Blogs, Buzzfeed und die Vokuhila-Strategie: Gedanken für eine gesellige Marketing-Akademie

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Kein klassischer Vokuhila Kein klassischer Vokuhila

Jonah Peretti vergleicht nach einem Bericht der FAZ sein Portal Buzzfeed mit einer Vokuhila-Frisur, nur umgekehrt: „vorne verwuschelt und rebellisch, hinten, hinter dem ‚News‘-Reiter, seriös. Für Letzteres ist seit einem Jahr Pulitzer-Preisträger Mark Schoofs zuständig, er soll das journalistische Angebot ausbauen. Reporter von Buzzfeed sind dieser Tage in Syrien und im Irak, in der Ukraine und in den Ebola-Gebieten in Afrika unterwegs“, so die FAZ.

Angefangen habe alles mit einem E-Mail-Wechsel zwischen Peretti und Nike.

„Als der Turnschuhhersteller um die Jahrtausendwende jenes Programm einführte, mit sich Kunden Turnschuhe individuell bedrucken lassen können, bestellte Peretti ein Paar mit der Aufschrift ‚Sweatshop‘ – ausgerechnet dem Wort also, das für die fragwürdigen Herstellungsmethoden von Konsumgüterherstellern in Entwicklungsländern steht. Nike lehnte den Auftrag ab, weil es sich um „Slang“ handele, wie Peretti erzählt. Er schrieb zurück, das Wort stehe im Wörterbuch, wo das Problem sei. So ging das eine Weile hin…

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Wer ist Herr Latz, warum gibt es vom SuizidPod nur eine Folge und was machen Silver Nerds im Karneval? #SocialTV-Show beim #sck14

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Johannes über suizidale Podcast-Formate Johannes über suizidale Podcast-Formate

Das SocialTVShow-Experiment beim Kölner Startcamp ist richtig gut gelaufen. Die Aufgabe:

In der einstündigen Session basteln wir in zehn Minuten einen „Redaktionsplan“, wählen einen Moderator aus und machen dann mit den weiteren Teilnehmern der Session eine kleine TV-Show, live gesendet via Hangout on Air. Schnelle Interview-Wechsel, vielleicht auch Außenreportagen via Smartphone und weitere Elemente, um eine abwechslungsreiche Sendung zu produzieren. Vom Startcamp in Köln gibt es während der Übertragung eine Liveschalte zum Barcamp in Essen. Zudem stelle ich eine Quizfrage, bei der die Startcamp-Teilnehmer unser Livestreaming-Buch gewinnen können.

Ein Laptop, zwei Mikrofone, LAN-Anschluss und Logitech-Kamera. Mehr brauchten wir nicht, um in guter Bild- und Tonqualität ein rund halbstündige Übertragung auf die Beine zu stellen. Die Moderation übernahm Ute Blindert von Campus2Company. Sie machte das glänzend. In der Vorbereitung konnten wir gerade noch festlegen, wer…

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Siegburger Livestreaming-Lesung im Quadrat und warum man Seeromane nicht am Meer lesen sollte

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Lesung

„Herzlich willkommen, meine Damen und Herren, hier im R², der Literaturbuchhandlung in Siegburg, dieser schönen zwischen Bergischem Land und Siebengebirge gelegenen Stadt, und draußen im World Wide Web, wo der heutige Abend live zu verfolgen ist – zu Gast sind in Persona hier vor Ort der Wirtschaftsjournalist und Blogger mit einer allerdings deutlichen Affinität zu Kultur und Literatur Gunnar Sohn und via Video-Live-Schaltung Hannes Schleeh, Medienberater, Landwirtschaftskenner, Social-TV-Experte und designierter Leiter des Existenzgründerzentrums in Ingolstadt. Die beiden betreiben seit etwa genau 2 Jahren das Bloggercamp-TV, eine Live-Diskussionssendung im Internet zu einer Vielfalt von Themen – und resultierend u. a. aus diesen Erfahrungen haben sie nun im Hanser Verlag ein Buch publiziert, das wir Ihnen heute vorstellen wollen: Live Streaming mit Hangout on Air – Techniken, Inhalte, Perspektiven für ein kreatives Web TV“, so leitete Wortspiele-Blogger Wolfgang Schiffer, die erste Lesung unseres Fachbuches ein.

Ein eher technisches Buch in…

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DeTeWe: Managed-Services-Vertrag mit dem größten privaten Krankenhausbetreiber​ Schleswig-Holsteins

Technik im Krankenhaus

Der Systemintegrator DeTeWe Communications hat nach eigenen Angaben einen millionenschweren Managed-Services-Vertrag mit dem größten privaten Krankenhausbetreiber Schleswig-Holsteins geschlossen, der Regio Kliniken GmbH. Die Partnerschaft sei auf zunächst sechs Jahre ausgelegt und umfasst das komplette Dienstleistungspaket rund um die Kommunikationsinfrastruktur und das Patienten-Entertainment, von der Beratung und Installation bis hin zu Wartung, Administration und Finanzierung. Im gleichen Zuge habe DeTeWe Communications mit dem Mehrheitseigner Sana Kliniken AG einen Rahmenvertrag geschlossen, der allen 50 zur Gruppe gehörenden Krankenhäusern Sonderkonditionen bei der Anschaffung neuer ITK-Infrastrukturen gewährt. Diese Konditionen gelten auch für alle Krankenhäuser des Sana Einkaufsverbunds. DeTeWe modernisierte und harmonisierte die Kommunikationsinfrastruktur an insgesamt 14 Standorten.

„Zum Einsatz kommen Kommunikationsserver von Aastra in Verbindung mit modernster DECT-Technologie und speziellen Applikationen für die Anforderungen in Krankenhäusern. Dank der DECT-Installation mit rund 800 schnurlosen Telefonen sind die Mitarbeiter in den gesamten Gebäuden erreichbar. Die DECT-Endgeräte sind sehr robust, staub- und strahlwassergeschützt und werden hohen hygienischen Anforderungen von Kliniken gerecht. Mit Hilfe von vorprogrammierten Notruftasten und eines Alarmservers können in Ernstfällen innerhalb kürzester Zeit ganze Teams alarmiert werden, beispielsweise im Falle einer Reanimation. Die Patienten profitieren von einem modernen Entertainment-System direkt am Krankenbett: Über Multimedia-Terminals können sie unter anderem im Internet surfen, Videos abrufen und die elektronische Menübestellung nutzen. Sie können außerdem kostenlos in das deutsche Festnetz und Mobilfunknetz telefonieren“, teilt das Unternehmen mit.

Sowohl für die Kommunikations- als auch für die Alarmierungs- und Entertainment-Installation nutzte man die bereits vorhandene Infrastrukturen, die zum Teil durch den Einsatz spezieller Module IP-fähig gemacht wurden. Sie erfüllte damit die Anforderung, die Kosten trotz des umfassenden Entertainment-Angebots möglichst gering zu halten. Gemeinsam mit DeTeWe erarbeiteten die Regio Kliniken außerdem ein Finanzierungsmodell, nach dem die Klinikgruppe nur für jeden tatsächlich genutzten Anschluss einen vorher definierten Festpreis bezahlt. Das Unternehmen könne dadurch klar kalkulieren, behält aber die Flexibilität, zusätzliche Ports hinzuzubuchen oder abzubestellen. Alle notwendigen Serviceleistungen seien in dem Finanzierungsmodell bereits beinhaltet, eine Anfangsinvestition für die Installation entfiel.

„Wir sind mit dem Managed-Services-Vertrag der DeTeWe Communications sehr zufrieden. Von Anfang an haben wir die direkte und zielgerichtete Zusammenarbeit sehr geschätzt. Wir würden uns jederzeit wieder für dieses Angebot entscheiden“, sagt Marcus Leifermann, Regional Manager IT Nord, der Sana IT-Services GmbH.

Die Regio Kliniken GmbH ist mit 960 Betten in drei Akut-Krankenhäusern der größte private Krankenhausbetreiber Schleswig-Holsteins. Neben den Kliniken gehören auch Seniorenheime zur Gruppe. Trägersind mit 74,9 Prozent die Sana Kliniken GmbH und zu 25,1 Prozent der Kreis Pinneberg (Raum Hamburg). Insgesamt betreuen 2.350 Mitarbeiter jährlich mehr als 90.000 stationäre und ambulante Patienten.

Herkules, marode Streitkräfte und der Stall des Augias #Bundeswehr

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Die Kindergarten-Truppe braucht neues Spielzeug Die Kindergarten-Truppe braucht neues Spielzeug

„Wäre der Zustand der ‪#‎digitalen‬ ‪#‎Infrastruktur‬ doch genauso wichtig wie der der Bundeswehr“, schreibt der Gaming-Experte Christoph Deeg auf Facebook.Er meint natürlich die plötzliche Empörung über die desolate materielle Einsatzbereitschaft der Streitkräfte, die in einem Bericht für den Verteidigungsausschusses dokumentiert wurde. Angeblich liegt es ja an der Industrie, die nicht in der Lage ist, die Bundeswehr mit neuer Technik zu versorgen oder Ersatzteile zur Verfügung zu stellen. Vielleicht ist das Ganze auch hausgemacht. Wenn Christoph den Zustand der digitalen Infrastruktur anspricht, kann man als Beispiel das IT-Mammutvorhaben der Bundeswehr mit dem martialischen Namen „Herkules“ anführen. Es ähnelt eher dem Stall des Augias, der ausgemistet werden muss.

Ein Bericht des Bundesrechnungshofes, den die Wochenzeitung „Die Zeit“ unter Einsatz des Informationsfreiheitsgesetzes vor einiger Zeit ans Tageslicht brachte, lässt den Abgrund des technologischen Irrsinns von Bundesbehörden erahnen. Es ist ein Dokument des Scheiterns, wie die „Zeit“ süffisant…

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Digitale Debatten im Land der Industrie-Lobbyisten, Ingenieure und Baggerfahrer

Industriemuseum Deutschland

Industriemuseum Deutschland

Wirtschaftswoche-Chefreporter Dieter Schnaas teilt die aufgeladene Debatte über die Deutungshoheit der Share Economy in zwei Lager auf. Da sei die Graswurzel-Bewegung, ursprünglich ausgehend von Trendforschern, grünen Nachhaltigkeitsfreunden und netzromantisch bewegten Piraten, die im Teilen von Files und Creative Commons das bessere Haben erblicken; die von Zugang, Teilhabe, Mitsprache, Transparenz und Emanzipation schwärmen. Dann gibt es die Deregulierungsapologeten der alten Schule, die sich von Internet-Plattformen wie „Uber“ und „Airbnb“ frischen Innovationswind versprechen. Sie freuen sich über den Angriff auf verkrustete Strukturen sowie bürokratisierte Traditionen und sehnen sich im Namen des Wettbewerbs den Todesstoß für das zünftische Denken und den Verbotsstaat herbei.

„Sie feiern die Freiheit des Smartphone-Konsumenten und die Freiheit der Jungunternehmer, die alte Regeln brechen und Geschäftsmodelle zerstören: Schumpeter lebe hoch“, so Schnaas.

Nutzen statt besitzen ist nicht naiv

Die Vorstellung, das das „Habenwollen“ an Bedeutung verlieren könne, nur weil gestreamte Musik und Filme fast nichts mehr kosten, ist nach seiner Auffassung genauso naiv wie die Vorstellung, dass das Internet ein machtfreier Bezirk sein kann, eine Infrastruktur unter anderen, ähnlich dem Straßen- oder Schienennetz. So ganz falsch ist die Beschreibung der verschiedenen Lager nicht, die sich unversöhnlich gegenüberstehen. So ganz richtig aber auch nicht. Was Schnaas unabhängig von seiner ideologischen Sortierung als naiv abtut, ist volkswirtschaftlich ein zentraler Effekt der Digitalisierung: Die Anwendung und der Nutzen von Produkten werden wichtiger als der Besitz, was die liebwertesten Industrie-Gichtlinge im Land der Forscher, Ingenieure und Baggerfahrer nicht so ganz wahrhaben wollen.

Zugang mit sinkenden Grenzkosten

Das ganze Szenario spielt sich bei drastisch sinkenden Transaktions- und Grenzkosten ab. „Zugang vor Besitz“, wie es der Internet-Vordenker Jeremy Rifkin in seinem zugespitzten Opus „Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft“ breitet sich auf alle Bereiche der Ökonomie aus, fernab von altruistischen oder neoliberalen Sandkasten-Spielchen. Selbst weltweit operierende Unternehmen reagieren auf den Wechsel von Eigentum auf Zugang, indem sie sich stärker als so genannte „Solution Provider“ positionieren – als Anbieter von Komplett-Lösungen. Was wir erleben und endlich ohne Wehklagen zur Kenntnis nehmen sollten, so Professor Peter Wippermann vom Hamburger Trendbüro, ist die Auflösung von Normen der Industriekultur. Es geht um die Individualisierung des Konsums. Anbieter können sich nicht mehr hinter Industrielobbyisten, Schutzrechten, Meisterbriefen und Innungen verstecken, sondern müssen sich stärker auf die individuellen Präferenzen der Konsumenten ausrichten.

Handelskonzerne werden entmachtet

Globale oder regionale Plattformen ermöglichen es jedem Einzelnen, Kontakte zu Anbietern aufzunehmen, die früher nicht möglich waren, betont Wippermann im ichsagmal.com-Interview.

Über mobile Applikationen bekommt man Auswahlsysteme, um selber mit Knopfdruck Konsumentscheidungen zu treffen, ohne staatliche Vorgaben und Platzhirsch-Gebaren von Dienstleistern und Produzenten. Globale und lokale Plattformen bauen Hierarchien ab, die normalerweise von Händlern und Produzenten gehegt und gepflegt werden. Deshalb geht die Kritik am Plattform-Kapitalismus, der mächtige Meta-Händler hervorbringt, wie es Sascha Lobo in seiner Spiegel-Kolumne skizziert, an der Realität vorbei. Wir erleben tatsächlich ein Ende der klassischen Mittelsmänner, die über Preisdiktate ihre Dominanz zelebrierten. Beispielsweise die fünf großen Handelskonzerne in Deutschland, die 80 Prozent des Marktes beherrschen und mit ihrer Einkaufsmacht nach belieben in den Herbstgesprächen Produzenten knechten.

Uber, eBay, Amazon und lokale Netzwerke sind nach Ansicht des Kölner Wirtschaftshistorikers Klemens Skibicki in erster Linie perfekte Matching-Plattformen, um Anbieter und potenzielle Käufer in Verbindung zu bringen. Bei den globalen Plattformen besteht das erste Mal auch für kleine Manufakturen und Dienstleister die Möglichkeit, weltweit die eigenen Produkte zu vermarkten und direkt mit Kunden in Kontakt zu treten. Mit den Handelskonzernen war dies nicht möglich.

Ökonomische Debatte ohne ökonomisches Wissen

Was wir im Streit um die Share Economy erleben, sei eher eine Vulgarisierung der ökonomischen Debatte, kritisiert Skibicki, Professor für Economics, Marketing und Marktforschung an der Cologne Business School. Man argumentiere mit Kampfformeln aber nicht mit volkswirtschaftlichen Kenntnissen. Etwa bei Begriffen wie Dumping-Preisen oder Dumping-Löhnen oder der von Sascha Lobo beschriebenen Dumping-Hölle, die uns die Netz-Plattformen bescheren.

„Dumping bedeutet, dass ich unterhalb meiner Kosten anbiete, um Konkurrenten zu verdrängen. Das kann man in jedem VWL-Lexikon nachschlagen.“

In Wahrheit gehe es um die Senkung der Transaktionskosten.

„Anbieter und Nachfrager können sich so einfach finden wie nie zuvor. Viele Zwischeninstanzen sind nicht mehr nötig“, sagt Skibicki.

Selbst in der Autoindustrie hätten das viele Unternehmen verstanden und investieren ins Car Sharing. Sie sehen sich immer weniger als Automobilhersteller, sondern mehr als Transportunternehmer oder Dienstleister für Mobilität.

Wer nicht clever ist, den fressen Uber und Co.

Viele andere Branchen seien nicht so clever, um sich aus eigenen Antrieb zu reformieren. Genau in diese Lücke würden dann aggressive Neulinge wie Uber und Airbnb stoßen. Statt uns in weiteren industriepolitisch motivierten Abwehrschlachten die Zeit zu verplempern, sollten wir in Deutschland ordnungspolitische Akzente setzen, um uns von den Anachronismen der untergegangenen Industriewirtschaft zu befreien, wie es der Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser in seinem Standardwerk “Deutsche Wirtschaftsgeschichte seit 1945″ ausdrückt. Wo sind klare Konzepte für einen institutionellen Rahmen zu erkennen, um uns auf die Bedürfnisse der nachindustriellen Ära auszurichten? Weder die wirtschaftlichen Eliten noch die öffentliche Meinung waren und sind sich der Realität bewusst, „dass schon Anfang der sechziger Jahre selbst bei stark rohstofforientierten Produzenten, wie der deutschen Großchemie, bis zu zwei Drittel der Wertschöpfung auf der Fähigkeit zur Anwendung von wissenschaftlich basierter Stoffumwandlungsprozesse beruhte”, schreibt Abelshauser in der erweiterten Auflage seines Opus.

Seit den neunziger Jahren sind mehr als 75 Prozent der Erwerbstätigen und ein ebenso hoher Prozentsatz der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung durch immaterielle und nachindustrielle Produktion entstanden. Die innere Uhr der politischen Entscheider ist immer noch auf die industrielle Produktion gepolt. Man merkt es an der wenig ambitionierten Digitalen Agenda der Bundesregierung, man erkennt es an den lausigen Akzenten, die in der Bildungspolitik gesetzt werden und man hört es bei den Sonntagsreden der Politiker, wenn es um Firmenansiedlungen geht. Es gibt keine Konzeption für eine vernetzte Ökonomie jenseits der industriellen Massenfertigung aus den Zeiten des Fordismus. Die Aufregung über die Share Economy ist wohl eher der Ausfluss des alten Denkens in industriekapitalistischen Kategorien, wo Anbieter und nicht Kunden Taktgeber der Volkswirtschaft waren.

Zuerst erschienen im Debattenmagazin „The European“.

Zur digitalen Kompetenz der Bundespolitik: Bundesregierung erklärt Skype.

Siehe auch:

Kunden lieben Bewertungsportale, Unternehmen mögen sie weniger.

Altehrwürdigen Musikern steht ihre Nostalgie im Weg.

Der Share Economy-Debatte fehlt die ökonomische Expertise

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Die gute alte Zeit. Die gute alte Zeit.

Wirtschaftswoche-Chefreporter Dieter Schnaas teilt die aufgeladene Debatte über die Deutungshoheit der Share Economy in zwei Lager auf. Da sei die Graswurzel-Bewegung, ursprünglich ausgehend von Trendforschern, grünen Nachhaltigkeitsfreunden und netzromantisch bewegten Piraten, die im Teilen von Files und Creative Commons das bessere Haben erblicken; die von Zugang, Teilhabe, Mitsprache, Transparenz und Emanzipation schwärmen. Dann gibt es die Deregulierungsapologeten der alten Schule, die sich von Internet-Plattformen wie „Uber“ und „Airbnb“ frischen Innovationswind versprechen. Sie freuen sich über den Angriff auf verkrustete Strukturen sowie bürokratisierte Traditionen und sehnen sich im Namen des Wettbewerbs den Todesstoß für das zünftische Denken und den Verbotsstaat herbei.

„Sie feiern die Freiheit des Smartphone-Konsumenten und die Freiheit der Jungunternehmer, die alte Regeln brechen und Geschäftsmodelle zerstören: Schumpeter lebe hoch“, so Schnaas.

Nutzen statt besitzen ist nicht naiv

Die Vorstellung, das das „Habenwollen“ an Bedeutung verlieren könne, nur weil gestreamte Musik und Filme fast nichts mehr kosten, ist nach seiner…

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Das klassische Büro wird sterben – Wunsch nach besserer Balance von Privat- und Berufsleben #Streamcamp14

Der etwas andere Arbeitsplatz

Der etwas andere Arbeitsplatz

Das klassische Büro wird wohl sterben, meint das Handelsblatt:

„Schon heute arbeitet jeder dritte deutsche Berufstätige ganz oder teilweise im Home Office. Und die Zahl wird in den nächsten Jahren weiter steigen, da sind sich Personalchefs und Arbeitsplatzforscher einig.“

Nach einer Prognose des Software-Anbieters Citrix Systems werden bis zum Jahr 2020 mehr oder weniger alle Unternehmen mobile Arbeitsmodelle anbieten.

Vor allem der Wunsch nach einer besseren Balance von Privat- und Berufsleben sei heute so groß, dass 57 Prozent der Arbeitnehmer im Tausch für einen Heimarbeitsplatz auf einen Firmenwagen verzichten würden. Das ergibt eine Umfrage der Firma Teamviewer. Fast jeder dritte Befragte würde Urlaubstage opfern und jeder Vierte könnte sich vorstellen, auf eine Beförderung zu verzichten.

Gleichzeitig versuchen Organisationen wie Google oder Facebook, Arbeit und Freizeit am Arbeitsplatz besser zu verbinden mit riesigen Spiel- und Denkflächen – „offen, flexibel möbliert, mit Kinderbetreuung nebenan – und ausgestattet mit allen technischen Möglichkeiten der Vernetzung. Das Kalkül: Mitarbeiter, die sich andauernd begegnen, sind kreativer und beschleunigen so Innovationen“, schreibt das Handelsblatt.

Beide Varianten werden zunehmen. Das Arbeiten in den eigenen vier Wänden und Arbeitsplätze, die auch das Privatleben stärker berücksichtigen.

„Nur der klassische Bürojob von acht bis vier – den wird es immer weniger geben“, resümiert das Handelsblatt.

Nach Auffassung des Dienstleistungsexperten Thomas Dehler spielen bei Work@Home-Konzepten nicht nur die sinkenden Kosten für Betriebsstätten eine große Rolle. Viel wichtiger seien aber Fragen wie die Motivation der Mitarbeiter. Wie senke ich die Krankenquote? Wie bleibe ich als Arbeitgeber attraktiv?

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Krankenquote weit unter dem Branchenschnitt liegt, bei den Festangestellten in häuslicher Umgebung. Und die Quote zur Weiterempfehlung liegt bei über 78 Prozent in unserer Belegschaft“, sagt Value5-Geschäftsführer Dehler.

Auch das Argument, dass Mitarbeiter insgesamt weniger Lebensarbeitszeit für ihre Arbeit aufwenden müssen, da Anfahrtswege und Kosten für Verkehrsmittel entfallen, würde in Personalabteilungen derzeit für Aufwind sorgen.

Arbeit müsse nach Ansicht von Dehler in Zukunft immer mehr standort- und länderübergreifend organisiert werden, was wesentliche Anstrengungen zur Etablierung des kommunikativen Rahmens, der Orientierung und der Rückmeldung in virtuellen Teams erforderlich macht.

„Die Kommunikation in Unternehmen muss professionalisiert werden und die Kommunikationsfähigkeit noch viel mehr ins Zentrum des Trainings von Mitarbeitern und Führungskräften rücken.“

“Führung auf Distanz” werde immer mehr Regel denn Ausnahme sein.

Ein Thema, das beim Streamcamp in Kooperation mit dem Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation am 18. und 19. Oktober in München aufgegriffen wird.

Thomas Mann und die audiovisuelle Flaschenpost an die Zukunft #Streamcamp14

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Medientheoretiker Thomas Mann Medientheoretiker Thomas Mann

Als audiovisuellen „Urknall unserer Literatur“ betitelt die FAZ einen einmaligen Fund unter der Signatur „Archivgut 20520“, das im Filmarchiv des Bundesarchivs ausgegraben wurde. Es ist der erste und einzige Tonfilm eines deutschen Dichters vor 1933. Und der Großdichter kann kein Anderer sein als Thomas Mann.

„Am 22. Januar 1929, einem Dienstag, kommt er zum ersten Mal in ein Tonfilmstudio, das seinerseits zu den allerersten in Deutschland zählt. Am Vorabend hatte er in der Preußischen Akademie der Künste bei der Feier zum zweihundertsten Geburtstag des Erzaufklärers Gotthold Ephraim Lessing die Festrede gehalten. Nun sitzt er im dunklen Anzug mit Weste, im weißen Hemd, mit einfarbiger Krawatte und einem blütenweißen Einstecktuch im Revers auf einem Stuhl, dessen hintere Holme über seiner Schulter wie zwei kleine Türme aufragen. Die Kamera läuft bereits. Mit einem unsichtbaren Gegenüber spricht der Studiogast noch einige nicht zu verstehende Worte, dann wird zum bewegten Bild…

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Von der Videorekorder-Anarchie zum Nachbarschafts-TV – Mit Livestreaming auf den Spuren von Berthold Brecht

Brecht und Hangout on Air

Für bewegte Bilder steht das Handwerkszeug für den digitalen Autodidakten bereit, der heute ohne Ü-Wagen, ohne Ausbildung zum Kameramann oder zur Kamerafrau, ohne Kenntnisse von Ton und Licht sowie ohne schweres technisches Gerät Fernsehen und Hörfunk machen kann. Zu jeder Zeit, an jedem Ort. Erfüllen sich damit nicht die emanzipatorischen Utopien der Schriftsteller Berthold Brecht und Hans-Magnus Enzensberger? Der Rundfunk wäre nach Meinung von Brecht der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen. Der Rundfunk müsste demnach aus dem Lieferantentum herausgehen und den Hörer als Lieferanten organisieren.

Seine Gedanken brachte Brecht zwischen 1927 und 1932 und bezogen sich natürlich „nur“ auf den Hörfunk. Er dachte an direkte Interaktion mittels Radio über ein funkbasiertes Telefonkonferenzsystem, das die Enträumlichung der Kommunikation möglich machen sollte und zwar live. Visionäre Gedanken in einer Zeit, wo man über Jedermann-Technologie für den Rundfunk noch nicht einmal in Ansätzen verfügte. Radio und später Fernsehen waren schon aus Kostengründen für Otto-Normalverbraucher unerschwinglich. Ganz abgesehen von den regulatorischen Restriktionen, denn auch das gute alte Radio war schon in den 20er- und 30er-Jahren gebühren- und genehmigungspflichtig. Hauptentscheidungsrecht über Programm, Technik und Wirtschaft besass die Deutsche Reichspost (!). Aber selbst im Jahr 1970, als Enzensberger seinen „Baukasten zu einer Theorie der Medien“ entwickelte, war man noch weit entfernt von den Bedingungen, die wir heute vorfinden.

Open Channel-Bewegung

Wie auch Brecht fordert er, dass die Distributionsapparate in Kommunikationsapparate umgewandelt werden. Dazu müssten alle Medien offenstehen. Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich ungehindert zu informieren und auszutauschen. Und das gehe nur, wenn man die Trennung zwischen Produzenten und Rezipienten überwindet. Ob die dann produzierten Beiträge dem Gemeinwohl dienen, wie Enzensberger forderte, ist nicht die entscheidende Frage. Der Zugang zu Medien ist wichtiger. Insofern ist Widerspruch angesagt, wenn Medienwissenschaftler wie Joachim Paech die von Brecht und Enzensberger vertretenen Positionen als falsch werten, weil es für die Mehrheit nicht möglich sei, die Technik richtig zu bedienen. Wenn man sich anschaut, welchen Aufwand diverse TV-Piratensender in den 70er Jahren mit simpler Videorekorder-Technik treiben mussten, um über „Open Channel“ einige Häuser im eigenen Stadtviertel erreichen zu können, wird man den Unterschied zu den Optionen von Diensten wie Hangout on Air schnell erkennen. Damals reichte der Radius nur bis zu regionalen Initiativen, Protestaktionen und Nachbarschaftsfesten. Heute ist beides möglich: Jedermann-TV für die Nachbarschaft – also hyperlokale Formate, die beispielsweise der Marketingexperte Günter Greff für seinen neuen Heimatort Perinaldo in Ligurien plant – und Formate mit internationaler Ausrichtung. Mobil und stationär sind die Möglichkeiten zum Senden und Empfangen von Audio- und Videobeiträgen nahezu unbegrenzt.

Das bekommt auch das klassische Fernsehen zu spüren, nicht nur durch Dienste wie Hangout on Air.Mit Diensten wie Apple TV, Watchever, Netflix oder Amazon wird sich der Niedergang des linearen Fernsehprogramms verstärken. Das TV-Gerät wird wohl auch in Zukunft im Wohnzimmer stehen – also der Bildschirm. Die Inhalte bestimmen aber nicht mehr ARD, ZDF und Co., die Inhalte bestimmen die Zuschauer selber. Die TV-Macher sehen die Gefahr des Niedergangs bislang nicht: Ein Beispiel für Realitätsverdrängung lieferte beispielsweise ZDF-Sprecher Alexander Stock mit Blick auf die Original Channels von YouTube. Hierbei handelt es sich um werbefinanzierte und somit kostenfreie Spartenkanäle.

„Eine Wirkung auf den TV-Markt werden diese webbasierten Plattformangebote nicht haben. Dafür ist die Internetnutzung am TV-Gerät zu gering.“

Die Reaktion von ARD-Programmdirektor Volker Herres geht in die gleiche Richtung:

„Für uns sind neue Themenkanäle keine Konkurrenz. Das Erste werde seine Schwerpunkte anlässlich des Starts des Youtube-Programms nicht verändern“.

Diese Einschätzung könnte sich rächen:

Technikrevolutionen starten im Kinderzimmer

„Es ist besser, eine solche Herausforderung, die zu Beginn nur Teile des eigenen Geschäftsmodells gefährdet, früh anzunehmen und darauf zu reagieren. Denn gerade Werbekunden könnten an den zielgruppenspezifischeren Angeboten der YouTube-Channel einen großen Gefallen finden. Und jüngere Zielgruppen, die bereits heute regelmäßig Youtube nutzen, nehmen das Angebot gerne in Anspruch nehmen. Durch den individuellen Abruf verschiedener Clips kann man nicht nur ein individuelles Spartenprogramm erstellen. Es lässt sich sogar problemlos auf mobilen Geräten wie Handys und Tablet-PCs abrufen – und nicht nur bei Internet-tauglichen Smart-TVs. So besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass sich für immer mehr Nutzer das klassische Lean-Back-TV zu einem Lean-Forward-TV entwickelt. Und man hat den Eindruck, dass beitragsfinanzierten TV-Anstalten darauf nicht vorbereitet sind“, so Professor Ralf T. Kreutzer, Co-Autor des Buches „Digitaler Darwinismus – der (stille) Angriff auf Ihr Geschäftsmodell und Ihre Marke – Welche Macht Social Media wirklich innewohnt“.

Videokommunikation ist spätestens seit den Erfolgen von Diensten wie Skype oder Google-Hangout ein beherrschendes Thema für Beruf und Freizeit:

„Vor allem die Erfahrungen aus der privaten Nutzung übertragen sich auf die Wirtschaftswelt“, so die Erfahrung von Johannes Nowak, Produktmanager Aastra, die sich auf Kommunikationstechnologie spezialisiert haben.

Wer wissen will, wie die Kommunikation von morgen aussieht, sollte vor allem einen Blick in die Kinderzimmer werfen. Dagegen muten viele Büros heute noch altertümlich an. Aber auch das ändert sich. Ausführlich nachzulesen in: Live Streaming mit Hangout On Air: Techniken, Inhalte & Perspektiven für kreatives Web TV, Hanser Verlag.

Heute Abend stelle ich das Opus in der Siegburger Literaturbuchhandlung R² vor. Moderiert wird der Abend vom ehemaligen WDR-Hörspielchef Wolfgang Schiffer. Co-Autor Hannes Schleeh wird aus Bayern dazu geschaltet.

Wer nicht um 20 Uhr nach Siegburg vorbeikommen kann, für den bieten wir natürlich eine Liveübertragung via Hangout on Air. Ist ja Ehrensache 🙂

Und wer Livestreaming mit Kennern der Szene ausprobieren möchte, sollte am 18. und 19. Oktober zum Streamcamp nach München kommen.