Statements für den sechsten Netzökonomie-Campus: Offene Formate für die Digitalisierung der Wirtschaft #NEO15 #nöcbn

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Barcamps

Kompakt zusammengefasst 🙂

Barcamps seien esoterischer Quatsch, Netzgemeinde oder Netzaktivisten klingen irgendwie nach Sekte. Alles dummes Zeug. Es gehe darum, die alte Wirtschaft von der Digitalisierung zu überzeugen und Brücken zu bauen. Das waren die ersten Statements, die meine Streitlust beim fünften Netzökonomie-Campus steigerten. Ich frage mich, wo jener Protagonist des digitalen Wandels steht, der etwas flapsig auf die Netzbewegung runterschaut? Barcamps jemals besucht? Fehlanzeige. re:publica in den vergangenen Jahren in Berlin erlebt? Fehlanzeige. Die eigenen Positionen mal in offenen Formaten ohne Headset, ohne Powerpoint-Orgien und ohne Berieselungsrhetorik ausprobiert? Wohl eher nicht. Wie kann jemand jenseits von Facebook-Monitoring-Schwafeleien Brücken in die alte Wirtschaftswelt bauen, der die Netzszene als irrelevant und kindisch wertet? Was den Unternehmern häufig vorgeführt wird, ist nichts anderes als digitales Tschakka-Gebrüll in alter Establishment-Denkweise.

Die liebwertesten Gichtlinge in Wirtschaft und Politik haben es sich wohl zur Aufgabe gemacht, die Graswurzel-Vorarbeiten der idealistischen Nerds abzusaugen und ihre Klüngel-Hinterzimmer-Praktiken…

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Schickt Super-Nerds in die Chefetagen #GrowthHacking #NEO15 #Digitalk

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Nerdiger Dialog

Mit welcher Expertise wollen eigentlich Unternehmen in Deutschland die Angriffe der digitalen Plattform-Champions aus dem Silicon Valley kontern? Über Jahrzehnte rangierte die Informationstechnologie häufig unter der Verantwortung des Finanzvorstandes als Katalysator für die Kostensenkung. Letztlich landete man im Tal der Enttäuschungen und leeren Versprechungen. Folge: Auslagerung nach Indien – neudeutsch auch Offshore-Management genannt.

Spoiled Childs im Management

Geschäftsstrategisch laufen IT-Ausgaben immer noch unter dem Regime der Controller. Geniale Nerds sucht man in den Chefetagen vergeblich. Programmierer und Entwickler werden als exotische Hoodie-Trottel verspottet.

„Die Manager der Deutschland AG sind eher durch Anpassung und Duckmäusertum an die Spitze gekommen. Da wird verwaltet, gemänätscht eben – aber nicht erobert. Es wird kostenoptimiert und gedownsized, beste Beispiele die glücklose Commerzbank und Karstadt. Hier haben die Controller das Sagen. Wilde technologische Geschäftsideen sucht man bei diesen ‚Spoiled Childs’ vergeblich“, so Michael Zachrau im ichsagmal-Interview über den Nutzen von Growth Hacking – das erste Expertengespräch…

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Kommentar: Wir brauchen dringend ein Konzept für die Politische Union zur Rettung der europäischen Idee

Frau Merkel, wir brauchen jetzt eine Idee für die Politische Union und kein "Weiter so".

Frau Merkel, wir brauchen jetzt eine Idee für die Politische Union und kein „Weiter so“.

Nach den Eiertänzen um das Reformpaket für Griechenland und der Ablehnung von Maßnahmen, die vor allem die Einnahmeseite der Staatsfinanzen in Athen verbessern sollten, ist es an der Zeit, über eine Reform der Währungsunion nachzudenken. Schon zur Geburtsstunde des Maastricht-Vertrages vor gut 20 Jahren wurde davor gewarnt, die Einführung des Euro von der politischen Union zu entkoppeln. Es lag an den kurzsichtigen machtpolitischen Manövern von Staatsmännern wie Kohl und Mitterand. Nun war Helmut Kohl nicht gerade ein Meister der wirtschaftspolitischen Staatskunst.

Aber auch ihm hätte klar sein müssen, dass es schwerfallen wird, Staaten mit höchst unterschiedlichen Wirtschafts- und Finanzpolitiken einheitlich zu steuern. Der nachgeschobene Stabilitätspakt mit seinen Sanktionsmechanismen war von Anfang an ein stumpfes Schwert. Strafen, Diktate oder Restriktionen sind ein Sprengsatz für die politische Architektur der Europäischen Union. Wer wirft den ersten Stein, wer kann das politisch aushalten, wer wird isoliert, wer spielt den Buhmann, wer wird zum Sündenbock stilisiert? All das kann man innenpolitisch in Griechenland derzeit wie im Brennglas beobachten.

Auch die sogenannte Austeritätsdebatte über Sinn und Unsinn der Reformauflagen für die angeschlagenen Euro-Länder ist davon geprägt. Kurzfristig kann man mit geldpolitischen Instrumenten agieren. Die Ursachen der wirtschaftlichen Probleme beseitigt man damit nicht. Es ist doch naiver makroökonomischer Glaube, dass Volkswirtschaften gesunden werden, wenn die Haushalte „nur“ mit dem Sparen aufhören. Das grenzt an Alchimie. Eine echte Wundertüte. Lasst die Krisenländer mehr Geld ausgeben, dann entsteht automatisch Wachstum, die Steuereinnahmen kommen zurück und alles wird wieder gut. Erst dann könnten die Krisenländer wieder mit dem Sparen anfangen und ihre Reformbemühungen fortsetzen. Das ist realpolitischer Mumpitz.

Die Wundertüte der Makroökonomie

Wie kann man unsolide Finanzpolitik verhindern, wenn eine Sanktion zwar in Aussicht gestellt wird, bei fortgesetzter Regelmissachtung das betreffende Land dann aber vom Kapitalmarkt mit sehr vorteilhaften Konditionen abgeschirmt wird? Die politische Elite der betreffenden Krisenländer wird auf die makroökonomischen Empfehlungen pfeifen und zur Tagesordnung übergehen. Die nächste Wahl steht an und da glänzt man lieber wieder mit Geschenken des Staates – finanziert über Schulden. Der Teufelskreis beginnt wieder von vorne:

„Das Hauptthema in der Euro-Krise ist nicht unbedingt das Wachstum, sondern es ist vor allem das wirtschaftliche Ungleichgewicht. Wir werden diese Krise auch nicht so ohne Weiteres lösen, wenn Griechenland wächst, Deutschland aber beispielsweise stärker wächst. Eines der Hauptprobleme ist, dass Griechenland sein Handelsbilanzdefizit nicht abbaut und eigentlich mehr dafür tun müsste“, so Blick Log-Blogger Dirk Elsner.

Dafür müsste Griechenland aber auch Güter produzieren, die international wettbewerbsfähig sind. Genau das ist aber nicht der Fall:

„Da kann ich die Kritiker der Austeritätspolitik sogar verstehen. Es werden auch möglicherweise Investitionen nicht durchgeführt, die das Land eigentlich braucht. Diese ganze Initiative wird abgebremst. Aber so tief geht diese Debatte meist gar nicht und bleibt bei dem Thema der lockeren Geldpolitik und den Mehrausgaben des Staates hängen“, kritisiert Elsner.

Das reiche nicht aus und ist zum Scheitern verurteilt. Es hapere in den Krisenländern an der Umsetzung:

„Dann kann man sich als Ökonometriker entspannt zurücklehnen und sagen: ‚Na gut, ich habe ja den richtigen Vorschlag gemacht, aber wenn die Politiker das nicht umsetzen, dann kann ich daran auch nichts machen.‘ Es wird immer behauptet, eine lockere Geldpolitik führt zu einer Erhöhung der Investitionen. Am Beispiel von Deutschland kann man das Gegenteil nachweisen. Die Unternehmen finanzieren sich gar nicht mehr so stark über Bankkredite. Die Wirkungsmechanismen, die die Makroökonomen unterstellen, funktionieren in der Praxis nicht mehr so ohne Weiteres. Das sind Fragen, die leider nur am Rande diskutiert werden. Wir haben jetzt seit vier Jahren eine extrem lockere Geldpolitik. Die Banken schwimmen in Liquidität, die sie durch die Europäische Zentralbank erhalten haben. In die Realwirtschaft fließen diese Mittel aber nicht ab. Insofern müssen wir uns stärker mit den Rahmenbedingungen für Firmengründungen beschäftigen“, fordert Elsner.

Das Schwarze-Peter-Spiel der Euro-Krise

Der Lehrbuch-Keynesianismus funktioniere nicht. Wenn also die Geldspritzen nur kurzfristig zur Beruhigung der Kapitalmärkte beitragen, sich aber an den Strukturdefiziten der angeschlagenen Länder der Euro-Zone nichts ändert, sollten die makroökonomischen Instrumente wieder in die Mottenkiste zurückgelegt werden.

Eine Währungsunion funktioniert auf Dauer nur mit der politischen Union. Es geht nicht um die Rettung des Euro, sondern um die Rettung der europäischen Idee. Das ist kein Projekt für die nächsten 30 Jahre, sondern der einzige Weg, ein Auseinanderbrechen der EU zu verhindern. Alle Beteiligten, auch Deutschland, müssen bereit sein, auf nationale Souveränität zu verzichten. Nur so hört das Schwarze-Peter-Spiel in der Euro-Krise auf.

Und immer, immer wieder…

Wortspiele: Ein literarischer Blog

… lockt die Sommerzeit!
Selbstporträt mit Kuh - Foto: anonym Selbstporträt mit Kuh – Foto: anonym Nun, ich ahne schon, dass so mancher, der freundlicherweise bis dato meinen „Wortspielen“ folgt, sich angesichts der Zeile „immer, immer wieder…“ fragt, ob diese nicht treffsicherer durch ein „schon wieder, wieder“ zu ersetzen sei – und ja, ich gestehe, er hätte damit recht: es steht die wahre Sommerpause an und damit eine erneute, weitgehende Auszeit vom Blog und von sonstigen virtuellen Betriebsamkeiten…

So ganz unmittelbar werden meine Frau und ich allerdings nicht hineinspringen können in die große Gelassenheit – zunächst einmal geht es nach Leipzig, wo ich die Freude habe, an einer Hommage an den Schriftsteller und Hörspielautor Ror Wolf teilnehmen zu dürfen.

Diese findet am 7. Juli im Rahmen des Sommerfestes der Medienstiftung Leipzig statt – und das anlässlich der Vergabe des Günter-Eich-Preises an Ror Wolf für sein Radiowerk; ich berichtete schon einmal an andere Stelle hier im…

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#NEO15 Liebt Eure Programmierer und Nerds #GrowthHacking – #Nerdland statt #Neuland

Netzstrategien für die Wirtschaft

Zuckerberg

Storymaker, die uns die Bits und Bytes nicht mit dem Charme von Rechenschiebern vermitteln, findet man kaum in Deutschland. Es sind die seltenen Gastauftritte von den Tech-Bombenlegern aus dem Silicon Valley, die uns den Erzählstoff für die Next Economy bieten. Dazu zählt der Periscope-Mitgründer Kayvon Beykpour, dem in Hamburg die mediale Schickeria zu Füßen lag. TV-Journalist und Blogger Richard Gutjahr überlegte gar einen Moment im Livestreaming-Interview mit Beykpour, ob er nicht auf die Seite des Startup-Unternehmens wechseln sollte, da selbst im Journalismus die Impulse nicht mehr von Häusern wie Springer oder Burda kommen, sondern von den Programmierern in Kalifornien. 

Wie man das ändern kann, wollen wir – also die netzökonomischen Käsekuchen-Fans – in aller Offenheit auf der Next Economy Open #NEO15 Anfang November in Bonn diskutieren – gut eine Woche vor dem IT-Gipfel in Berlin, wo sich Männer in dunklen Anzügen mit Kanzlerin Merkel treffen und im Industrie 4.0-Technokraten-Modus über…

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