Keine Hoffnung für die Lesenden

Manfred Sarrazin

So lautet meine eher schlichte Definition von „Noir“. Das ist eine aus jahrzehntelanger Verkaufserfahrung entwickelte Präventivformel, damit diese Art von Literatur nicht in die falschen Hände gelangt. Schließlich hat gerade ein Krimibuchhändler gewisse Fürsorgepflichten gegenüber seinen Kunden. Es gibt nun einmal sehr viele, die bevorzugen die Literatur der klassischen „Britischen Häkelschule“, umgesiedelt in erlesen kultivierte italienische Städte. Bevölkert von zu Commissarios mutierten Lord Peter Wimseys mit guten Tischmanieren und römisch aristokratischen Profilen. . Der Konsum solcher „Olivenölkrimis“ ist genauso legitim wie der von Pilcher-Romanen. Jeder entscheidet schließlich selbst, wie er seine Kohle los wird. Aber damit sich ein Kunde mit so einem Leserprofil nicht am nächsten Tag von der Deutzer Brücke in den Rhein stürzt – so eine Schlagzeile würde dem Kölner Krimibuchhändler doch sehr nahegehen – setzte ich im Zweifel rhetorisch noch eins drauf und verkünde. „Nichts für Suizidgefährdete“.

Meine persönliche Richterskala für die Nachhaltigkeit von Noirliteratur ist unter…

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