Von homoöstatischen Lötkolben-Propheten zur Kunst des kybernetischen Wortschmiedens

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Kybernetik im Krieg Kybernetik im Krieg

Egal, wie man es dreht und wendet, alle Protagonisten, die sich um den Begriff der Kybernetik versammelten, sind als Techniker, Ingenieure, Mathematiker und Physiker von militärischen Aufträgen geprägt sowie angetrieben worden. Die „Kybernetik“ ging aus dem Krieg hervor und endete bei Heilsversprechen für die Maschinenwelt. „Oft finanzierte der amerikanische Verteidigungsapparat diese grandiosen Visionen mit großzügigen Summen“, schreibt Thomas Rid in seinem sehr lesenswerten Opus „Maschinendämmerung – Eine kurze Geschichte der Kybernetik“, erschienen im Propyläen-Verlag.

Maschinendämmerung

Im Zweiten Weltkrieg und in der frühen Phase des Kalten Krieges waren Computer und Steuerungssysteme noch primitiv. Entsprechend euphorisch wurden die Versprechungen der Kybernetiker aufgenommen. Es war eher ein Aufstieg von Mythen. Die kybernetischen Geschichtenerzähler fesselten in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur Ingenieure, sondern auch ein breites Spektrum an Wissenschaftlern, Gelehrten, Künstlern, Science Ficton-Autoren, Scharlatanen und Selbsthilfe-Gurus. Was als Steuerungstechnik startete, mutierte zu Werkzeugen der Befreiung und Selbstverwirklichung. Einer der umtriebigsten Schöpfer war

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YouTube als Zensor für gute Gespräche mit dem Präsidenten der EU-Kommission?

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Zensur 005

Was ein YouTube-Mitarbeiter einer Video-Bloggerin ins Ohr geflüstert hat bei der „Vorbereitung“ eines Interviews mit dem EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, mag auf den ersten Blick nur wie eine übereifrige und ängstliche Vorgehensweise eines Mitarbeiters des Google-Alphaebet-Imperiums erscheinen. Wahrscheinlich wird das auch die Sprachregelung bei Medienanfragen sein. Aber es wirft doch wieder die Frage nach der politischen Plattform-Neutralität auf, die wir seit Jahren in der Netzszene diskutieren:

„Du stellst Mr. Juncker schon sehr schwierige Fragen, du sprichst über Lobbying von Unternehmen. Du möchtest nicht auf der falschen Seite von YouTube, der Europäischen Kommission oder den Leuten, die dir vertrauen, stehen … außer dir ist eine lange Karriere auf YouTube egal.“

Würde ein Redakteur eines öffentlich-rechtlichen Senders in Deutschland so einen Spruch landen, käme es wohl zu einem medienpolitischen Erdbeben. Aus guten Gründen.

Bei YouTube und Co. kommt dann regelmäßig der Einwand, dass ja niemand gezwungen sei, die sittenwidrigen Geschäftsbedingungen und Praktiken…

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Thomas Mann-Mashup bei #Bloggercamp.tv

Ist immer noch eine grandiose Geschichte

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Thomas MannDie Steilvorlage der FAZ durften wir uns natürlich nicht entgegen lassen: Das historische Filmdokument mit Thomas Mann und seiner Flaschenpost-Botschaft an die Zukunft.

Hier das Thomas Mann-Mashup mit eine paar begleitenden Informationen.

Siehe auch:

Thomas Mann und die audiovisuelle Flaschenpost an die Zukunft #Streamcamp14

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Corporate YouTube – Warum Mittelständler auf Videokommunikation setzen sollten @schnodderpepe

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YouTube Workshop mit Dave YouTube Workshop mit Dave

Unternehmen, Verbände, Messeveranstalter und Konferenz-Anbieter versemmeln eine Menge Möglichkeiten, wenn es um die Video-Kommunikation geht. Entweder springen aspetische Image-Filmchen heraus, Schönwetter-Botschaften oder gar absolute Abstinenz.

Besonders die Nutzung von YouTube ist in Deutschland eher schwach ausgeprägt. Selbst die zehn besten YouTube-Kanäle von deutschen Unternehmen – mit Ausnahme von dm – können nicht so richtig überzeugen.
Beispiel Canon Deutschland.

„Es fehlt die Stringenz. Häufig weiß der Zuschauer nicht, was er bekommt oder in Zukunft bekommen wird. Dann macht das Video-Engagement wenig Sinn“, so David Brych.

Man sollte sich entweder thematisch festlegen oder über eine Person positionieren.

„Man braucht einen roten Faden, der immer wieder erkennbar sein muss. Wenn jemand Tutorials UND Werbung UND Reportagen macht, dann spricht man jeweils eine andere Klientel an. So etwas sollte auseinander gezogen werden. Bei dm ist alles auf einem Kanal, aber über die Playlist gut getrennt. Es gibt aber auch Firmen…

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Vermerk „Tretminen“: Was wusste Industrie-Siggi von der Löschaktion seines Ministeriums?

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Papis Auto: Da war die VW-Welt noch in Ordnung Papis Auto: Da war die VW-Welt noch in Ordnung

Dem Bundesumweltministerium lagen nach SPIEGEL-Informationen schon 2008 Hinweise vor, wie Autohersteller bei Abgastests tricksen. Doch entsprechende Passagen wurden in einem internen Papier mit dem Vermerk „Tretminen“ versehen – und gelöscht.

Demnach haben Beamte des Umweltministeriums Hinweise auf eine Manipulationsstrategie bei Herstellern von Dieselfahrzeugen gelöscht.

„Die Ministerialbediensteten strichen dabei Passagen aus einem Konzept für ein neues Überwachungssystem von Fahrzeugen, das Mitarbeiter des Umweltbundesamts (UBA) erstellt hatten“, so der Spiegel.

Wer war 2008 Bundesumweltminister? SPD-Chef Sigmar Gabriel. Da passt ja dann alles zusammen:

Industrie-Fan, ehemaliger Ministerpräsident von Niedersachsen und im Jahr 2008 Chef des Umweltressorts.

In dieser Konstellation kann sich VW wohl alles erlauben – siehe auch das Sommerinterview mit Thomas Sattelberger:

Wer sich die jüngsten Kommunikationsdesaster von VW anschaut, erkennt schnell, wie entrückt Wolfsburg von der realen Welt ist. Es ist der anmaßende Glaube, dass nichts schief gehen kann. Das war…

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Blinder Fleck zweiter Ordnung – Heinz von Foerster entdeckt das Management

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Heinz von Foerster Heinz von Foerster

Über die zweifelhaften kybernetischen Ableitungen von Mathematikern und Naturwissenschaftlern in die Sphäre der Sozial- und Geisteswissenschaften habe ich mich nochmals in meiner Netzpiloten-Kolumne in einer Re-Replik geäußert.

Aus Platzgründen verzichtete ich auf die Ausflüge der Kybernetiker ins Management: Aber auch hier gibt es merkwürdige Erzählungen. Etwa bei Heinz von Foerster. Er stieß Anfang der siebziger Jahre auf die Frage des BEOBACHTERS und das Probleme des Blinden Flecks.

Der blinde Fleck im Gesichtsfeld des Menschen resultiert daraus, dass sich an einer Stelle der Netzhaut, wo sich die Nervenfasern zum Sehnerv bündeln, keine Rezeptorzellen befinden. So kann es passieren, dass wir etwas übersehen oder gar Dinge wahrnehmen, die sich als optische Täuschung herausstellen. Was biologisch leicht nachzuweisen ist, bläst nun Heinz von Foerster zu einer wilden Gesellschaftstheorie auf. Der blinde Fleck führe zu einem unbewussten Verhalten. Deshalb bedarf es eines weiteren Beobachters. Erst durch die Beobachtung des Beobachters werde…

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Flach, flacher, #dmexco

Hat sich da wirklich etwas verändert – wohl nicht. Deshalb gehe ich da auch nicht mehr hin

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Eigentlich gehe ich zur Kölner Fachmesse dmexco nur, um mich mit dem akutellen statistischen Material über die digitale Wirtschaft zu versorgen. Ansonsten ist diese Veranstaltung erschreckend flach. Selbst die Pressekonferenz des BVDW nervt, die zwar das nötige Zahlenmaterial der Branche präsentiert – dafür darf mehr oder weniger jedes wichtige Vorstandsmitglied ans Mikrofon (gestern waren es fünf Redner), die dann eine knappe Stunde die Journalisten mit Monologen berieseln. Was am Ende dazu führt, dass kaum noch Fragen gestellt werden. Die Diskussionsrunde machte schlappe 9 Minuten aus. Was programmatisch in Köln geboten wurde, haben zwei Tweets auf den Punkt gebracht.

http://twitter.com/#!/videopunk/status/116410539156058112

http://twitter.com/#!/karrierebibel/status/116501648641228800

Basic Thinking sieht das ähnlich kritisch: Verloren im Customer Lifetime Value: Mein misslungener Ausflug auf die Dmexco.

Mein Bericht konzentrierte sich auf die Datenschutzdebatte. Auch da boten die Verbandsvertreter eine recht dünne Sauce, wie ich gestern bereits bemerkte. dmexco: Facebook, Datenschutz und die feuilletonistischen Laienspieler.

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#SocialTV mit Hangout on Air weiterhin möglich – Ergebnisse auf der IBM BusinessConnect #ibmbcde

Mobiles SocialTV-Studion beim #ibmbcde

Mobiles SocialTV-Studion beim #ibmbcde

Nachdem Hangout on Air als Google+-Dienst am 12. September abgeschaltet wurde, war es am Tag danach für mich eine kleine Nervenanspannung, wie man mit den vorgeplanten Live-Hangouts nun zurecht kommt.

Am Vormittag hatte ich dann so rund 30 Minuten Stress bei der Vorbereitung. Dann aber lief es wieder gut.

Wie man damit jetzt umgehen kann, habe ich über Facebook Live erläutert 😉

Hier die Hangout-Variante.

Und hier die SocialTV-Interviews auf der IBM BusinessConnect. Alles gut gelaufen 🙂

Man hört, sieht und streamt sich. Auch in eBook-Form.

Zufallsideen über die Mensch-Maschine-Kombinatorik #ibmbcde

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Der Kombinatoriker Lullus - Denkmal in Palma de Mallorca - fast jeder geht bei seinem Malle-Urlaub an ihm vorbei, kaum einer kennt sein Lebenswerk - tragisch. Der Kombinatoriker Lullus – Denkmal in Palma de Mallorca – fast jeder geht bei seinem Malle-Urlaub an ihm vorbei, kaum einer kennt sein Lebenswerk – tragisch.

Kathrin Passig und Arne Janning diskutieren in ihrer Merkur-Gesprächsreihe RECHENZENTRUMS-ARSCOMBINATORIA über mechanische Modelle, um auf neue Gedanken zu kommen.

Erwähnt wird auch der Geistliche Raimundus Lullus, den Leser des ichsagmal.com-Blogs natürlich kennen 🙂

Kathrin Passig benutzt in letzter Zeit eigentlich immer die Zufallsshirt-Maschine, wenn sie sich Titel für Vorträge oder Texte ausdenken soll.

„Manchmal nicht nur für den Titel, sondern auch für das Thema.“

Die Zufallsmaschine von Kathrin ist ja auch verantwortlich für das Leitmotto meines Blogs: Repression verdünnen.

Über diese nützliche Seite der digitalen Mensch-Maschine-Kombinatorik wird viel zu wenig gesprochen. Wir ergehen uns eher in Debatten über die Wirkung von vernetzten Fabriken, die zur weiteren Wegrationalisierung von industriellen Arbeitsplätzen führen. Dieser Trend setzte aber bereits in den 1960er Jahren ein und wird sich…

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