungskapazität beider Unternehmen wird unseren Partnern ermöglichen, auch in Zukunft in einem sich wandelnden Marktumfeld erfolgreich auftreten zu können“, sagt Page.

Eine 2+4 Vertriebsstrategie: IT-Systemhäuser, Microsoft Lync Partner, Cloud Anbieter und Carrier. In Unternehmen gebe es nach Erkenntnissen von Page quasi keine Trennung mehr zwischen IT- und TK-Abteilung. Zudem wollen die Kunden von Integratoren oft Lösungen aus einer Hand.

„Auf der Suche nach neuen Partnern ist Aastra auch im Lync-Markt umtriebig. Hier stehe man laut eigener Aussagen schon mit den größten Resellern in Kontakt und sei schon seit rund zwei Jahren aktiv. Wie Page erklärt, will das Unternehmen in diesem Bereich besonders Endgeräte und Applikationen vermarkten“, schreibt CRN.

Auch das florierende Cloud-Business soll für Wachstum sorgen.

„Wir werden sowohl Plattformen für große Systemintegratoren bieten und Whitelable-Angebote für kleinere Partner“, erklärt Page gegenüber CRN.

Derzeit stelle Aastra ein eigenes Cloud-Team auf und will in der zweiten Jahreshälfte mit ersten Ansätzen und Angeboten an die Öffentlichkeit treten.

Die Portfolio-Integration umfasst den Schutz von Investitionen der Partner und Kunden,Investitionen in einheitliche Endgeräte und Applikationen, offene Standards mit SIP-Telefonen, Migrationspfad in die Cloud für alle Unternehmensgrößen, Integration von MiVoice Conference Phone und SIP DECT über alle Plattformen hinweg, Erweiterung von MiCollab um Key Features des Aastra Mobile Client, einheitliche Gateway-Lösungen sowie Session Border Controler.

Bei der SIP-DECT-Technologie fokussiert sich Aastra auf die sichere Kommunikation in Unternehmen:

„Sicherheit hat für viele unserer Kunden oberste Priorität. Mit unserer SIP-DECT-Lösung erfüllen wir diese Anforderung mit höchsten Sicherheitsstandards. Die Kommunikation in Unternehmen zwischen Mitarbeitern oder mit Kunden und Geschäftspartnern bleibt vertraulich. Dieses hohe Niveau der Sicherheit hat uns auch der Industrieverband DECT Forum bescheinigt“, sagt Aastra-Deutschlandchef Jürgen Signer.

Sein Unternehmen gehöre zu den wenigen Herstellern, die jüngst vom DECT-Forum mit dem neuen Siegel „DECT Security“ ausgezeichnet wurden.

Die SIP-DECT-Mobilteile ermöglichen nach Firmenangaben eine zuverlässige mobile Kommunikation und werden häufig in erfolgskritischen Umgebungen wie Krankenhäusern, Hotels, Lagerstätten, öffentlichen Institutionen oder in der Industrie eingesetzt. Mit dem Release 5.0 erhöhe sich die Sicherheit der Schnurloslösung, beispielsweise indem sich während der Gespräche der Codeschlüssel zwischen Mobilteilen und Basisstationen alle 60 Sekunden automatisch erneuert.

Die hohen Sicherheitsstandards finden sich auch im IP-Netzwerk wieder:

„Die Sprachdaten werden nicht über das Protokoll RTP übertragen, sondern über das sichere SRTP (Secure RTP) verschlüsselt“, teilt Aastra mit.

Mit dem neuen Release bringe man auch Video auf die Mobilteile und ermöglicht so die Übertragung von Bildern, beispielsweise bei Alarm- oder Überwachungsszenarien.

„Für Installationen in Großunternehmen und Institutionen verdoppelt sich die maximale Ausbaustufe auf bis zu 10.000 Mobilteile und maximal 4.000 Basisstationen“, so Aastra.

Durch den offenen Standard könnten Unternehmen bereits vorhandene Infrastrukturen nutzen.

Idiotensysteme im Management

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Kontrolle durch Rückkopplung Kontrolle durch Rückkopplung

Während sich draußen alles vernetzt, vertrödeln drinnen in den Unternehmen die Manager mit verbrauchten Ritualen aus dem vergangenen Jahrhundert wertvolle Zeit, moniert Anne M. Schüller in einem Beitrag für die absatzwirtschaft:

„Topdown-Formationen, Silodenke, Insellösungen, Abteilungsegoismen, Hierarchiegehabe, Budgetierungsmarathons, Anweisungskultur, Kontrollitis, Kennzahlenmanie.“

Man kann es in jedem Organigramm bewundern:

„Sie verdeutlichen – vielleicht mehr als alles andere – die wahre, fossile Gesinnung: Der Chef thront ganz oben, darunter, in Kästchen eingesperrt, seine brave Gefolgsmannschaft“, so Schüller, Autorin des Buches „Das Touchpoint-Unternehmen“, erschienen im Gabal-Verlag.

Mitarbeiter kommen in solchen Abbildungen nicht vor – sie sind Fußvolk und werden in den Schubladen der verschiedenen Abteilungen verwaltet. Und die Kommunikation zu den Kunden läuft über so genannte „Kanäle“ – also was man so früher darunter verstanden hat mit klar identifizierbaren Sendern und Empfängern. Hübsch kybernetisch. Im Internet hat man aber diese Klarheit nicht. Oder in den Worten des Zettelkasten-Soziologen Niklas Luhmann:

“Mit…

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Jeder Peinlichkeit wohnt eine Erleuchtung inne: Livestreaming-Lektionen

Bei der Verlosung bin ich leider auch gescheitert

Bei der Verlosung bin ich leider auch gescheitert

Jeder Peinlichkeit wohnt eine Erleuchtung inne, und während der Arbeiter im Weinberg der Kultur seine Erfolge rasch zu vergessen pflegt, hält sich die Erinnerung an einen Flop jahrelang mit geradezu blendender Intensität.

„Triumphe halten keine Lehren bereit, Misserfolge dagegen befördern die Erkenntnis auf mannigfaltige Art. Sie gewähren Einblick in die Produktionsbedingungen, Manieren und Usancen der relevanten Industrien und helfen dem Ahnungslosen, die Fallstricke, Minenfelder und Selbstschussanlagen einzuschätzen, mit denen er auf diesem Terrain zu rechnen hat”, schreibt Hans-Magnus Enzensberger in seinem Opus “Meine Lieblings-Flops, gefolgt von einem Ideen-Magazin” (Suhrkamp Verlag).

Für die Gamingszene ist das geübte Praxis, wie uns Christoph Deeg im Bloggercamp.tv-Gespräch darlegt:

„Wir müssen akzeptieren, dass es nicht um die Tatsache geht, dass jemand einen Fehler gemacht hat. Es geht vielmehr darum gemeinsam aus diesen Fehlern zu lernen. Interessanterweise ist dieses Try-and-Fail-Prinzip ein elementarer Bestandteil des Gamings. Gamer sind es gewohnt, Fehler zu machen und sich in den jeweiligen Communitys darüber auszutauschen.“

Natürlich weiß er, dass es Dinge im Leben gibt, bei denen dieses Vorgehen nicht funktioniert oder nicht wünschenswert ist. Bei einem Chirurg wäre es eher unangenehm, wenn er einfach etwas Neues am lebenden Subjekt ausprobiert ohne die Folgen zu bedenken.

„Aber in der Breite fehlt uns die Bereitschaft, Fehler anzuerkennen“, so die Erfahrung von Deeg.

Auch wenn sich nicht alles durchsetzt, bereitet man trotzdem den Weg zu völlig neuen Szenarien in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. So wie es der Weltraum-Pionier und “sächsische Ikarus” Karl Hans Janke vorgelebt hat – in der Psychiatrie. Der Fantast und Flugvisionär war kein Idiot. Er kannte nur ein Ziel, nämlich die Menschheit aus ihrem Gefängnis zu befreien und sie in eine bessere Welt zu führen. Seine Konzeptionen für Raketen und Raumfähren, seine Konstruktionszeichnungen und Beschreibungen sind so genial wie die Arbeiten von Leonardo Da Vinci. Manchmal braucht man eine Portion Größenwahn, um Großes zu vollbringen. Das gnadenlose Scheitern gehört dazu, um aus dem Trümmerhaufen der Ideen das Beste herauszuholen, wie bei unserem Crowdfunding-Buchprojekt über die „Streaming-Revolution via Hangout on Air“.

Es sollte ein fließendes Un-Buch sein, um bei einem so dynamischen Technologiethema zum Erscheinen des Werkes nicht sofort wieder hinter dem Mond zu landen. Die Erscheinungsform wollten wir bewusst in der Schwebe halten, um Neuigkeiten sofort aufnehmen zu können.Wir wollten die Buchproduktion irgendwie so machen, wie Dirk von Gehlen mit seinem Startnext-Opus „Eine neue Version ist verfügbar”, nur anders. Das erste Projektvideo war zu lang und inhaltlich eher dürftig. Unsere ersten Präsentationen hat niemand so richtig verstanden. Nach hinten ging uns die Puste aus und wir konnten nur rund 3.000 Euro von insgesamt 5.000 Euro einsammeln. Projekt geplatzt. Danach hielten wir Vorträge unter der Überschrift „Besser scheitern mit Crowdfunding”. Gelernt haben wir in den Kampagnen-Monaten aber eine Menge. Was ist übrig geblieben? Ein Workshop-Projekt namens „Video-Blogging und Echtzeitkommunikation über Streaming-Dienste“ mit einigen Aufträgen, die die Crowdfunding-Summe bei weitem übertroffen haben, und ein Buchvertrag mit dem Hanser-Verlag, wo wir nun unsere Streaming-Revolution realisieren. Beim Scheitern liegt die Betonung eben auf „heiter“.

Das gilt hoffentlich auch für unsere kleinen Kostproben des Livestreaming-Buches, das am 4. September im Hanser Verlag erscheint.

Erfreuliche Botschaft: Crowdfunding-Plattform Kickstarter ab Herbst auch offen für deutsche Projekte.

Das fragmentarische Leben des Roland Barthes

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Ich liebe Fragmente. Sie sind unfertig, verzichten auf Geschlossenheit, stehen nicht unter dem Verdacht der Anmaßung, lassen Raum für Spekulationen, eröffnen neue Gedanken und spielen mit der Kombinatorik von Dingen, die man beim ersten Hinsehen nicht für möglich gehalten hat. Ein Meister der fragmentarischen Gedanken war Roland Barthes – der Denker, Dilettant und Dandy der Literaturwissenschaft, so eine Formulierung des Publizisten Matthias P. Lubinsky.

Tatsächlich liege der Reiz von Barthes‘ Denken und Vorgehensweise darin, sich an keinerlei wissenschaftliche Gepflogenheiten zu halten. Sie dienten in der Regel sowieso nur zur Abgrenzung des Wissenschaftsturms und zur Pflege des eigenen Standesdünkels, schreibt Lubinsky.

Eine vorzügliche Spurensuche im Werk und im Leben von Roland Barthes hat der Literaturwissenschaftler Christian Linder (also nicht verwechseln mit FDP-Lindner!) vorgelegt in dem Sammelband „Noten an den Rand des Lebens – Portraits und Perspektiven“, erschienen – wie kann es anders sein – im ambitionierten Matthes & Seitz-Verlag. Barthes war…

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E-Book ohne digitale Eselsohren – Remix-Kultur und die Kunst der Re-Kombination #ebf14

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Über die Lust der Re-Kombination Über die Lust der Re-Kombination

Die Begriffe und die Ästhetik rund um E-Books beruhen auf der klassischen Buchkultur, so die E-Book-Verlegerin Christiane Frohmann, die als eine der Initiatorinnen der „Electric Book Fair“ von iRights.info interviewt wurde:

„Die Leseapp knistert beim Umblättern, hat digitale Eselsohren, einen Buchumschlag und so weiter. Das digitale Publizieren sollte sich von der klassischen Buchkultur emanzipieren und aufhören, das Verlegen immer von dort her zu denken. Am Anfang war es eine Vorstellungshilfe, als alles so neu war, aber jetzt scheint es eher ein Denkknebel zu sein. Das E-Book wird bislang als schlechteres Buch angesehen. Dabei haben E-Books ganz eigene Möglichkeiten, sie können Dinge, die Print-Bücher nicht können. Und die wollen wir ausloten.“

Kritisch würdigt sie die rechtlichen Beschränkungen, die von der Verlagslandschaft auferlegt werden. Man erwirbt letztlich als E-Book-Käufer nur eine Leselizenz. Man ist eigentlich nicht so richtig Eigentümer der Datei, kann das verflüssigte Buch nur auf…

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