Bonner Science TweetUp und Netzdiskurs mit einem klagenden Telekom-Chef – Über die Datenmisere der Netzbetreiber #wiss14

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Da freuten wir uns noch auf die Netzdebatte in der Bundeskunsthalle Da freuten wir uns noch auf die Netzdebatte in der Bundeskunsthalle

Sind Netzbetreiber wie die Telekom die geschundenen Esel, die für Silicon Valley-Riesen wie Google die schweißtreibende Arbeit für die Bereitstellung der Infrastruktur leisten müssen, damit die Internet-Stars ihre Datengeschäfte machen können? Oder waren die Telekommunikations-Konzerne einfach zu blöd, attraktive Geschäftsmodelle im Internet zu etablieren – stationär und mobil? Aktuell muss Google als Feindbild für die Telekom herhalten, um das lecken der eigenen Wunden erträglicher zu machen. Diesen Eindruck gewann man jedenfalls beim Auftakt der Follow me-Auftaktveranstaltung in der Bundeskunsthalle mit dem Telekom-Chef Timotheus Höttges, Netzaktivist Markus Beckedahl, Kryptographie-Professor Jörn Müller-Quade und der Medienwissenschaftlerin Caja Thimm.

Um die Klagelieder der Telekom etwas besser zu beurteilen, lohnt ein Blick auf die Versteigerung der UMTS-Lizenzen vor rund vierzehn Jahren, die die Netzbetreiber kurzseitig in Champagner-Laune versetzte.

50,8 Milliarden Euro spielte die Vergabe der Mobilfunk-Lizenzen in die Kasse des Bundes. Vier Jahre später…

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Mit der Wirklichkeit interagieren – Neue Technologie „Thermal Touch“ von Metaio

Thermal Touch Schach Thermal Touch Schach Foto: Metaio GmbH

Thermal Touch nennt Metaio seine Neuentwicklung im Bereich Augmented Reality. Damit meint das Münchener Software Unternehmen eine neue Technologie, die mit Hilfe einer Infrarot-Kamera kombiniert und einer handelsüblichen Smartphone-Kamera eine ganz neue Interaktion mit realen Gegenständen ermöglicht. Man muss sich das so vorstellen, das ein vom Menschen berührter Gegenstand an der Kontaktstelle durch die Berührung in der Regel erwärmt wird. Dadurch bleibt auf dem Gegenstand ein kurzzeitiger thermaler Fingerabdruck zurück, den die Infrarot-Kamera sehen kann. Diese Information wird nun in der Augmented Reality Software verarbeitet. Damit kann mit realen Gegenständen interagiert werden. Weiterlesen

Koalition der digitalen Verlierer klagt über Google – Für hausgemachte Geschäftsprobleme ist nicht das Kartellrecht zuständig @haucap

Google allmächtig?

Google allmächtig?

Mal klagt der stationäre Einzelhandel über die vermeintliche Allmacht von Amazon mit weinerlichen Statements über den Smartphone-Beratungsklau, kleistert Schaufenster mit schwarzen Pappen zu und verweist auf die so wunderhübsche Urbanität von auswechselbaren Fußgängerzonen mit dem Flair von bepissten Blumenkübeln. Mal wettert der Datenschutz-Deichgraf über die tückische Herrschaft von Facebook und erklärt jedem Like-Button in Ostfriesland den Krieg. Und immer wieder muss Google als Projektionsfläche für aufgeregte Jägerzaun-Hausmeister, besorgte Bürgermeister, zerknirschte Verleger, analoge Gestern-Manager und fürsorgliche Kindermädchen-Politiker herhalten, um uns Internet-Nutzer vor dem Fegefeuer des teuflischen Suchmaschinen-Giganten zu bewahren.

Schaut man sich die Koalition der Google-Heulsusen an, entdeckt man sehr viele Parallelen zu den Leistungsschutz-Gichtlingen, die sich über Schutzrechte noch ein Weilchen über Wasser halten wollen mit freundlicher Unterstützung der politischen Klasse in Berlin und Brüssel. Verwundert bin ich über die Google-Angst von Springer-Chef Matthias Döpfner, der doch bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit den Gewinnen herum protzt, die er mit seinem Unternehmen im Online-Geschäft einheimst. Aber es könnten ruhig noch ein paar Euro mehr sein, um Friede Springer bei Laune zu halten.

Dann gibt es die NSA-Verharmloser, die die Datenschutz-Verordnung der EU blockieren, davor warnen, sich in netzpolitischen Debatten allzu sehr auf die NSA zu versteifen, im gleichen Atemzug Spionage-Werkzeuge einkaufen und Lippenbekenntnisse für den Datenschutz abgeben.

Rhetorische Kraftprotzereien statt kartellrechtliche Klarheit

Sigmar Gabriel und andere Schwergewichte des Merkel-Kabinetts überbieten sich zur Zeit mit martialischen Wortmeldungen, um zu demonstrieren, wie man einen amerikanischen Konzern an die kurze Leine nimmt. Der Wirtschaftsminister erwägt gar die Zerschlagung oder Entflechtung von Google. Das Bundeskartellamt soll kartellrechtsähnliche Regulierungen prüfen, die Monopolkommission könnte ein Sondergutachten schreiben und vielleicht lässt sich ja auch die NATO motivieren, Barrieren gegen den Konzern aus Mountain View zu errichten (kleiner Scherz). Aber gerade vom Bundeskartellamt und den Wissenschaftlern der Monopolkommission kommen ganz andere Töne.

„Marktbeherrschung ist nicht illegal und einen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung von Google muss man erst einmal nachweisen“, sagt Professor Justus Haucap, Mitglied der Monopolkommission, im ichsagmal-Gespräch.

Er verweist auf die langwierige Untersuchung der Federal Trade Commission (FTC) in den USA, die im Januar des vergangenen Jahres abgeschlossen wurde:

„Dort wurde Google einstimmig von dem Vorwurf des so genannten Search Bias freigesprochen. Es sei nicht nachweisbar, dass Suchergebnisse verzerrt ausgewiesen werden.“

Der EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verlangt Nachbesserungen von Google, würde dann das Verfahren aber beenden. Zugeständnisse hat Google gemacht, etwa bei Shopping-Angeboten. Das geht einigen EU-Kommissaren aber nicht weit genug. So hat Energiekommissar Günther Oettinger schon mit einer Kampfabstimmung gedroht, um eine härtere Gangart gegen Google durchzusetzen. Haucap wundert sich über die Forderung nach weiteren Zugeständnissen, die Herr Oettinger nicht so richtig konkretisiert. Bei den kartellrechtsähnlichen Regulierungen, die Wirtschaftsminister Gabriel fordert, bleiben auch mehr Fragen als Antworten zurück.

„Wir haben das Verfahren der EU-Kommission, das offiziell noch nicht abgeschlossen ist. Da kann das Bundeskartellamt kaum denselben Vorwurf noch einmal untersuchen. Es ist kaum vorstellbar, dass die deutschen Wettbewerbshüter schärfere Sanktionen gegen Google durchsetzen als die EU-Kommission“, erklärt Haucap.

Gabriel und die doppelt gemoppelte Kartellprüfung

Zudem sei es in der Rechtssache nicht zulässig, diesen Fall national noch einmal aufzurollen, wenn in Brüssel eine Entscheidung getroffen wurde. Für sinnvoll erachtet Haucap die Überlegung, die Verlinkung auf Google-Dienste farblich anders darzustellen. Das würde als Information für den Verbraucher vollkommen ausreichen. Google würde diese Auflage wohl locker akzeptieren.

Stellt man den Missbrauch der Marktmacht eindeutig fest und kommt es zu einer Entflechtung von Google, bleibt zu prüfen, ob es auch den Interessen der Verbraucher dient. Werden die Dienste sowie Inhalte von der generischen Suche abgetrennt, könnte es bei der Suche zu Nachteilen für Nutzer kommen. Es ist nach Ansicht von Haucap keinesfalls vorteilhaft, Informationen nicht mehr direkt angezeigt zu bekommen – etwa Wetterberichte oder Aktienkurse. Würde das Bundeskartellamt für den deutschen Markt eine Entflechtung verfügen, hätte Google zwei Möglichkeiten. Man verkauft Dienste wie Youtube und Maps – was höchst unwahrscheinlich ist – oder man bietet diese Dienste in Deutschland einfach nicht mehr an. Dann freut sich höchstens die GEMA und MyVideo.

Wenn es um Suchfunktionen geht, bleiben zudem noch Abgrenzungsfragen zu klären.

„Darf ich bei Amazon noch nach Büchern suchen oder ist das dann auch eine Suchmaschine? Für mich ist Amazon eine Suchmaschine. Wenn ich etwas über ein Buch wissen will, dann komme ich nicht auf die Idee, bei Google nachzuschauen“, betont Haucap.

Verlinkungsbehörden

Der Wirtschaftswissenschaftler hält die Entflechtung oder gar Zerschlagung von Google juristisch für nicht angemessen. Man würde viele Innovationsanreize kaputtmachen. Wichtiger sei Transparenz, die Google erfüllen muss. Andere Ideen, wie die Schaffung einer europäischen Suchmaschine, die von Chirac bis zum FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher ernsthaft erwogen wurde, hält der Direktor des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie für lächerlich. Da würde man ein politisches Monstrum schaffen. Als Aufsichtsgremium würde sich so eine Art Rundfunkrat mit gesellschaftlich relevanten Gruppen anbieten, die über politisch opportune Linkergebnisse entscheidet – etwa bei der Einhaltung von Anti-Raucher-Kampagnen oder der Unterstützung von veganer Lebensweise. Ähnlich abstrus würde es in einer Google-Regulierungsbehörde ablaufen.

„Der Suchmaschinen-Konzern nimmt jährlich ungefähr 500 Änderungen des Suchalgorithmus vor. Das ist für mich eine Grusel-Vorstellung, wenn hier eine Behörde vorgeschaltet wird. Dann werden wohl Genehmigungen erst mit mehreren Jahren Verspätung erteilt“, meint Haucap.

Und wie steht es mit der personalisierten Suche? Führt die zur Diskriminierung von Konkurrenten? Es wäre ziemlicher Schwachsinn, wenn man das Stichwort Fußball eingibt und weltweit die gleiche Trefferliste angezeigt wird, obwohl Google aus der Suchhistorie des Wettbewerbsökonomen weiß, dass er Fan von St. Pauli-Fan ist und entsprechende Suchergebnisse ganz weit oben angezeigt werden.

Geht es in den Beschwerden gegen Google wirklich um Verbraucherinteressen oder klagen vor allem jene, die unter der besseren Geschäftsstrategie des Silicon Valley-Riesen leiden? Für hausgemachte Probleme ist das Kartellrecht nicht zuständig. In den Kartellverfahren geht es nicht um die Geschäftsinteressen von wetter.com, Axel Springer, finanz.net oder auswechselbare Vergleichsportale, die sich beim Anblick von Google in die Hose machen. Es geht um die Interessen der Verbraucher.

Zuerst erschienen im Debattenmagazin The European.

Feindbild Google: Rhetorische Kraftprotzereien statt kartellrechtliche Klarheit

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Angst vor Google? Angst vor Google?

Sigmar Gabriel und andere Schwergewichte des Merkel-Kabinetts überbieten sich zur Zeit mit martialischen Wortmeldungen, um zu demonstrieren, wie man einen amerikanischen Konzern an die kurze Leine nimmt. Der Wirtschaftsminister erwägt gar die Zerschlagung oder Entflechtung von Google. Das Bundeskartellamt soll kartellrechtsähnliche Regulierungen prüfen, die Monopolkommission könnte ein Sondergutachten schreiben und vielleicht lässt sich ja auch die NATO motivieren, Barrieren gegen den Konzern aus Mountain View zu errichten (kleiner Scherz). Aber gerade vom Bundeskartellamt und den Wissenschaftlern der Monopolkommission kommen ganz andere Töne.

„Marktbeherrschung ist nicht illegal und einen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung von Google muss man erst einmal nachweisen“, sagt Professor Justus Haucap, Mitglied der Monopolkommission, im ichsagmal-Gespräch.

Er verweist auf die langwierige Untersuchung der Federal Trade Commission (FTC) in den USA, die im Januar des vergangenen Jahres abgeschlossen wurde:

„Dort wurde Google einstimmig von dem Vorwurf des so genannten Search Bias freigesprochen. Es sei nicht nachweisbar…

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Requiem der Netzverlierer, NSA-Verharmloser und LSR reloaded: Was hinter den Sirenen-Gesängen gegen Google steckt

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Was wird Google jetzt tun? Was wird Google jetzt tun?

Mal klagt der stationäre Einzelhandel über die vermeintliche Allmacht von Amazon mit weinerlichen Statements über den Smartphone-Beratungsklau, kleistert Schaufenster mit schwarzen Pappen zu und verweist auf die so wunderhübsche Urbanität von auswechselbaren Fußgängerzonen mit dem Flair von bepissten Blumenkübeln. Mal wettert der Datenschutz-Deichgraf über die tückische Herrschaft von Facebook und erklärt jedem Like-Button in seinem Bundesland den Krieg. Und immer wieder muss Google als Projektionsfläche für aufgeregte Jägerzaun-Hausmeister, besorgte Bürgermeister, zerknirschte Verleger, analoge Gesternmanager und fürsorgliche Kindermädchen-Politiker herhalten, um uns Internet-Nutzer vor dem Fegefeuer des teuflischen Suchmaschinen-Giganten zu bewahren.

Schaut man sich die Koalition der Google-Heulsusen an, entdeckt man sehr viele Parallelen zu den Leistungsschutz-Gichtlingen, die sich über Schutzrechte noch ein Weilchen über Wasser halten wollen mit freundlicher Unterstützung der politischen Klasse in Berlin und Brüssel.

Dann gibt es die NSA-Verharmloser, die die Datenschutz-Verordnung der EU blockieren, davor warnen, sich in der Debatte allzu sehr…

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Fluthilfe für Bosnien und Serbien: Bitte um Geldspenden für Help!

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Flutkatastrophe in Bosnien und Serbien Flutkatastrophe in Bosnien und Serbien

Sintflutartige Regenfälle haben in Südosteuropa zu schweren Überschwemmungen geführt. Die serbische und bosnische Regierung haben den Notstand ausgerufen. Die betroffenen Familien in den überschwemmten Gebieten sind weitestgehend von der Außenwelt abgeschlossen, Tausende mussten evakuiert werden und sind auf Hilfe angewiesen. Help ist seit den 1990er Jahren in Südosteuropa aktiv und derzeit mit Regionalbüros in Bosnien, Serbien und Montenegro vertreten. Das lokale Team von Help hat sofort reagiert und unterstützt die betroffenen Menschen in den Hochwassergebieten von Bosnien und Serbien, beteiligt sich mit Booten an der Evakuierung und setzt Wasserpumpen in den Flutgebieten ein. Außerdem verteilt Help Nothilfepakete mit Wasser, Nahrungsmitteln und Decken an betroffene Familien.

Help bittet dringend um Spenden zur Unterstützung der Flutopfer. Ich kenne die Hilfsorganisation in Bonn sehr gut, aber noch besser kenne ich die betroffenen Regionen, da die Familie meiner Frau dort lebt. Tolle und hilfsbereite Menschen, die unter sehr schweren…

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Der Staat als Einkäufer

Benjamin Wittekind

Benjamin Wittekind

Viele Unternehmen in Deutschland schenken den Geschäftsmöglichkeiten mit öffentlichen Auftraggebern nicht genügend Aufmerksamkeit und haben häufig Respekt vor den Markteintrittshürden. Stichwort: Vergaberecht. Dabei sind Bund, Länder und Kommunen mit einem Volumen von etwa 300 Milliarden Euro im Jahr die größten Einkäufer von Waren und Dienstleistungen in Deutschland.

„Der Public Sektor zeichnet sich durch viele Besonderheiten aus: Es braucht lange Zeit und viel Erfahrung, um den Bedarf der öffentlichen Auftraggeber genau zu kennen, alle Marktteilnehmer im Blick zu haben und die komplexen öffentlichen Ausschreibungen zu bewältigen“, so Benjamin Wittekind vom Düsseldorfer Beratungsunternehmen SearchConsult.

Mit den richtigen Experten an Bord gelinge es Unternehmen schneller, erfolgreich mit öffentlichen Auftraggebern ins Geschäft zu kommen.

„Auch staatliche Institutionen setzen bei der Suche nach Experten wie CIOs oder Compliance-Experten auf die Dienstleitungen von SearchConsult“, so Wittekind.

Unter seiner Leitung gründete SearchConsult Mitte 2013 die Unit Public Solutions & Defence, um Mandate im Public-Umfeld auszubauen und systematischer bedienen zu können. Die Unit verfüge über hochqualifizierte Spezialisten für die weltweite Besetzung von technologieübergreifenden Fach- und Führungspositionen im Public- und im Defence-Markt, so Wittekind.

Der studierte Politikwissenschaftler Wittekind, 39 Jahre, ist Experte im Public-Sector-Umfeld. Nach dem Abitur nahm er die Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr (Marine), studierte begleitend Politikwissenschaften und machte einen Executive Master of Business Administration (MBA). Bei der Bundeswehr übernahm er diverse Aufgaben: Nach seiner Ausbildung als Marineoffizier und diversen Führungstätigkeiten war er anschließend im Leitungsstab des Bundesministerium der Verteidigung, später dann dem Presse- und Informationsstab des Ministeriums angehörig. Nach seiner Bundeswehrzeit war Wittekind von 2007 bis 2010 Manager der Geschäftsentwicklung und Marketing bei einem großen nationalem IT-Beratungshaus mit Fokus Public / Defense. Nach weiteren zwei Jahren als Direktor Vertrieb Behörden für eine Spezialsoftware, wechselte er 2011 als Vorstand zur BGS Beratungsgesellschaft Software Systemplanung AG (ebenfalls Fokus auf Public / Defense), welche von der DATAGROUP, einem deutschen Systemhaus übernommen wurde. Hier war Wittekind bis Frühjahr des Jahres 2013 Geschäftsführer.