Das klassische Büro wird sterben – Wunsch nach besserer Balance von Privat- und Berufsleben #Streamcamp14

Der etwas andere Arbeitsplatz

Der etwas andere Arbeitsplatz

Das klassische Büro wird wohl sterben, meint das Handelsblatt:

„Schon heute arbeitet jeder dritte deutsche Berufstätige ganz oder teilweise im Home Office. Und die Zahl wird in den nächsten Jahren weiter steigen, da sind sich Personalchefs und Arbeitsplatzforscher einig.“

Nach einer Prognose des Software-Anbieters Citrix Systems werden bis zum Jahr 2020 mehr oder weniger alle Unternehmen mobile Arbeitsmodelle anbieten.

Vor allem der Wunsch nach einer besseren Balance von Privat- und Berufsleben sei heute so groß, dass 57 Prozent der Arbeitnehmer im Tausch für einen Heimarbeitsplatz auf einen Firmenwagen verzichten würden. Das ergibt eine Umfrage der Firma Teamviewer. Fast jeder dritte Befragte würde Urlaubstage opfern und jeder Vierte könnte sich vorstellen, auf eine Beförderung zu verzichten.

Gleichzeitig versuchen Organisationen wie Google oder Facebook, Arbeit und Freizeit am Arbeitsplatz besser zu verbinden mit riesigen Spiel- und Denkflächen – „offen, flexibel möbliert, mit Kinderbetreuung nebenan – und ausgestattet mit allen technischen Möglichkeiten der Vernetzung. Das Kalkül: Mitarbeiter, die sich andauernd begegnen, sind kreativer und beschleunigen so Innovationen“, schreibt das Handelsblatt.

Beide Varianten werden zunehmen. Das Arbeiten in den eigenen vier Wänden und Arbeitsplätze, die auch das Privatleben stärker berücksichtigen.

„Nur der klassische Bürojob von acht bis vier – den wird es immer weniger geben“, resümiert das Handelsblatt.

Nach Auffassung des Dienstleistungsexperten Thomas Dehler spielen bei Work@Home-Konzepten nicht nur die sinkenden Kosten für Betriebsstätten eine große Rolle. Viel wichtiger seien aber Fragen wie die Motivation der Mitarbeiter. Wie senke ich die Krankenquote? Wie bleibe ich als Arbeitgeber attraktiv?

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Krankenquote weit unter dem Branchenschnitt liegt, bei den Festangestellten in häuslicher Umgebung. Und die Quote zur Weiterempfehlung liegt bei über 78 Prozent in unserer Belegschaft“, sagt Value5-Geschäftsführer Dehler.

Auch das Argument, dass Mitarbeiter insgesamt weniger Lebensarbeitszeit für ihre Arbeit aufwenden müssen, da Anfahrtswege und Kosten für Verkehrsmittel entfallen, würde in Personalabteilungen derzeit für Aufwind sorgen.

Arbeit müsse nach Ansicht von Dehler in Zukunft immer mehr standort- und länderübergreifend organisiert werden, was wesentliche Anstrengungen zur Etablierung des kommunikativen Rahmens, der Orientierung und der Rückmeldung in virtuellen Teams erforderlich macht.

„Die Kommunikation in Unternehmen muss professionalisiert werden und die Kommunikationsfähigkeit noch viel mehr ins Zentrum des Trainings von Mitarbeitern und Führungskräften rücken.“

“Führung auf Distanz” werde immer mehr Regel denn Ausnahme sein.

Ein Thema, das beim Streamcamp in Kooperation mit dem Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation am 18. und 19. Oktober in München aufgegriffen wird.

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12 Kommentare - “Das klassische Büro wird sterben – Wunsch nach besserer Balance von Privat- und Berufsleben #Streamcamp14”

  1. gerald 5. Oktober 2014 um 22:39 #

    also ich denke auch, dass homeoffice bald ganz „normal“ für uns sein wird. ich selbst bin selbständig und da ist es wirklich normal von zu hause zu arbeiten. für banalitäten wie terminvereinbarungen udgl. hab ich einen bürodienstleister, der diese sachen übernimmt. das entlastet und kostet auch viel weniger als würde ich mir eine fixe sekretärin „anschaffen“

    • gsohn 6. Oktober 2014 um 10:42 #

      So ist es. Ob nun Homeoffice oder generell verteiltes Arbeiten. Das trennt sich von der klassischen Bürowelt ab.

  2. maribu 30. September 2014 um 16:39 #

    Homeoffice mag es in Zukunft wohl geben, aber nicht für kleine Angestellte, Die Angestellten müssen doch überwacht werden wie vor 100 Jahren, daran hat sich doch nichts geändert. ich weiss wovon ich rede, ich habe 30 Jahre in einem Grossraumbüro zugebracht als diejenige, die die Kollegen „überwachen“ sollte, damals nannte man es Aufsicht (erinnert ein wenig an die Nazizeit, dafür kann ich aber nichts, ich habs nicht erfunden, ich denke es ist ein Überbleibsel aus dieser unerträglichen Zeit, damals war ich gottseidank noch nicht geboren), später dann Gruppenleiter, was nicht ganz so schlimm klang, ich habe mich als Freund einbringen wollen, das ist gründlich in die Hose gegangen, man hat mich gemobbt wo man nur konnte. heute würde ich es nicht mehr als Freund versuchen sondern wirklich als Vorgesetzte. Anders gehts nicht. Auch heute noch nicht.

  3. TDehler 23. September 2014 um 12:03 #

    Probleme kann man niemals mit der Denke, die diese verursachen, lösen. Täglich begeben sich Menschen auf den Weg zur Arbeit, obwohl dies technisch, organisatorisch, ökologisch und ökonomisch längst nicht mehr in dieser nostalgischen Form erforderlich wäre. Wie es gehen kann, belegen zum Glück schon einige vielversprechende Pilotprojekte (www.gfta.eu), die sich um die hybride Organisation von Arbeit und Arbeitswelt in bundesweiter Festanstellung kümmern.
    So klappt es nicht nur mit höchster Attraktivität für einen modernen Arbeitgeber, sondern es ist gut für uns, weil gut für´s Klima. Personalverantwortliche sollten sich inhaltlich mit der Gestaltung von alternierender Telearbeit vertraut machen. Die Anforderungen an Firmenkultur, IT-Sicherheit; Organisation und Führung sind vielfältig gestaltbar und lösbar.
    142g CO2 Ausstoß pro Passagier und KM per Auto braucht kein Mensch, schon gar nicht unser Klima.

    • gsohn 23. September 2014 um 12:16 #

      Ein wichtiger Punkt, den man nicht nur im Familienministerium aufgreifen sollte – was schon der Fall ist ist -, sondern auch im Bundesverkehrsministerium. Alle Mobilitätskonzepte von Bund, Ländern und Kommunen denken nur über Alternativen zum Auto nach, aber fördern keine Arbeitskonzepte, um auf Fahrten gänzlich zu verzichten. Das Berufspendeln zählt wohl zu den gravierendsten Stressfaktoren im Arbeitsleben. Hab ich selbst erlebt bei meinen Fahrten von Bonn nach Düsseldorf. Da habe ich schon nach kurzer Zeit keine Lust mehr gehabt, jeden Tag mit dem Auto zu fahren und im Stau zu enden. Aber selbst das Umsteigen auf die Bahn ist auf die Dauer nervig. Verspätungen, schlechte Verbindungen am Abend etc.

  4. Annett Schimaczek 23. September 2014 um 11:27 #

    Ich bin absolut gleicher Meinung! Die Unternehmen werden sich auf diesen neuen Trend einstellen müssen.

    Selbst bin ich momentan dabei, mich neu zu orientieren und konzentriere mich ausschliesslich auf Angebote mit flexiblen Möglichkeiten (Home Office, flexible Arbeitszeitgestaltung, ggf. Teilzeit). Meinen Dienstwagen habe ich her gegeben und es ist mir überhaupt nicht wichtig, wieder einen zu bekommen. Es erhöht nämlich nicht meine Lebensqualität, damit stundenlang zum Arbeitsort unterwegs zu sein!

    Allerdings muss auch ich zugeben, dass solche flexiblen Möglichkeiten derzeit noch beschränkt verfügbar sind.

    • gsohn 23. September 2014 um 11:37 #

      Das ist leider so. Da sind die Personalabteilungen in Deutschland noch relativ zugeknöpft. Gut wäre es ja, wenigstens hybride Modelle für die Arbeitsorganisation anzubieten. Das Schwarz-Weiß-Denken vieler Personalmanager steht dem im Wege.

  5. dave 22. September 2014 um 17:28 #

    arbeiten in einem homehoffice ist unprofessionell und fördert nicht das privatleben!

  6. anneschueller 22. September 2014 um 13:42 #

    Das passt ja super zusammen. Hier habe ich meine Meinung zu Thema gesagt: http://pr-blogger.de/2014/09/22/neue-fuhrungsstile-fur-eine-neue-arbeitswelt/

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