Feindbild Google: Rhetorische Kraftprotzereien statt kartellrechtliche Klarheit

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Angst vor Google? Angst vor Google?

Sigmar Gabriel und andere Schwergewichte des Merkel-Kabinetts überbieten sich zur Zeit mit martialischen Wortmeldungen, um zu demonstrieren, wie man einen amerikanischen Konzern an die kurze Leine nimmt. Der Wirtschaftsminister erwägt gar die Zerschlagung oder Entflechtung von Google. Das Bundeskartellamt soll kartellrechtsähnliche Regulierungen prüfen, die Monopolkommission könnte ein Sondergutachten schreiben und vielleicht lässt sich ja auch die NATO motivieren, Barrieren gegen den Konzern aus Mountain View zu errichten (kleiner Scherz). Aber gerade vom Bundeskartellamt und den Wissenschaftlern der Monopolkommission kommen ganz andere Töne.

„Marktbeherrschung ist nicht illegal und einen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung von Google muss man erst einmal nachweisen“, sagt Professor Justus Haucap, Mitglied der Monopolkommission, im ichsagmal-Gespräch.

Er verweist auf die langwierige Untersuchung der Federal Trade Commission (FTC) in den USA, die im Januar des vergangenen Jahres abgeschlossen wurde:

„Dort wurde Google einstimmig von dem Vorwurf des so genannten Search Bias freigesprochen. Es sei nicht nachweisbar…

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Requiem der Netzverlierer, NSA-Verharmloser und LSR reloaded: Was hinter den Sirenen-Gesängen gegen Google steckt

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Was wird Google jetzt tun? Was wird Google jetzt tun?

Mal klagt der stationäre Einzelhandel über die vermeintliche Allmacht von Amazon mit weinerlichen Statements über den Smartphone-Beratungsklau, kleistert Schaufenster mit schwarzen Pappen zu und verweist auf die so wunderhübsche Urbanität von auswechselbaren Fußgängerzonen mit dem Flair von bepissten Blumenkübeln. Mal wettert der Datenschutz-Deichgraf über die tückische Herrschaft von Facebook und erklärt jedem Like-Button in seinem Bundesland den Krieg. Und immer wieder muss Google als Projektionsfläche für aufgeregte Jägerzaun-Hausmeister, besorgte Bürgermeister, zerknirschte Verleger, analoge Gesternmanager und fürsorgliche Kindermädchen-Politiker herhalten, um uns Internet-Nutzer vor dem Fegefeuer des teuflischen Suchmaschinen-Giganten zu bewahren.

Schaut man sich die Koalition der Google-Heulsusen an, entdeckt man sehr viele Parallelen zu den Leistungsschutz-Gichtlingen, die sich über Schutzrechte noch ein Weilchen über Wasser halten wollen mit freundlicher Unterstützung der politischen Klasse in Berlin und Brüssel.

Dann gibt es die NSA-Verharmloser, die die Datenschutz-Verordnung der EU blockieren, davor warnen, sich in der Debatte allzu sehr…

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Fluthilfe für Bosnien und Serbien: Bitte um Geldspenden für Help!

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Flutkatastrophe in Bosnien und Serbien Flutkatastrophe in Bosnien und Serbien

Sintflutartige Regenfälle haben in Südosteuropa zu schweren Überschwemmungen geführt. Die serbische und bosnische Regierung haben den Notstand ausgerufen. Die betroffenen Familien in den überschwemmten Gebieten sind weitestgehend von der Außenwelt abgeschlossen, Tausende mussten evakuiert werden und sind auf Hilfe angewiesen. Help ist seit den 1990er Jahren in Südosteuropa aktiv und derzeit mit Regionalbüros in Bosnien, Serbien und Montenegro vertreten. Das lokale Team von Help hat sofort reagiert und unterstützt die betroffenen Menschen in den Hochwassergebieten von Bosnien und Serbien, beteiligt sich mit Booten an der Evakuierung und setzt Wasserpumpen in den Flutgebieten ein. Außerdem verteilt Help Nothilfepakete mit Wasser, Nahrungsmitteln und Decken an betroffene Familien.

Help bittet dringend um Spenden zur Unterstützung der Flutopfer. Ich kenne die Hilfsorganisation in Bonn sehr gut, aber noch besser kenne ich die betroffenen Regionen, da die Familie meiner Frau dort lebt. Tolle und hilfsbereite Menschen, die unter sehr schweren…

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Der Staat als Einkäufer

Benjamin Wittekind

Benjamin Wittekind

Viele Unternehmen in Deutschland schenken den Geschäftsmöglichkeiten mit öffentlichen Auftraggebern nicht genügend Aufmerksamkeit und haben häufig Respekt vor den Markteintrittshürden. Stichwort: Vergaberecht. Dabei sind Bund, Länder und Kommunen mit einem Volumen von etwa 300 Milliarden Euro im Jahr die größten Einkäufer von Waren und Dienstleistungen in Deutschland.

„Der Public Sektor zeichnet sich durch viele Besonderheiten aus: Es braucht lange Zeit und viel Erfahrung, um den Bedarf der öffentlichen Auftraggeber genau zu kennen, alle Marktteilnehmer im Blick zu haben und die komplexen öffentlichen Ausschreibungen zu bewältigen“, so Benjamin Wittekind vom Düsseldorfer Beratungsunternehmen SearchConsult.

Mit den richtigen Experten an Bord gelinge es Unternehmen schneller, erfolgreich mit öffentlichen Auftraggebern ins Geschäft zu kommen.

„Auch staatliche Institutionen setzen bei der Suche nach Experten wie CIOs oder Compliance-Experten auf die Dienstleitungen von SearchConsult“, so Wittekind.

Unter seiner Leitung gründete SearchConsult Mitte 2013 die Unit Public Solutions & Defence, um Mandate im Public-Umfeld auszubauen und systematischer bedienen zu können. Die Unit verfüge über hochqualifizierte Spezialisten für die weltweite Besetzung von technologieübergreifenden Fach- und Führungspositionen im Public- und im Defence-Markt, so Wittekind.

Der studierte Politikwissenschaftler Wittekind, 39 Jahre, ist Experte im Public-Sector-Umfeld. Nach dem Abitur nahm er die Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr (Marine), studierte begleitend Politikwissenschaften und machte einen Executive Master of Business Administration (MBA). Bei der Bundeswehr übernahm er diverse Aufgaben: Nach seiner Ausbildung als Marineoffizier und diversen Führungstätigkeiten war er anschließend im Leitungsstab des Bundesministerium der Verteidigung, später dann dem Presse- und Informationsstab des Ministeriums angehörig. Nach seiner Bundeswehrzeit war Wittekind von 2007 bis 2010 Manager der Geschäftsentwicklung und Marketing bei einem großen nationalem IT-Beratungshaus mit Fokus Public / Defense. Nach weiteren zwei Jahren als Direktor Vertrieb Behörden für eine Spezialsoftware, wechselte er 2011 als Vorstand zur BGS Beratungsgesellschaft Software Systemplanung AG (ebenfalls Fokus auf Public / Defense), welche von der DATAGROUP, einem deutschen Systemhaus übernommen wurde. Hier war Wittekind bis Frühjahr des Jahres 2013 Geschäftsführer.

#HOD14 – Mehr als die Hälfte der Beschäftigten können mobil arbeiten….in der Schweiz: Deutschland braucht bessere Infrastruktur

Home Office-Belegschaft

Home Office-Belegschaft

Die Initiatoren Microsoft, SBB, Swisscom und Witzig The Office Company haben am 15. Mai mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und Umwelt bereits zum fünften Mal zum nationalen Home Office Day aufgerufen und mit zahlreichen Anlässen, wie zum Beispiel dem ersten Freiluftbüro auf dem Waisenhausplatz in Bern, auf die Vorteile von Arbeitsflexibilität aufmerksam gemacht. Dank den über 25 teilnehmenden Coworking Locations, die ihre Arbeitsplätze gratis zur Verfügung gestellt haben, gab es in allen Regionen der Schweiz Mitmach- und Experimentiermöglichkeiten.

Eine repräsentative Erhebung bei berufstätigen Personen in der Deutsch- und der Westschweiz zeigt erstmals, wie viele Personen mobil arbeiten und wie viele Tage sie im Home Office verbringen. Nach der Umfrage können von den 4,5 Millionen Beschäftigten in der Schweiz mehr als die Hälfte (54 Prozent) grundsätzlich aufgrund ihrer Arbeitsaufgabe schon heute mobil arbeiten. Ein Viertel der Beschäftigten, also etwas mehr als 1 Million Menschen, tut dies bereits mehrmals im Monat oder sogar mehrmals in der Woche. 11 Prozent arbeiten eher selten mobil – also einmal im Monat oder weniger. Weitere 13 Prozent könnten mobil arbeiten, tun es aber nicht, weil es ihnen entweder nicht erlaubt ist oder weil ihnen die nötige Technologie fehlt. Nur ein geringer Teil der Beschäftigten (7 Prozent) möchte explizit nicht mobil arbeiten.

Die Onlineumfrage wurde im Auftrag der Home Office Day-Initiative durch die intervista AG durchgeführt und stand unter der Leitung der Hochschule für Angewandte Psychologie, Fachhochschule Nordwestschweiz. Im Gegensatz zu anderen Studien wird mobile Arbeit konkretisiert als Arbeit, die an verschiedenen Orten mit Notebook, Smartphone oder Tablets und Internetanschluss geleistet wird.

Freies WLAN in Restaurants

Um dem zunehmenden Mobilitätsbedürfnis gerecht zu werden, hat die Brancheninitiative ein neues Arbeitsplatzangebot lanciert und das Label „Workfriendly Space“ eingeführt. Es signalisiert Wissensarbeitern, dass sie beispielsweise in Restaurants zum Arbeiten verweilen können und dass Sitzplätze sowie Stromanschluss und Gratis-WLAN zur Verfügung stehen.
Bereits dabei sind die Coop Restaurants, Migros Restaurants und Migros Take Aways sowie die Ketten „Coffee & Friends“ und „cha chã – positive eating“. Aber auch lokale Betriebe wie die Turnhalle Bern oder das Rock Garden Restaurant haben sich der Initiative angeschlossen.

Der Home Office Day bietet nach Ansicht von Value5-Geschäftsführer Thomas Dehler auch für Deutschland eine gute Gelegenheit, um über die Notwendigkeit dezentraler Arbeit oder Telearbeit nachzudenken und neben organisatorischen sowie rechtlichen Fragen einen fokussierten Blick auf die technischen Voraussetzungen und somit Machbarkeiten für die Arbeit in den eigenen vier Wänden zu legen.

Abschied vom Anwesenheitswahn – Taten müssen folgen

Für den Betrieb von Telearbeitsplätzen gelten Auflagen und Rahmenbedingungen, die es von Datenschutz bis hin zu IT-Sicherheitsrichtlinien und weiteren Verwaltungs- und Unfallverhütungs-Vorschriften auch am Heimarbeitsplatz zu erfüllen gilt. Doch wie schaut es mit der technischen Basis aus, also der Breitband-Anbindung, genauer deren Verfügbarkeit und Stabilität aus?

„Besonders in strukturschwachen Regionen sollten mehr Anstrengungen unternommen werden, die digitale Infrastruktur zu verbessern und den Menschen neue Perspektiven für den Arbeitsmarkt zu bieten“, so Dehler, Dienstleister und Betreiber einer Cloudbelegschaft.

Der demographische Wandel ist geprägt von Regionen, die durch ihre urbane Struktur überhaupt kein Problem bei qualifizierten Arbeitskräften haben. Aber es gibt immer mehr Regionen, die zurückbleiben. Bislang hat man diese Entwicklung nur in Ostdeutschland vermutet, mittlerweile gibt es diese Entwicklung auch in Westdeutschland. Es ist also ein generelles Problem, dass manche Regionen regelrecht ausbluten, da die Überalterung zusätzlich damit verbunden ist, dass die jungen und mobilen Leute diese Regionen verlassen.

„Wenn Arbeitsministerin Andrea Nahles den Abschied vom Anwesenheitswahn in Unternehmen fordert, sollte Infrastruktur-Minister Alexander Dobrindt schleunigst mit Taten folgen. Wir sollten es für eine Industrienation technisch uneingeschränkt können und müssen die Arbeit dort hinbringen, wo die Menschen leben. Gerade für dezentrales Arbeiten als Cloudbelegschaft, in räumlich verteilten Teams, brauchen wir eine Breitbandigkeit, die diesen Namen auch verdient. Strukturschwache Regionen muss man mit einer besseren digitalen Infrastruktur aufwerten“, fordert Dehler.

Teufelskreis in strukturschwachen Gebieten durchbrechen

Wenn Bund und Länder diese Impulse nicht endlich setzen, werde nichts passieren.

„Da stecken wir in einem Teufelskreis. Jene Regionen, in denen Firmen abwandern oder Nachwuchskräfte das Dorf oder den ländlichen Raum verlassen, büßen entsprechend Steuer- und Gebühreneinnahmen ein. Es fehlen Finanzmittel, um Infrastruktur zu finanzieren. Eine Kommune kann diese Beträge dann nicht mehr selber stellen“, erläutert Dehler.

Die Absichtserklärungen der Großen Koalition zur digitalen Agenda seien bislang nur Lippenbekenntnisse. Es gebe bislang keine Haushaltsmittel, die für eine Modernisierung des Internets bereitgestellt werden.

„Für den Arbeitsmarkt ist das keine gute Botschaft“, resümiert der Value5-Geschäftsführer.

In Deutschland findet der Home Office Day am 13. November statt – mal schauen, ob es da ähnliche Impulse gibt wie in der Schweiz.

Der Charme des Unperfekten: Warum ich die Krautreporter nun doch unterstütze

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Die Betonung liegt auf HEITER Die Betonung liegt auf HEITER

In den ersten Tagen nach dem Start des ambitionierten Krautreporter-Projektes reagierte ich reflexhaft mit Skepsis. Da ist einiges holprig angelaufen. Bezahlfunktion eher bescheiden, kein klassisches Crowdfunding-Projekt, Arbeitsproben liegen nicht vor, das Wort „Abo“ wirkt abschreckend (wo ich doch alle Abonnements in den vergangenen Jahren gekündigt habe) und, und, und.

Dass man die Pressekonferenz auf Dienstag angesetzt hatte, um in die einschlägig bekannten Freitagsmedien reinzukommen (Thomas Knüwer sprach im Digitalen Quartett von Horizont und w&v), dort aber wohl keine Unterstützer zu finden sind, entspricht wohl den Tatsachen. Aber auch die Erfahrung muss erst einmal gemacht werden.

Dann habe ich über meine eigenen Projekte nachgedacht, die ich in den vergangenen Jahren mehr oder weniger erfolgreich gestartet habe. Etwa das Startnext-Ding namens „Unbuch über die Streaming-Revolution“ – gemeinsam mit Hannes Schleeh. Das war so eine Art eierlegende Wollmilchsau über Jedermann-TV mit dem Google-Dienst Hangout on Air…

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Three Ways to Enhance Your Homepage

WordPress.com News

Many people turn to WordPress.com to set up a website: either one that moves the blog from the homepage to showcase work in a different way, or off the site entirely to create a brochure site for their business. Today, we’ll look at three ways to make your homepage even more awesome.

(If you’re new to WordPress.com, welcome! Here’s some information about setting up a homepage on your site.)

Create a synopsis in your sidebar

textwidget When someone lands on your homepage, you have but a few seconds to help them understand precisely what your site is about. Text Widgets are a great way to display a few sentences that describe your site or your business offering, list your address and hours of operation, or even share a customer testimonial.

To add a Text Widget, go to Appearance → Widgets to drag the Text Widget into your sidebar and customize the…

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Jobfrust durch schlechte Bezahlung und lange Arbeitswege

Frust

Frust

Was lässt die Motivation von Angestellten am schnellsten in den Keller sinken? Eine US-Umfrage bringt es auf den Punkt: Wer schlecht bezahlt wird und extrem lange im Berufsverkehr unterwegs sein muss, der ist mit seinem Job unzufrieden, berichtet Meedia:

„Weitere Motivationsdämpfer sind übermäßig lange Arbeitszeiten, störende Kollegen, eine mangelnde Work-Life-Balance, fehlende Karrierechancen, keine Möglichkeiten zur Verbesserung, schwierige Vorgesetzte und die Angst davor, gefeuert zu werden.“

Da müssten eigentlich dezentrale Arbeitsplätze, Distanz-Management und Homeoffice-Angebote wie Pilze aus dem Boden schießen. Das ist allerdings noch nicht der Fall – zumindest in Deutschland, wie ein Interview mit Thomas Dehler von Value5 belegt: DAS EINZIGE, WAS WIR BEI DEZENTRALER ARBEIT NICHT SCHAFFEN, DIE GEBURTSTAGSTORTE GEMEINSAM ANSCHNEIDEN.

Into the Wild – Datenbrillen auf der re:publica

Innenhof der republica 2014 Innenhof der republica 2014 Foto: Schleeh

Braucht man in der Wildnis Datenbrillen? Anscheinend, denn das Motto der diesjährigen re:publica war „Into the Wild“. Ich habe in der realen Wildnis auf dem Gelände der Station Berlin noch nie so viele verschiedene Datenbrillen auf einem Fleck versammelt gesehen. Selbst die IT-Messe CeBIT 2014 konnte der re:publica in diesem Punkt nicht das Wasser reichen.

Fake Google Glass aus dem 3D Drucker Meine Fake Google Glass aus dem 3D Drucker auf der re:publica 2013

Auf dem letzten Treffen der Internetgemeinde in 2013 war ich mit meinem Fake-Modell der Google Glass der Einzige mit einer Datenbrille. Das brachte mir damals eine sehr große Aufmerksamkeit und machte mein Newbie-Debüt auf Europas größter Veranstaltung dieser Art zu einem vollen Erfolg. In diesem Jahr hätte sich kein Blogger, Nerd oder Journalist nach mir auch nur umgedreht, hätte ich das Ding aus dem 3D-Drucker wieder auf der Nase gehabt. Denn wer fällt schon auf ein Fake rein, wenn es das Original zu sehen und zum Aufsetzen gibt.

Matthias Greiner und Hannes Schleeh mit Epson Moverio am Metaio Stand auf der republica 2014 Matthias Greiner und Hannes Schleeh mit Epson Moverio am Metaio Stand auf der republica 2014 Foto: Anett Gläsel-Maslov

Am Stand meiner Lieblingsfirma für Augmented Reality, Metaio ging es zu wie beim Cyper-Optiker. Hatten die Kollegen aus München nicht nur eine echte Google Glass, sondern auch ein Modell der Datenbrille von Epson am Stand in der Eingangshalle. Direkt daneben, hinter den Schuhen für Atheisten gab es den „Demonstrator“ des Fraunhofer Instituts COMMED aus Dresden zu bewundern.

Doch damit nicht genug. Am dritten Tag der re:publica, nachdem die Media Convention Berlin in der Halle dahinter der Droidcon Platz gemacht hatte, waren in gerade einmal zwanzig Metern Entfernung ein Prototyp der neuen Sony Datenbrille und die am Vortag in den USA erschienene Epson Moverio BT-200 am Epson Stand verfügbar. Ich war begeistert und habe sie alle aufgesetzt und ausgetestet. Mein Partner und Bloggercamp.tv Kollege Gunnar Sohn hat mich schon als „Brillenschlange“ bezeichnet.

Hannes Schleeh mit der echten Google Glass auf der republica 2014 Foto Adrian Hannes Schleeh mit der echten Google Glass auf der republica 2014

Womit er nicht ganz Unrecht hatte der liebe Gunnar, ich habe jede der Brillen ausprobiert und auf der Nase gehabt. Hier mein Vergleich und Fazit:

Google Glass Augmented Reality auf der re:publica 2014 Hannes Schleeh mit Google Glass Foto: Anett Gläsel-Maslov

1. Google Glass

Die kleinste und leichteste Brille, damit wäre die Glass auch die Unauffälligste. Leider ist sie Dank des Herstellers Google besonders in Deutschland nicht wohl gelitten. Die Glass ist nur in einem vorhandenen WLAN autark ohne Smartphone zu tragen. Hält aber bei hoher Beanspruchung wie Video oder Augmented Reality nur 15 bis 20 Minuten durch. Mit 1.500 Dollar plus Steuer ist die Glass derzeit noch sehr teuer. Da sich der Durchsichtbildschirm über und nicht vor dem Auge befindet, ist die Glass eigentlich keine „echte“ Augmented Reality Brille.

Google Glass republica 2014 Google Glass republica 2014 Foto: Schleeh

Über die Google Glass habe ich mich auch mit dem ehemaligen Google Pressesprecher, Stefan Keuchel unterhalten. Er bedauert genau wie ich, dass Google die Videochatfunktion softwareseitig abgestellt hat. Keuchel hält diese Feature genau wie die Navigation mit der Datenbrille für die Killer Applikationen. Auch eine Einbindung in einen Hangout on Air ist mittlerweile damit nicht mehr legal möglich.

Hannes Schleeh mit einer Epson Moverio BT 200 auf der republica 2014 Hannes Schleeh mit einer Epson Moverio BT 200 auf der republica 2014 Foto: Anett Gläsel-Maslov

2. Epson Moverio BT-200

Die Moverio BT-200 ist die derzeit einzige in großen Stückzahlen zu einem nachvollziehbaren Preis erhältliche „echte“ Augmented Reality Brille. Mit 699,99 Dollar mehr als die Hälfte günstiger als eine Google Glass. Für diesen Preis bekommt der Käufer aber auch ein viel größeres Volumen und eine Datenbrille mit ausgelagerter Prozessoreinheit und Batterie. Deshalb muss man mit einem etwa vier Millimeter dicken Kabel vom Kopf zur Steuereinheit leben. Aber diese Brille verdient den Namen Augmented Reality Brille wirklich. Mit zwei großen, die Augen überdeckenden durchsichtigen Bildschirmen bietet sie eine echte Augmentierung der Wirklichkeit. Metaio hat damit die erste reine Anwendung ohne unterlegtes Kamerabild für seinen Junaio Browser entwickelt und auf der re:publica 2014 gezeigt. Auch 3D-Bilder sind damit möglich.

Marc Antoine Godfroid at the Epson booth republica 2014 Marc Antoine Godfroid at the Epson booth republica 2014 Foto: Schleeh

Epson arbeitet schon an der dritten Ausgabe, denn die Moverio hat eine Vorgänger Version, die die jetzige um 60 Prozent in Gewicht und Größe überragt. Eric Mizufuka, der für den amerikanischen Markt verantwortliche Produktmanager für die Moverio hat in einem Webinar auf diesen massiven Miniaturisierungs Fortschritt verwiesen. Leider ist die Datenbrille, laut Aussage des Europa Verantwortlichen Marc Antoine Godfroid nicht von Google zertifiziert. Somit kann man kein Google Plus Profil auf der mit Android 4.0.4 ausgestatteten AR-Brille einrichten um an einem Hangout oder Hangout on Air teilzunehmen. Die Brille kann via Bluetooth oder WLAN an das Internet angebunden werden.

Hannes Schleeh mit der Sony Augmented Reality Brille auf der republica 2014 Hannes Schleeh mit der Sony Augmented Reality Brille auf der republica 2014 Foto: Sony Mitarbeiter

 3. Sony Smart Glasses

Ein ähnliches Konzept wie die Epson hat Sony in seiner auf dem Mobile World Congress erstmals vorgestellten Smart Glass umgesetzt. Allerdings ist die Anzeige nur monochrome grün und erinnert ein wenig an die ersten Computerbildschirme. Damit lassen sich aber die Gläser viel kleiner halten und die Sony sieht fast aus wie eine normale Brille, wenn das Kabel zur Steuereinheit nicht wäre.

Augmented Reality durch die Sony Brille republica 2014 Augmented Reality durch die Sony Brille republica 2014 Foto: Schleeh

In diesem Punkt sind sich die beiden japanischen Hersteller einig. Der gezeigte Prototyp hatte sehr zu meiner Verwunderung auch keine Ohrbügel. So muss man das Teil wie ein Monokel auf der Nase ständig festhalten. Ich hoffe das wird noch geändert. Für den Einsatz als Terminator-Terminal müsste dann noch die Farbe der Anzeige in rot geändert werden.

Hannes Schleeh mit dem Demonstartor von Fraunhofer COMMED auf der republica 2014 Hannes Schleeh mit dem Demonstrator von Fraunhofer COMMED auf der republica 2014 Foto: Schleeh

4. Fraunhofer COMMED Demonstrator

Kein fertiges Produkt und auch nur eine Anwendung kann man auf der Datenbrille des Fraunhofer Instituts COMMED betrachten. Die zugegebenermaßen optisch am fragwürdigsten aussehende Datenbrille bietet enorme innere Werte. Fraunhofer hat es geschafft ein OLED-Display zu produzieren und patentieren, das zu jedem Farbpixel ein auf die Augen gerichtetes Kamerapixel besitzt. Damit lassen sich die Augenbewegungen tracken. Der Demonstrator zeigt dies an einer Welttkarte, die man in sein Blickfeld eingeblendet erhält. Durch eine Veränderung der Blickrichtung verschiebt sich die Weltkarte zum angesehenen Punkt. Die monochrome Farbe hat dieser Demonstartor mit der Sony gemeinsam. Anscheinend lieben die Entwickler von Prototypen die grüne Leuchtschrift. Fraunhofer verkauft und lizenziert diese Technologie, wie mir Dr. Konrad Crämer im Live-Interview auf der re:publica verriet. Sowohl Epson als auch Metaio und Sony haben sich diese Technologie am Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung angesehen. Mal sehen wer sie zuerst in seinen zukünftigen Produkten integriert.

5. Weitere Augmented Reality Datenbrillen

Gefehlt haben nur noch die Vuzix, Meta, RenconJet, Atheer One, und last but not least aus Italien, Europa die Glassup oder kennt Ihr noch weitere Augmented Reality Brillen, die schon gezeigt wurden? Wenn ja schreibt mir bitte in einem Kommentar dazu, welche Ihr noch kennt.

Fazit:

Am coolsten ist immer noch die Google Glass. Allein der Formfaktor und die Größe sprechen für diese Datenbrille. Auch die Farbe im Bild spricht für die Glass. Das beste Augmented Reality Erlebnis bietet die Epson Moverio. Damit hat man einen riesigen Flatscreen vor den Augen und die Junaio Anwendung von Metaio ist ein Riesenschritt in Richtung Augmented Reality ohne Kamerakrücke. Wer es selbst ausprobiert hat wird mir zustimmen, wenn ich das als immersive bezeichne. Von der Form und der Anmutung finde ich die Sony am Besten. Sie sieht auf den ersten Blick wie eine ganz normale Brille aus und ist damit, bis auf die fehlenden Bügel am unauffälligsten und tragbarsten. Die Fraunhofer Brille ist als Versuchsträger oder Demonstrator kein Endkundenprodukt, zeigt aber wohin die weitere Integration gehen wird. Auf der CeBIT 2013 musste ich für die gleiche Leistung an einem Messestand noch zwei Brillen übereinander aufsetzen und hatte die Augmentierung dann nur auf einem Auge.

Zwei Datenbrillen auf einem Kopf Augmented Reality und Eyetracking in zwei Devices auf der CeBIT 2013 Zwei Datenbrillen auf einem Kopf Augmented Reality und Eyetracking in zwei Devices auf der CeBIT 2013 Foto: Gunnar Sohn

Wenn wir uns einmal virtuell die ideale Datenbrille aus den Beispielen zusammenbauen, dann ist das ein Gerät mit dem Aussehen und Formfaktor der Sony, an der mich die dünnen Gläser und kaum sichtbar eingeschliffenen Spiegel fasziniert haben. Das Ganze mit den OLED Displays des Frauenhofer COMMED, damit die Brille weiß wohin der Nutzer blickt und in der Farbenpracht und Klarheit der Epson Moverio, ohne externe Steuerung und Kabel wie bei der Google Glass. Das wäre ein Traum.

Crosspost von schleeh.de