Schnelles Internet und das Märchen von der zu geringen Nachfrage

Könnte schneller sein

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Das Märchen von der zu geringen Nachfrage nach schnellem Internet, was von Wirtschaftsforschern im Auftrag der Bundesregierung in die Welt getragen werde, sei nur ein weiterer Beleg für das mangelhafte Verständnis der politischen Akteure für die Relevanz der digitalen Infrastruktur: „Wir haben schon jetzt Engpässe. Unsere politische Elite und auch viele klassische Wirtschaftsführer verstehen nicht, was zurzeit im Markt passiert. Die digitale Revolution ist mindestens so relevant wie die Energiewende“, stellt Roman Friedrich von Booz & Co. klar.

Besonders bitter ist die digitale Rückständigkeit für strukturschwache Gebiete in Deutschland, die junge Talente an Städte wie Köln, Berlin, München oder Hamburg verlieren. Zwischen 2002, dem Jahr des Bevölkerungshöchststandes, und 2008 haben 202 von 413 Landkreisen und kreisfreien Städten mehr als ein Prozent ihrer Einwohner verloren. In dem gleich langen Zeitraum zuvor traf das nur auf halb so viele Kreise zu. Diese lagen vorwiegend in Ostdeutschland, das nach der Wende erhebliche demografische Verluste zu verbuchen hatte.

Gegenwärtig verliert bereits etwa ein Drittel der westdeutschen Kreise Bevölkerung. Wo die Lebensbedingungen schwierig sind, wo es an innovativen Betrieben und gut bezahlten Jobs mangelt, verschärft sich meist auch die demografische Lage. Cloud-Arbeitsplätze würden jedoch dezentrale Organisationen aufbauen und die negativen Folgen von Landflucht sowie Überalterung abmildern. Aber selbst mit flexiblen Arbeitsmodellen gibt es Probleme, wie Thomas Dehler von der Gesellschaft für Telearbeit skizziert.

Für Cloud-Belegschaften benötigt man laut dem Kenner eine Datenleitung mit sechs Megatbit. Doch selbst dieses Surftempo erreichte nur ein Teil der 700 qualifizierten Bewerber im südlichen Brandenburg, das die Firma als Pilotregion avisiert hatte. Und die 80 Kandidaten, die Dehler schließlich einstellte, verzeichneten immer wieder technisch bedingte Fehlzeiten. Ausführlich nachzulesen in der Meldung: Netzökonomie: Deutschland rutscht ins Mittelmaß ab.

Über die Studie im Auftrag der Bundesregierung haben wir uns in Bloggercamp.tv mit einem der Autoren auseinandergesetzt:

Siehe auch:

Wie die deutsche Elite im Digitalen versagt – Abstiegsplatz für die Netzökonomie.

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3 Kommentare - “Schnelles Internet und das Märchen von der zu geringen Nachfrage”

  1. gsohn 6. April 2014 um 22:55 #

    Die Nachfrage richtet sich ganz klar nach dem Angebot. Wie soll Tante Erna ihren Wunsch artikulieren? Wer ist der Adressat für die Nachfrage nach schnellem Internet?

  2. Georg Sauer (@Schorsch92) 6. April 2014 um 22:46 #

    Das passt wohl hierzu: http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Wirtschaft/d/4552392/deutsche-telekom-meldet-hohe-nachfrage-.html Auch bei uns hat die Telekom endlich auf VDSL ausgebaut un ddie Nachfrage war hoch obwohl KabelBW in einem Großteil des Ortes bereits seit einiger Zeit 100 Megatbit anbietet.

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  1. Die wunderbare Welt von Isotopp - 7. April 2014

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