Die Online-Umfrage zur Studie „Gesamtstaatliches Sicherheitsökosystem 2030“ von AFCEA Bonn zeigt ein klares Bild: Deutschland besitzt viele sicherheitstechnische Bausteine. Doch im Ernstfall entscheidet ihre Verkettung.
72 Personen aus Technologieunternehmen, Systemintegration, Forschung, Beratung, Bedarfsträgern und Betreibern haben teilgenommen. 62 Teilnehmende nannten konkrete Lösungen, rund 50 lieferten Wirkungsbeispiele. Für eine Online-Umfrage ist das ungewöhnlich konkret. Der Markt liefert also.
Die Schwäche liegt in der Mitte der Wirkungskette. 81 Prozent der codierten Wirkungsnennungen sitzen an den beiden Enden: Erkennen und Handeln. Dazwischen bleiben Bewertung, Entscheidung, Koordination und Orchestrierung dünn besetzt. Deutschland sieht Risiken. Deutschland handelt an vielen Stellen. Doch das Bindeglied fehlt.
Diese Verkettungslücke entsteht durch fehlende Verzahnung, ungeübte Interoperabilität, unklare Governance und zu wenig gemeinsame Übungsszenarien. Kommunikation, Lagebild, Cloud, Cyberabwehr, Führungssoftware und Krisenwarnsysteme liegen als Ansätze vor. Entscheidend wird, ob daraus eine belastbare Wirkungskette entsteht.
Die Ergebnisse fließen in die Studie „Gesamtstaatliches Sicherheitsökosystem 2030“ ein, die beim Bonner IT-Dialog am 7. und 8. Oktober 2026 vorgestellt wird.
