Doppelter Livestream mit #Meerkat und #HangoutonAir – Autorengespräch zum #Innovationsstau in Deutschland mit @staeudtner

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Wie setzen sich Innovationen durch? Wie setzen sich Innovationen durch?

Zur neuen Livestreaming-App Meerkat, die eng gekoppelt ist mit Twitter, gab es höchst unterschiedliche Reaktionen: Alter Hut, schlecht gemacht, neuer Stern am Social Web-Himmel, warum keine Archivierung, bislang nur sinnlose Spontan-Livestreams, bescheuerte Hochkant-Videos oder smarte Interaktions-Plattform für Bewegtbilder – so ungefähr kann man die Kommentare in den vergangenen Tage zusammen fassen.

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Warum der Haniel-Clan und andere Vermögende in Deutschland schlechte Innovatoren sind: Live-Hanogut mit Buchautor @Staeudtner

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Innovatoren gesucht Innovatoren gesucht

Wenn Unternehmen nicht in die schwierige Entwicklung von wirklich Neuem investieren, dann werden sie nach Auffassung von Paypal-Gründer Peter Thiel bedeutungslos, egal welche Gewinne sie heute erzielen. Was passiert, wenn wir unsere ererbten Unternehmen so lange weiter optimieren, bis wir sie restlos ausgeschöpft haben, fragt sich Thiel.

„So unglaublich es klingen mag, die Folge wäre eine schlimmere Krise als die des Jahres 2008. Die Best Practices von heute führen morgen in die Sackgasse.“

Aber genau unter diesem Syndrom leide die Deutschland AG, bemerkt Stäudtner. Ausführlich nachzulesen in seinem neuen Buch “Deutschland im Innovationsstau – Wie wir einen neuen Gründergeist erschaffen”.

„Die reichsten Deutschen haben ihr Vermögen geerbt oder konnten sich ins gemachte Nest begeben. Deutsches Geld ist also relativ altes Geld. Das hat massive Auswirkungen auf das Denken der Eigentümer der Firmen, der Investoren. Während gerade in Großbritannien und Amerika die Reichsten laufend Schlagzeilen mit gewagten Investitionen machen…

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Live-TV aus jeder Lebenslage: #Meerkat App rockt zur Zeit das Social Web

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Merkat

Mein Credo bei Videos lautet ja bekanntlich quick-and-dirty. Ohne großen technischen Aufwand, ohne High-End-Geräte und ohne aufwändige Nachbereitung in jeder Lebenslage Bewegtbilder produzieren. Das ist einer der Vorteile von Diensten wie Hangout on Air. Nachteil des Google-Dienstes: Man als Operator keine Livestreams via Hangout-App starten – oder nur mit einigen Tricks. Deshalb eignet sich für den mobilen Einsatz die Bambuser-App. Man aktiviert die Applikation und kann sofort mit einem Klick via Tablet oder Smartphone live senden. Nachteil: Wenig Interaktion, weil kaum einer die Anwendung kennt. Die Entwickler der Meerkat-App (in Anlehnung an die putzigen Erdmännchen) haben einen besseren Weg gewählt: Login erfolgt mit dem Twitter-Account. Will man das Livestreaming sofort starten oder für später planen, reicht ein kurzer Titel, der sofort als Tweet in der eigenen Twitter-Timeline erscheint. Jeder Zuschauer wird am oberen Rand des Videos mit dem Account-Foto von Twitter angezeigt. Jeder Kommentar im Chat erscheint wiederum als…

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Was macht die #Cebit15 eigentlich nachts? Über die Live-Hangouts in der #Mittelstandslounge in Halle 5

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Live-TV leicht gemacht Live-TV leicht gemacht

Was macht Ihr Messestand eigentlich nachts? Diese Frage haben wir (Hannes Schleeh und icke) auf der Cebit 2013 zum ersten Mal von Sascha Stoltenow gehört und waren fasziniert von den möglichen Antworten, die wir darauf mit dem Livestreaming-Dienst Hangout on Air bei gleichzeitiger Youtube-Aufzeichnung geben könnten. Hannes war 15 Jahre lang für die Messeauftritte der Maschinenring-Organisation zuständig und kennt die Probleme eines Messeverantwortlichen sehr gut.

So ein Event ist immer eine riesige Aktion für Firmen, Verbände und Brancheninitiativen. Für Standkonzepte, Miete, Personal, Programme, Info-Material, Getränke und Snacks müssen einige Euros investiert werden. Häufig verpufft das Gebotene direkt nach dem Schlusstag. Vorträge werden nicht dokumentiert, Videos erscheinen erst weit nach dem Ende der Messe und Interessenten, die aus zeitlichen Gründen den Stand nicht besuchen konnten, bekommen überhaupt nichts mit. Mit Live-Hangouts, die das gesamte Messegeschehen ins Netz senden, kann man das mit einem mobilen Studio ändern. Über die…

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Innovation, Information, Inspiration und Transpiration für die d!conomy: Volles Programm in der #Cebit15 #Mittelstandslounge Halle 5

Livestreaming-Ankündigung

Mit mehr als 5 000 Innovationen aus der digitalen Welt, interessanten Sprechern und dem Partnerland China startet die Cebit 2015 unter dem Top-Thema d!conomy am kommenden Wochenende.

„Die Digitalisierung übernimmt immer stärker die Rolle als Treiber von Innovation in Unternehmen, unabhängig von Größe und Branche. Sie verändert Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle. Unternehmen und auch die öffentliche Verwaltung sollten die Digitalisierung noch stärker als strategische Aufgabe des Managements begreifen. Auf der Cebit können Verantwortliche aller Bereiche – IT, Marketing, Finanzen, Personal, Vertrieb, Einkauf – erleben, wie sie das Unternehmen heute aufstellen müssen, damit sie morgen noch wettbewerbsfähig sind“, so Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe AG.

Insbesondere für Mittelständler weitet die Fachmesse ihr Angebot in diesem Jahr deutlich aus. So kann man sich in der Mittelstandslounge in Halle 5 herstellerübergreifend beraten lassen und sich über konkrete Digitalisierungsschritte im eigenen Unternehmen informieren. In der Mittelstandslounge sorge ich mit Hangout On Air dafür, dass Impulsvorträge, Roundtables, spontane Gespräche und Interviews während der gesamten CeBIT live ins Internet übertragen werden. Die von mir angelegten Google Plus-Events untermauern, warum es auch um Transpiration geht 😉

Montag, 16. März

Dienstag, 17. März

Ein Netzökonomie-Campus Spezial in der Mittelstandslounge!

Mittwoch, 18. März

Donnerstag, 19. März

Freitag, 20. März

Dann kommen noch Spontan-Interview dazu – also reichlich Stoff für die Digitalisierung und für den Einstieg in die vernetzte Wirtschaft.

Man hört und sieht sich nächste Woche in Halle 5 in der Mittelstandslounge.

Mehr Visionen, weniger Pläne – Abschied von der „alten“ Industriepolitik #wmfra

MS Wissenschaft

Jetzt werden wieder von den liebwertesten Industrie-Gichtlingen die üblichen Gegenargumente zu meinen kritischen Industriethesen gepostet, die ich beim Webmontag in Frankfurt vorgetragen habe:

Vom gegenseitigen Haare schneiden können wir nicht leben” (kann man auch abwandeln mit Pizza-Lieferservice oder Maniküre oder, oder, oder). Gleich danach folgen: „Wir sind ein Land des Maschinenbaus und des Ingenieurswesens” sowie “Deutschland ist doch eine Exportnation”.

Noch einmal: Wie viele Arbeitsplätze stellt denn der Maschinenbau in Deutschland? Wie hoch ist der Wertschöpfungsanteil der industriellen Produktion, der das Label „Made in Germany“ wirklich verdient?

Relevanz von Design, Marketing und Software

Das Verhältnis zwischen in den Exporten enthaltener inländischer Bruttowertschöpfung und importierten Vorleistungen hat sich stark zu Gunsten des Auslandes verschoben. Die Fertigungstiefe in Deutschland hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen. Bei uns findet die Forschung, Veredelung und Endmontage statt. Kein Service-Experte würde von einer Ökonomie ohne Produktion und Produkte träumen. So ist das „Industrieprodukt“ iPhone sicherlich der Ausgangspunkt für den Erfolg der Dienste. Aber von welcher Wertschöpfung profitiert denn die amerikanische Volkswirtschaft? Die iPhone-Produktion findet in Asien statt und steht am Ende der Forschung und Entwicklung des Cupertino-Konzerns. Apple ist ein Paradebeispiel für die Relevanz von Design, Marketing, Software und intelligenten Anwendungsprogrammen. All das treibt den Wert von Apple und nicht der reine Akt der Industrieproduktion.

Stark bei neuen Technologien sein

„Meine Maschine, mein Produkt, mein geniales Ingenieurswissen, meine Erfindungen und meine Patente“ als Geisteshaltung der stolzen Industrienation reichen nicht aus, um Markterfolge zu erzielen.

Der Netzökonom Holger Schmidt stellte dem Internetexperten Andrew McAffee zu diesem Themenkomplex eine interessante Frage:

„Die USA haben die besten Internetunternehmen, Deutschland hat die beste Industrie. Wer wird das ‚industrielle Internet‘ gewinnen?“ Die Antwort des MIT-Forschers: „Wenn man sich die Geschichte der großen technologischen Umwälzungen anschaut, haben sich meist die Unternehmen durchgesetzt, die besonders stark in der neuen Technologie waren – und nicht die Unternehmen, die in der vorherigen Technik führend waren.“

Missionen ohne Pläne

So manchem Firmenlenker in Deutschland sei das klar. Selbstzufriedenheit wäre nach Ansicht von McAffee in der aktuellen Situation ganz gefährlich. Der deutsche Google-Forscher Sebastian Thrun vermisst in seinem Heimatland den Optimismus der Silicon Valley-Szene. Er glaubt nicht an Pläne und Vorhersagen, wie sich etwas zu entwickeln hat. „Ich glaube an ambitionierte Ziele, an Missionen“, sagt Thrun gegenüber dem Spiegel.

Visionärer sollten deutsche Firmen bei der Entwicklung von Eco-Systemen sein mit einer smarten Kombination von Produkten, Anwendungen und Services: „Wachsender Dienstleistungsanteil heisst ja auch, dass mehr Dienstleistung ‚in‘ den Produkten steckt.

Das eben auch ‚das Harte‘ nur verkauft werden kann, weil immer mehr ‚Weiches‘ drin ist. Das ist das Prinzip der Co-Adaption“, bemerkt Wirtschaftsprofessor Lutz Becker.

Ausführlich nachzulesen in meiner The European-Mittwochskolumne.

Siehe auch:

Kommentar zur Energiewende: Lasst die Stromkonzerne sterben.

So sieht sie aus, die Industriepolitik in Berlin: Direkter Draht ins Kanzleramt: Der Lobbyismus von RWE.

Im Land der digitalen Bräsigkeit: Industrie-Lobbyismus statt Programmatik für die Netzökonomie #wmfra

Schumpeter in der Bonner Innenstadt

Schumpeter in der Bonner Innenstadt

Die Deutschen haben wohl ein Problem bei der Wahrnehmung der Wirtschaftsrealität:

Das belegt eine Abhandlung von Joseph Schumpeter aus dem Jahr 1928 mit dem Titel „Die Ten­den­zen unse­rer sozia­len Struk­tur“. Hier unter­sucht Schum­pe­ter die Dis­kre­panz zwi­schen der Wirt­schafts­ord­nung Deutsch­lands und der Sozi­al­struk­tur. Die Wirt­schafts­or­ga­ni­sa­tion war kapi­ta­lis­tisch, die deut­sche Gesell­schaft war aber in ihren Gebräu­chen und Gewohn­hei­ten nach wie vor in länd­li­chen, ja sogar feu­da­len Denk­wei­sen gefan­gen – heute indus­trie­ka­pi­ta­lis­tisch. Zur Reichs­grün­dung 1871 haben nahezu zwei Drit­tel der Bevöl­ke­rung auf Gütern oder Gemein­den mit weni­ger als 2000 Ein­woh­nern gelebt, noch nicht ein­mal 5 Pro­zent in Groß­städ­ten von mehr als 100.000 Ein­woh­nern. Bis 1925 hatte sich der Anteil der Stadt­be­woh­ner ver­fünf­facht, wäh­rend der Anteil der Land­be­völ­ke­rung um die Hälfte zurück­ge­gan­gen ist. Ursa­che war vor allem ein sprung­haf­ter Anstieg der Agrar­pro­duk­ti­vi­tät. Wäh­rend 1882 in Deutsch­land nur 4 Pro­zent der klei­nen Land­wirt­schafts­be­triebe Maschi­nen ein­setz­ten, waren es 1925 schon über 66 Pro­zent. Die Mecha­ni­sie­rung löste eine Land­flucht aus und trieb die Land­ar­bei­ter in die Städte. Landjunker, barfüssige Propheten, Zurück-zur-Scholle-Ideologen dominierten die Berliner Politik.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Quelle: Statistisches Bundesamt

Heute dominieren die Gesänge der Industrielobbyisten

Wir ergehen uns in industriepolitisch motivierten Abwehrschlachten und verplempern damit eine Menge Zeit. Wir setzen keine Akzente in der Wirtschaftspolitik, um uns von den Anachronismen der untergegangenen Industriewirtschaft zu befreien, wie es der Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser in seinem Standardwerk “Deutsche Wirtschaftsgeschichte seit 1945″ ausdrückt. Wo sind klare Konzepte für einen institutionellen Rahmen zu erkennen, um uns auf die Bedürfnisse der nachindustriellen Ära auszurichten? Weder die wirtschaftlichen Eliten noch die öffentliche Meinung waren und sind sich der Realität bewusst, „dass schon Anfang der sechziger Jahre selbst bei stark rohstofforientierten Produzenten, wie der deutschen Großchemie, bis zu zwei Drittel der Wertschöpfung auf der Fähigkeit zur Anwendung von wissenschaftlich basierter Stoffumwandlungsprozesse beruhte”, schreibt Abelshauser in der erweiterten Auflage seines Opus.

1980 zählte der Industriesektor das erst Mal nicht mehr zur dominanten Branche in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Den Gipfelpunkt hatte das produzierende Gewerbe 1960 erreicht, seit dem geht es stetig bergab.

Seit den neunziger Jahren sind mehr als 75 Prozent der Erwerbstätigen und ein ebenso hoher Prozentsatz der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung durch immaterielle und nachindustrielle Produktion entstanden. Die innere Uhr der politischen Entscheider ist immer noch auf die industrielle Produktion gepolt. Man merkt es an der wenig ambitionierten Digitalen Agenda der Bundesregierung, man erkennt es an den lausigen Akzenten, die in der Bildungspolitik gesetzt werden und man hört es bei den Sonntagsreden der Politiker, wenn es um Firmenansiedlungen geht. Es gibt keine Konzeption für eine vernetzte Ökonomie jenseits der industriellen Massenfertigung aus den Zeiten des Fordismus.

Wolf Lotter, brandeins-Autor:

“Die Re-Industrialisierung hat vom Ton her etwas reaktionäres und gehört zur Vorstellungswelt der Volksparteien, die sich hier sehr einig sind. Sie sind in der Industriegesellschaft geboren worden und sind mit der Kultur der Industriegesellschaft eng verhaftet. Sie haben ein mechanistisches Menschenbild und gehen davon aus, dass Fabriken leichter zu kontrollieren sind. Mit der neuen Welt der Wissensgesellschaft können sie sich nicht anfreunden.“

Der Anteil der Industrie an der Wertschöpung liege nur bei einem Viertel, so Lotter. Industriepolitiker und Verbandsfunktionäre beanspruchen aber in Berlin 100 Prozent des Theaters, weil sie ihre Macht nicht aufgeben wollen und in dieser alten Welt ihre Erfüllung sehen. Es sei vollkommener Unsinn, wenn die Politik sich immer noch auf das mechanistisch Anfassbare kapriziert.

„Das beweist, dass der durchschnittliche deutsche Politiker ein Beamter ist, der von der Ökonomie und von der Praxis keine Ahnung hat”, so Lotter im ichsagmal-Interview.

Qualmende Schlote bringen der deutschen Wirtschaft gar nichts, auch keine Arbeitsplätze, da die Fertigungstiefe in den vergangenen Jahren nicht zugenommen hat und wohl auch in Zukunft nicht zunehmen wird. Exporte – Basar-Ökönomie – Robert Basic – Südkorea

Warum transportieren eigentlich Organisationen wie das Institut der deutschen Wirtschaft dann immer noch das Märchen von der heilsamen Wirkung der Re-Industrialisierung?

“Es gibt viele Institute und Direktoren, die eng mit dem industriellen Sektor verflochten sind. Insgesamt gibt es eine enge Verflechtung zwischen Industrie, Wirtschaftsinstituten und Politik. Man muss sich nur die Namensliste der Berliner Industrielobby anschauen. Teilweise sogar in Personalunion. Das spielt sich vor allem im roten und schwarzen Lager ab. Da wird jemand Politiker mit einer alt-industriellen Lackierung, der dann später zum Verbandschef aufsteigt, um seine Freunde im Industrielager weiter zu unterstützen”, sagt Lotter.

Die einseitig Industriesicht könnte sich rächen:

Mehr als drei Viertel der deutschen mittelständischen Unternehmen sehen zwar eine rasante digitale Transformation der Wirtschaft und erkennen, dass ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit ohne zunehmende Digitalisierung bedroht ist. Aber nur bei jedem zweiten Unternehmen ist die Digitalisierung Bestandteil der eigenen Strategie. Für fast die Hälfte der Unternehmen spielt laut einer DZ Bank-Studie die Digitalisierung der Geschäftsprozesse derzeit noch gar keine oder nur eine geringe Rolle. Ich halte das sogar für eine konservative Einschätzung. Selbst deutsche Autokonzerne gehen recht lässig mit den Herausforderungen der digitalen Transformation um: So hat sich Daimler-Chef Dieter Zetsche in einem Interview zum Gerücht geäußert, Apple werde in das Automobilgeschäft einsteigen:

Zetsche

Das klingt nach einer Selbstsicherheit, die man auch als betriebsblinde Arroganz interpretieren könnte. Oder anders ausgedrückt: Die Geschäftserfolge der Vergangenheit wirken wie Denkfallen.

Es geht bei der Thematik allerdinsg nicht um “Software STATT Spoiler”, wie die Zeit titelte, sondern um Spoiler, Software UND Vernetzungsintelligenz.

Inhaltlich liegt der Zeit-Redakteur Götz Hamann allerdings richtig. Selbst die Perlen der deutschen Industrie – also Autokonzerne und Maschinenbauer – sind nicht mehr unangreifbar. Wenn Apple jetzt bis zu tausend Autoexperten einstellt, sollte das in München, Wolfsburg, Stuttgart und Ingolstadt nicht mit naserümpfender Arroganz beantwortet werden.

”Autos werden heute fast wie Handys und Computer gebaut. Man bestellt die Bauteile, besonders gern bei Continental, Bosch und ZF Friedrichshafen. Dann setzt man alles zusammen, wie es Volkswagen mit seinem Baukastenprinzip vormacht, und vermarktet das Auto. Die eigene Wertschöpfung liegt dadurch nur bei rund 25 Prozent”, so Hamann.

Warum sollte nicht auch Apple dazu in der Lage sein? Es geht nicht mehr um Ego-Produktion, sondern um Eco-Produktion, so das Credo von Winfried Felser vom Unternehmer-Portal Competence Site.

Google verlegt Glasfaserkabel, produziert Laptops, Tablets und Software, steigt in die Pharmaindustrie ein, experimentiert mit fliegenden Windturbinen zur Produktion von Ökostrom, bringt die Robotik in der industriellen Produktion auf ein höheres Level, engagiert die besten Genetiker, Hirnforscher, Elektrotechniker, Maschinenbau-Ingenieure (!) und Chemiker. Die Silicon-Valley-Giganten machen also auch vor dem Allerheiligsten in Deutschland nicht halt.

Wo ist der Industrie 4.0-Vorsprung nur geblieben?

Im April 2013 ging die so genannte Plattform Industrie 4.0 als Gemeinschaftsprojekt der Wirtschaftsverbände BITKOM, VDMA und ZVEI mit großen Erwartungen an den Start, um die Hightech-Strategie der Bundesregierung maßgeblich zu unterstützen. Die Initiative steht für die Anwendung des Internets der Dinge und der Dienste in industriellen Prozessen, in Produktion und Logistik, mit weitreichenden Konsequenzen für die Wertschöpfung, die Geschäftsmodelle sowie die nachgelagerten Dienstleistungen und die Arbeitsorganisation. Was die drei Verbände zustande gebracht haben, die immerhin rund 6000 Mitgliedsunternehmen der deutschen Spitzenindustrie repräsentieren, ist spärlich.

Die USA sind dabei, auch bei der vernetzten Industrie Trendsetter zu werden, warnt Franz Eduard Gruber, Gründer und Chef der Software-Firma Forcan, die sich auf die Steuerung von Maschinen spezialisiert hat. Die Amerikaner haben nach seinen Erfahrungen erkannt, dass die Standardisierung in der Kommunikation von Maschinen und Sensoren entscheiden ist.

„Wer den Standard definiert, der definiert, in welche Richtung der Weltmarkt künftig läuft“, so der ehemalige SAP-Manager auf einer Fachtagung des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam.

Die USA hätten mit dem offenen Standard MTConnect bereits Fakten geschaffen. Und dann folgt eine denkwürdige Replik.

Industrie 4.0

Das sei einer Gründe, warum die Plattform unter dem Dach des Bundeswirtschaftsministerium umorganisiert wird. Hat man das eigentlich bei der Gründung der Plattform nicht gewusst? In den vergangenen Tagen wurde jedenfalls deutlich, dass wir trotz hektischem Aktionismus von Kanzlerin Angela Merkel, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Wissenschaftsministerin Johanna Wanka auch beim „Internet der Industrie“ den Wettbewerb mit den USA verlieren könnten.

So langsam werden wir zur verlängerten Werkbank, die sich auf die Veredelung von Produkten und Diensten zurückzieht. Wie viele unserer Projekte in der Grundlagenforschung, Patente und Ingenieurleistungen bringen wir zum Markterfolg? Welchen Stellenwert hat bei uns die Digitalisierung und die Konzentration auf Anwendungen, die bei Produkten immer entscheidender wird? Von der Heimvernetzung bis zur großspurig verkündeten Energiewende, die im Streit um das EEG gerade kräftig zerredet wird, verspielen für wichtige Themen, die eng mit der vernetzten Ökonomie zusammenhängen.

Umberto Eco

Genug Stoff für die Disputation beim Webmontag in Frankfurt. Soweit mein Vortrag.

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen oder Websites zu schließen: Ego-Marketing oder Eco-Marketing? #nöccn

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Beton-Walter Beton-Walter

Annette Schwindt wies mich beim Social Media ClubChat Bonn auf ein sehr spannendes Interview mit dem Digital-Business-Experten Brian Solis in der neuen Ausgabe der Zeitschrift t3n hin. Es Beinhaltet einigen Zündstoff und wird vielen Marketing-Beratern negativ aufstoßen, weil Solis einige heilige Kühe schlachtet:

„Der ‚traditionelle digitale Kunde‘ fällt eine Entscheidung, indem er googelt: Er klickt auf ‚Suchen‘, bekommt Ergebnisse angezeigt und klickt sich von dort aus weiter. Der Connected Customer dagegen beginnt nicht mit Google, denn er will gar keine Website mehr besuchen, die im Grunde ja nur eine digitale Broschüre ist. Er hat ein genaues Ziel vor Augen – will vielleicht etwas kaufen oder unternehmen – und will möglichst schnell dorthin gelangen. Er informiert sich also bei jemanden, dem er vertraut und der dasselbe Interesse teilt. Zum Beispiel bei Youtube, wo ihm ein kurzes Video seine Frage beantwortet oder ihm einen wertvollen Rat gibt. Oder er macht…

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M@tch digital: Live-Hangout um 11:30 Uhr über das Programm der #Cebit15 #Mittelstandslounge

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Cebit

Am Donnerstag, um 11:30 Uhr (also am 5. März) stellen wir das Programm der Cebit-Mittelstandslounge in Halle 5 vom 16. bis 20. März in Halle 5 vor. Mit dabei: Ulla Köster (Xethix), Manuel Wortmann (basecom GmbH), Professor Peter von Mitschke-Collande (Uni Hannover) und Andreas Fischer (Digitalize your business-Initiative). Moderation: Gunnar Sohn (also icke).

Ihr könnt wieder kräftig während der Liveübertragung mitdiskutieren. Über die Google Plus Eventseite (Fragen-Button auf dem Video oben rechts) oder via Twitter mit dem Hashtag #Mittelstandslounge.

Das komplette Programm der Cebit-Mittelstandlounge findet Ihr auf Facebook.

Auf meiner Google Plus-Veranstaltungsseite findet Ihr alle geplanten Live-Hangouts, die ich in den fünf Messetagen übertragen werde. Danach bin ich wahrscheinlich urlaubsreif.

Man hört und sieht sich im morgigen Livestream und hoffentlich auf der Cebit in Halle 5 🙂

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