Was ist denn nun disruptiv und was nicht? Meinung gefragt

Auf der Suche nach disruptiven Angreifern

Auf der Suche nach disruptiven Angreifern

Die wahrscheinlich einflussreichste Managementtheorie der vergangenen 20 Jahre wird oft missverstanden. Es geht um die Disruptionstheorie. Mit dem von Professor Clayton M. Christensen entwickelten Modell lässt sich relativ gut vorhersagen, welche aufstrebenden Unternehmen beim Einstieg in einen neuen Markt Erfolg haben werden und welche nicht. Die Theorie verliert ihren Nutzen, wenn sie beliebig auf jede Art von Innovation projiziert wird. Zu dieser Auffassung gelangt Christensen in einem Beitrag für „Harvard Business Manager“. Der Autor vermutet nun wohl zurecht, dass kaum einer der selbst ernannten digitalen Evangelisten, die von Disruption sprechen, auch nur ein einziges ernst zu nehmendes Buch oder Fachartikel zu diesem Thema gelesen haben. Das würde ihre schwatzhafte Tournee zeitlich nicht zulassen.

Uber und MyTaxi sind nicht disruptiv

„Disruptive Innovationen“ werden mittlerweile auf so ziemlich alle Situationen ins Feld geführt, in denen sich eine Branche verändert und die zuvor erfolgreichen Platzhirsche in Bedrängnis geraten. In fast jedem Vortrag zur digitalen Transformation darf das Beispiel „Uber“ nicht fehlen. Schließlich hat das Startup-Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 2009 ein sagenhaftes Wachstum hingelegt, ist in über 60 Ländern aktiv und wird von Investoren mit rund 50 Milliarden Dollar bewertet. Uber verändert das Taxigewerbe nicht nur in den USA. Aber ist das Unternehmen auch disruptiv?

Christensen verneint das:

„Die revolutionären Neuerungen, die unsere Theorie beschreibt, können sich deshalb durchsetzen, weil die etablierten Unternehmen zwei Arten von Märkten übersehen. Erstens das untere Preissegment, in dem Neulinge Fuß fassen können, weil die Platzhirsche typischerweise versuchen, den profitabelsten und anspruchsvollsten Kunden immer bessere Produkte und Dienste zu verkaufen; den Rest der Kundschaft vernachlässigen sie dabei.“

Für Neueinsteiger eine gute Gelegenheit, den weniger anspruchsvollen Kunden Produkte oder Dienste zu offerieren, die gerade gut genug sind, etwa beim Siegeszug von Kleinkopierern im Marktsegment von Xerox, die nur Großkunden bedienten. Dann gibt es Innovationen in neuen Märkten, die von disruptiven Unternehmen selbst erschaffen werden:

„Einfach ausgedrückt finden diese einen Weg, Nichtkonsumenten in Konsumenten zu verwandeln“, so Christensen.

Disruptive Unternehmen fangen immer damit an, das untere Kundensegment oder unversorgte Konsumenten anzusprechen, danach nehmen sie den Mainstream-Markt ins Visier. Uber habe genau den gegenteiligen Ansatz gewählt:

„Zunächst hat das Unternehmen eine starke Position im Massenmarkt aufgebaut, dann erst hat es bislang unbeachtete Segmente angepeilt.“

Noch weniger disruptiv ist MyTaxi, die sich mit ihrem Angebot im monopolistischen Taximarkt tummeln und mit ihrer App die etablierten Platzhirsche abgrasen.

Bei beiden Unternehmen handelt es sich um erhaltende Innovationen – also ähnlich wie die fünfte Klinge eines Rasierers, die uns in der Fernsehwerbung als bahnbrechende technologische Neuerung verkauft wird. Was typisch ist für erhaltende Innovationen, sind die Gegenreaktionen der etablierten Unternehmen. So setzen Taxiunternehmen neue Technologien ein, um es den Kunden leichter zu machen, ein Taxi zu bestellen und den Service zu bewerten. Oder sie fechten schlichtweg die Rechtmäßigkeit von Uber-Angeboten an.

Nicht wie aufgeregte Hühner reagieren

Der Begriff „disruptive Innovation“ führe in die Irre, wenn damit ein Produkt oder ein Dienst zu einem bestimmten Zeitpunkt gemeint ist und nicht seine Entwicklungskurve über einen gewissen Zeitraum. Deshalb muss man auf disruptive Startups nicht wie ein aufgeregte Huhn reagieren nach dem Mantra der Keynote-Sprechautomaten „DISRUPT OR BE DISRUPTED“.

Wenn das Bestandsgeschäft noch Gewinne abwirft, wäre es ziemlich dämlich, die Notbremse zu ziehen. Christensen rät, die Bindungen zu den Stammkunden zu stärken und in erhaltende Innovationen zu investieren. Zudem könnte fernab des Kerngeschäfts ein neues Geschäftsfeld erschlossen werden als mögliche Abwehrmaßnahme gegen disruptive Angreifer.

Ein Patentrezept kann Christensen nicht aus dem Ärmel zaubern im Gegensatz zu den digital-transformatorischen Bühnen-Dichtern.

Unternehmen sollten unabhängige Einheiten unter dem Schutz des Top-Managments aufbauen, um disruptive Modelle zu erkunden und zu entwickeln.

Aber welche disruptiven Innovatoren werden denn nun wirklich die Platzhirsche der Wirtschaft herausfordern?

Man könnte natürlich auch die „ultimative“ Kollmann-Frage stellen: Welches Startup aus dem Silicon Valley mit einer tollen disruptiven Innovation und einer Menge Geld wird etablierte Branchen kaputtmachen?

Eure Meinung interessiert mich – also konkrete Beispiele, die man empirisch untermauern kann.

Heute um 18 Uhr mache ich dazu einen Live-Hangout. Wer rein möchte, sollte mich schnell noch informieren, um den Zugangslink zu bekommen 🙂

Vectoring-Monopol für die Telekom: Breitbandausbau als Mogelpackung – Bye-Bye Glasfaser

Überflüssige Telekom-Router türmen sich in der Küche.

Die Bundesnetzagentur hat heute ihren Entscheidungsentwurf zum Antrag der Telekom auf den Exklusivausbau der Hauptverteiler-Nahbereiche mit Vectoring veröffentlicht. Das sogenannte VDSL2-Vectoring ist eine Technologie, die es erlaubt, den Datendurchsatz von Kupferleitungen zu erhöhen. Man kann ein höheres Datentempo erreichen, ohne die bestehenden Kabel durch Glasfaser zu ersetzen. So sollen durch Vectoring Geschwindigkeiten von mindestens 50 Megabit und bis zu 100 Megabit pro Sekunde möglich sein. Bei der Telekom-Konkurrenz stößt das auf Kritik:

„Aus unserer Sicht ist das kein fairer Kompromiss“, kritisiert Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM in Köln. Das für den Wettbewerb zentrale Recht auf Entbündelung werde mit dieser Regulierungsentscheidung erstmals in der noch jungen Geschichte des TK-Wettbewerbs gegen eine Investitionszusage des regulierten Unternehmens aufgegeben. „Und dies obwohl sich die Telekom weder rechtsverbindlich zu einem Ausbau von 50 Mbit/s noch zu einem auch nur annähernd flächendeckenden Ausbau bis 2018 verpflichtet hat. Sie soll mit der Entscheidung grundsätzlich die Möglichkeit erhalten, Vectoring im Nahbereich im Monopol einzusetzen“, so der VATM-Chef.

Der Entwurf der Regulierungsverfügung schütze das Technologiemonopol der Telekom sehr weitgehend. Eine dynamische Entwicklung der Investitionen durch Wettbewerber bleibe weitgehend unberücksichtigt. So sollen allein der heutige Tag und die Mehrheit der heute mit VDSL ausgebauten Kabelverzweiger (KVz) ausschlaggebend sein für die Frage, wer bis 2018 den Nahbereich mit Vectoring-Technologie erschließen darf. Mit dem Entscheidungsentwurf werden Hunderte von Kabelverzweiger, die bereits von Seiten der Wettbewerber in die Vectoring-Liste eingestellt und damit für Investitionen in den Breitbandausbau bereits vorgemerkt sind, nicht mehr berücksichtigt. Damit sichere der Entwurf nicht einmal den Status Quo der verbindlich zugesagten Breitbandinvestitionen der Wettbewerber.

Während der Ausbau durch die Wettbewerber bis 31. Mai 2016 verbindlich angekündigt und bereits bis 31.12.2017 abgeschlossen sein müsse, gilt für die Telekom ein solches Ultimatum nicht, was die Investitionsmittel aus den ländlichen Bereichen abzieht und sogar die Investitionen der Wettbewerber in Fördergebieten gegenüber der Telekom erschwert.

„Die Regeln zu Ausbauverpflichtungen im Nahbereich wirken sich damit insgesamt einseitig zu Lasten der Wettbewerber aus“, betont Grützner.

Ob nun das Kupferkabel in aufgerüsteter Variante die Modernisierung der digitalen Infrastruktur voranbringt, scheint fraglich:

„Ohne Glasfaser werden wir den Bandbreitenhunger der nächsten Jahre nicht stillen können! Ohne Glasfaser wird es kein digitales Wirtschaftswunder geben! Glasfaser ist die Grundvoraussetzung für zukünftigen Wohlstand. Eigentlich wissen das alle. Nur es wird weiterhin versucht, über die alten Kupferkabel schnelles Internet zu schieben“, kritisiert Bild-Kolumnist Nico Lumma.

Und das gilt für alle Netzbetreiber, die nicht in der Lage sind, vernünftige Geschäftsmodelle zur Refinanzierung der digitalen Infrastruktur zu erwirtschaften. Telekommunikation ist irgendwie nicht mehr sexy. Klingt nach 1990er Jahre. Verstaubt.

SMOWL-Vorstand im Amt bestätigt – Die Ost-Westfalen-Lippe-Vernetzer

Der alte und neue SMOWL-Vorstand

Der alte und neue SMOWL-Vorstand

Das Wirtschafts- und Kompetenz-Netzwerk Social Media OWL e.V. gehört nach eigenen Angaben zu den jungen und zugleich erfolgreichen Netzwerken „made in OWL“ – also Ost-Westfalen-Lippe:

„Seit 2011 haben sich die Experten für digitale Kommunikation nicht nur bestens in der Region vernetzt, sondern stehen heute bundesweit als Berater, Referenten, Dozenten und Moderatoren in der ersten Reihe und begleiten Unternehmen und Organisationen bei allen Aufgabenstellungen rund um die Themen Kommunikation, Social Media, digitaler Wandel und digitale Transformation“, teilt der Verein mit.

Auf der Jahreshauptversammlung in Rheda-Wiedenbrück wurde nicht nur auf die Arbeit der vergangenen zwei Jahre zurückgeblickt. Auch der Vorstand musste neu gewählt werden. Thorsten Ising, Michael Kemkes und Frank Michna sind alter und zugleich neuer Vorstand und wurden einstimmig im Amt bestätigt.

In den vergangenen zwei Jahren haben sie das Kompetenz-Netzwerk bekannt gemacht und „SMOWL“ bundesweit in die Köpfe der Menschen getragen. Ob als Partner in Sachen Arbeit 4.0, im Austausch mit den Hochschulen und IHKs über die Grenzen von OWL hinaus oder als Impulsgeber auf Messen wie der CeBIT und zahlreichen Veranstaltungen in Berlin, Köln, München, Stuttgart und Hamburg – immer öfter taucht das Kürzel „SMOWL“ hinter den Namen von Referenten und Moderatoren auf, wenn über digitale Transformation und Kommunikation gesprochen wird.

Das Wirtschafts-Netzwerk habe sich zu einer Plattform für Wissenstransfer rund um den digitalen Wandel und die damit verbundenen Veränderungsprozesse in und um Unternehmen und deren Bild in der Öffentlichkeit entwickelt. Zu den Mitgliedern gehören Kommunikationsberater, Online-Agenturen und Webshop-Entwickler, ebenso wie Medien- und Markenanwälte, Datenschützer, SEO-Spezialisten und IT-Unternehmen. Sie alle stehen im permanenten Austausch und bilden sich untereinander fort. Das so erarbeitete Wissen geben sie bereitwillig weiter. So stehen die Experten des Netzwerks oft auch kostenfrei für Vorträge und Impulse zur Beratung von Vereinen und Non-Profit-Organisationen zur Verfügung.

„Wir stehen erst am Beginn eines gewaltigen Wandels, den ein einzelnes Unternehmen, sowohl in der Geschwindigkeit, als auch in der Tragweite, kaum begreifen und umsetzen kann. Deshalb haben wir uns organisiert, um Trends und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und unseren Kunden Wissensvorteile zu verschaffen“, erklärt der Vorsitzende Thorsten Ising.

Gleichzeitig möchte man die Kompetenz in der Region sichtbarer machen.

Das UMTS-Debakel und die Innovationsstarre der Netzbetreiber @SaschaLobo

Sascha Lobo

Das Smartphone ist nach Auffassung von Sascha Lobo das Symbol von Deutschlands mobil vernetzter Rückschrittlichkeit.

„Ein Flüchtling aus Afrika wird in einem deutschen Geschäft versuchen zu bezahlen, wie er es gewohnt ist: mit dem Smartphone. Er wird scheitern. Bezahlung per Handy hat hier einen Exotikfaktor irgendwo zwischen Einrad und Einhorn. In weiten Teilen Afrikas, der USA, des Baltikums ist es selbstverständlich.“

Diese für ein Hochtechnologieland merkwürdige Rückschrittlichkeit habe auch ökonomische Gründe.

„Wenn in Deutschland im Mai 2015 ein Megabyte mobile Datenübertragung rund 5000 Prozent mehr kostete als in Finnland, dann… Moment, fünftausend Prozent? Fünftausend? Nein, kein Rechenfehler, sondern die bittere Wahrheit“, schreibt Lobo in seiner Spiegel-Kolumne.

Die Gründe für das teutonische Mobilfunk-Debakel sieht Lobo völlig zurecht in der Versteigerung der UMTS-Lizenzen zur Jahrtausendwende. Sie machte den Fiskus um 50 Milliarden Euro reicher und bewirkte bei den Netzbetreibern eine Politik der Langsamkeit, um mit höchst innovationsfeindlichen Mitteln eine Refinanzierung dieser gigantischen Lizenzbeträge zu erzwingen. Und das hat sich bis heute nicht wesentlich geändert.

„Denn 50 Milliarden Euro bedeuteten 620 Euro je Einwohner in Deutschland, und wie hätte man die je verdienen können? Natürlich gar nicht, erst Recht nicht verzinst und schon gar nicht, wenn man die dafür notwendige Infrastruktur mitberechnet. Die Konzerne mussten es trotzdem versuchen. Indem sie die Verbreitung billigerer Technologien verzögerten (Deutschland hatte 2014 zwei WLAN-Hotspots je 10.000 Einwohner, Südkorea 37). Indem sie absurde Preise aus den Nutzern herauswrangen und noch -wringen. Und nicht zuletzt durch intensive Lobby-Bemühungen“, so Lobo.

Warum der UMTS-Markt nicht funzen konnte, habe ich 2010 eingehend beleuchtet. Wir werden von der Vergangenheit wieder eingeholt.

Zur Google-Metamorphose: Blaupause für die Next Economy #Alphabet #NEO15 @netzpiloten #NotizAmt

ichsagmal.com

Presseclub leider ohne blauen Dunst wie zu Zeiten von Werner Höfer Presseclub leider ohne blauen Dunst wie zu Zeiten von Werner Höfer

Für meine neue Kolumne „Das Notiz-Amt“ bei den Netzpiloten habe ich mir nach langer Zeit wieder einmal den ARD-Presseclub angeschaut, der sich mit der neuen Holdingstruktur von Google auseinandersetzte.

Mit Marina Weisband, Mario Sixtus, Phillip Banse und Miriam Meckel war das sonntägliche Stelldichein in der Tradition von Werner Höfer auch gut und ungewöhnlich bestückt. Drei profunde Netzkenner und eine Vertreterin der klassischen Printmedien sprachen unaufgeregt über die Konsequenzen, die sich aus der Metamorphose des Suchmaschinen-Giganten ableiten lassen.

Google orientiert sich fortan an Berkshire-Hathaway-Holding des milliardenschweren Investors Warren Buffet und beendet damit das Dasein als Gemischt-Warenladen. Mit den neuen Führungsstrukturen kann man sich jetzt auf einzelne Sparten konzentrieren. Das Brot- und-Butter-Geschäft ist mit über 90 Prozent Umsatzanteil immer noch die Werbung via Adwords und Adsense. Mit dem Überbau “Alphabet” stärkt man den Glauben an das große Wachstum in den wilden…

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Neues Veranstaltungsformat in Bonn: Next Economy Open #NEO15 als Plattform für Wirtschaft und Netzszene

NEO im LVR-Landesmuseum am Bonner Hauptbahnhof

NEO im LVR-Landesmuseum am Bonner Hauptbahnhof

Mit der bloßen Verwendung von Begriffen wie Digitale Transformation, Industrie 4.0, Internet der Dinge, Big Data, Content Marketing, Kollaboration oder Social Media erschließen sich häufig nicht die wesentlichen Triebkräfte für die nächste Stufe der Ökonomie. Oft sind es Leerformeln, die an den Entscheidern in Wirtschaft, Politik und Verbänden vorbei rauschen. Auch die so genannten Gesetze der Managementliteratur, Marktforschung oder Expertenrat sorgen nicht immer für Klarheit, um eigene Trends in der Wirtschaft zu setzen.

„Man braucht Leidenschaft, Ideen, Offenheit und den Gedankenaustausch, um die Betriebsblindheit zu überwinden und nicht in alten Denkmustern zu verharren. Mit der Next Economy Open am 9. und 10. November im LVR-Landesmuseum in Bonn wollen wir kein x-beliebiges Format für Definitionen und Kalenderweisheiten des digitalen Wandels bieten, sondern für Überraschungen sorgen. Es geht nicht nur um den Austausch von Visitenkarten, sondern um das Matchen, Moderieren und Managen der Next Economy – eine dauerhafte Dialog-Plattform für Wirtschaft, Gründer, Netzszene, Politik und Wissenschaft: Klassik trifft Geeks, Nerds, Hacker und Blogger“, so Miliana Romic, Sprecherin der Next Economy-Initiative.

Der erste Tag der NEO15 wird über Barcamp-Sessions gestaltet, bei der die Teilnehmer das Programm über Vorschläge zur Next Economy am Vormittag selbst bestimmen.

„Für den zweiten Tag suchen wir im Vorfeld über ein Call for Papers-Wettbewerb spannende Session-Ideen zu vier Schwerpunkt-Themen, die zu einem Zusammenwachsen von Wirtschaft und Netzszene beitragen sollen: Kundendialog, New Work – die Arbeitswelt von morgen, Digitales Unternehmen/Digitale Organisation und Growth Hacking. Bewerbungen können bis zum 30. September eingereicht werden“, erläutert Romic.

Weitere Informationen zum Auswahlverfahren gibt es auf der NEO-Website.

Generell gehe es um Partizipation, das Teilen und Weitergeben von Wissen unter den Teilnehmern.

„Lebendige Diskurse und der Start von Projekten, die über das Event im November hinausreichen. Dafür soll auch das Format ‚Next Economy Dialog‘ etabliert werden. Ein ständiges Forum für Treffen, Expertendiskussionen, Studien, Weiterentwicklung der Workshop-Ergebnisse, Themen-Setting, programmatische Vor- und Nachbereitung der Next Economy Open. Auf Facebook gibt es eine Event-Seite, die den Zuspruch in der frühen Phase unserer Planungen dokumentiert. Wir freuen uns auf ein neues Format, das langfristig in der Bundesstadt etabliert wird. Für weitere Ideen sind wir immer zu haben“, resümiert Romic.

Mensch-Maschine-Kombination: Wie Katzenberger Polit-Talkmasterin werden kann #GSummit15

Watson kognitive Intelligenz

Der IBM-Rechner “Watson” ist wohl ein ziemlich schlaues Kerlchen. Nicht erst seit seinem legendären Sieg über die Champions des Ratespiels Jeopardy. Er kann noch viel mehr. Watson ist ein Fakten-Checker:

Seine Software der Künstlichen Intelligenz ist bereits bei Behörden, Institutionen und Unternehmen in den USA im Einsatz. Das System unterstützt Onkologen bei der Behandlung von Krebspatienten, führt natürlichsprachliche Verkaufsberatungen bei einer Bekleidungsmarke und leitet aus der permanenten Analyse digitaler Medien ab, welche Themen sich als gesellschaftliches Mem abzeichnen und welche davon auf die Agenda der Wirtschaft gehoben werden sollten. In der Definition von Patrick Breitenbach spricht man von einem Internet-Mem erst dann, wenn sowohl der Variationsgrad als auch die Anzahl der Verbreitung dermaßen zunimmt, dass die Quantität der Verbreitung für die beobachtenden Internetnutzer als Trend wahrgenommen wird. Nachzulesen im Opus „New Media Culture: Mediale Phänomene der Netzkultur“, erschienen im Transcript Verlag.

Selbst die recht bescheidenen Hotline-Angebote würden sich verbessern – jenseits von den Marketing-Versprechungen der Service-Industrie, wie brightone-Analyst Stefan Holtel beim G-Summit in Berlin deutlich machte.

Die kluge Kombination von Mensch und Maschine sei dem Fachexperten, der nicht auf intelligente Hilfsmittel zurückgreifen kann, statistisch immer überlegen. Die Stärken beider „Denkeinheiten“ werde die Wissensarbeit verbessern. Wenn es um Empathie geht, sei der Mensch der Maschine klar überlegen. Maschinen wiederum sind nach Ansicht von Holtel kognitive Höchstleister, wenn es um Erinnerung, Analyse, Erkennung, Kombinatorik und Schlussfolgerung geht. Schweißt man beides zusammen, profitiert vor allem der Mensch. Eine Daniela Katzenberger könnte dann sogar den Noch-Polit-Talkmaster Günther Jauch übertrumpfen. Das ist jedenfalls die Zukunftsvision von Holtel.

Über Trutzburgen der Ahnungslosen und digitale Hausmeister in deutschen Unternehmen #HM15 #Industrie40

Trutzburg mit Notausgang

Trutzburg mit Notausgang

„Mit der digitalen Vernetzung der Produktion wird sich unser Verständnis von Industrie so nachhaltig verändern wie niemals zuvor”, so VDMA-Präsident Reinhold Festge zur Eröffnung der Hannover Messe. Die deutschen Hersteller seien für diese globale Veränderung bestens gerüstet, betont der oberste Maschinenbau-Lobbyist.

„Für die deutsche Industrie formuliere ich dabei nicht weniger als den globalen Führungsanspruch.”

Klingt famos. Aber die Realität sieht anders aus. Bisher wird nach Ansicht von Manfred Broy (Professor für Informatik an der Technischen Universität München) und Dietmar Harhoff (Direktor am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb und Vorsitzender der Expertenkommission Forschung und Innovation) der Industrie 4.0-Ansatz nur von einigen wenigen Unternehmen gelebt.

„Viele der zumeist mittelständischen deutschen Produktionsunternehmen nehmen von der Thematik bisher kaum Notiz und sind bestenfalls ratlos”, schreiben Broy und Harhoff in einem Gastbeitrag für die Montagsausgabe der FAZ.

Zauberwort Industrie 4.0 entlastet Führungskräfte

Die Autoren bemängeln eine konzeptionelle Einengung:

„Digitalisierung und das Internet der Dinge werden auf einen produktionstechnischen Teilbereich reduziert. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, Teile der deutschen Industrie seien fast erleichtert, dass das ungewohnte und eher unheimliche Thema Digitalisierung durch das Zauberwort Industrie 4.0 seinen Schrecken verliert und gebannt scheint. Aber die Hoffnung der deutschen Industrie, dass mit Industrie 4.0 der Digitalisierung hinreichend Rechnung getragen ist, ist trügerisch.”

Übersehen werde bei der Ausrichtung auf Industrie 4.0, dass die Digitalisierung vor allem Kunden und Märkte verändert. Kein Kundenzugang sei umfassender, enger und schneller als der über das Internet, über internetbasierte Dienste. Hinzu komme, dass die oft als technikfeindlich verpönten Deutschen in Scharen in die schöne neue Welt der Digitalisierung strömen – ob Smartphone, Google, Facebook oder Amazon – das Potential der digitalen Wunderwelt ist höchst attraktiv, gerade auch für deutsche Konsumenten.

Die schnellen Skaleneffekte, die sich international verbreiten, die Ortsungebundenheit des Netze und die beliebige Vervielfältigung von digitalen Diensten lässt sich auch durch deutsche Gerichtsurteile (der Fall Uber) nicht aufhalten, betonen die beiden Wissenschaftler.

„Die Stärken der deutschen Wirtschaft – exzellente Ingenieurleistungen und das Beherrschen technisch anspruchsvoller Produkte – drohen dadurch ein Stück weit ins Hintertreffen zu geraten.”

Die Produkte und Dienstangebote digitaler Technik seien näher am Menschen als jede andere Technik zuvor. Das alles weise darauf hin, das Industrie 4.0 allein kaum eine überzeugende Antwort auf den digitalen Wandel darstellen kann. Reichen die netzökonomischen Kompetenzen von Ingenieuren und IT-Führungskräften für diese Aufgaben aus?

Die Entmachtung der CIOs

In deutschen Unternehmen regieren zu häufig Trutzburgen der Ahnungslosen, bemängeln Broy und Harhoff. Der digitale Wandel wird nicht wahrgenommen oder verdrängt. Man sieht es schon seit langem an der Entmachtung von CIOs, die zu digitalen Hausmeistern degradiert und dem Finanzvorstand unterstellt werden. Es geht beim Einsatz von digitalen Technologien selten um strategische Geschäftsziele, sondern um reine Kostenoptimierung.

„Zu oft wird übersehen, dass ein wesentlicher Teil des Erfolges von Google, Facebook, Amazon und Co. in der höchstprofessionellen Beherrschung der Softwaretechnik und ihrer Möglichkeiten besteht, die neue vernetzte Welt zu meistern“, resümieren Broy und Harhoff.

Wirtschaftsorganisationen brauchen dringend mehr treibende Kräfte, um Software strategisch richtig einzusetzen und um neue Methoden der Zusammenarbeit über Open Source sowie Standards einzuführen, erläutert der Berater Christoph Kappes. Es gehe um Methoden, wie man Marktstellungen knackt. Google habe das mit dem Betriebssystem Android unter Beweis gestellt.

Ausblendung der menschlichen Komponente beim digitalen Wandel

Wir werden nach Einschätzung von Professor Tobias Kollmann nur dann wettbewerbsfähig bleiben, wenn wir auch im Online-Wettbewerb bestehen können:

„Wer nicht digital mitspielen kann oder will, wird bald gar nicht mehr mitspielen. Deswegen geht es bei uns nicht nur um mehr IT in Form von ‚Industrie 4.0‘ in Unternehmen, sondern vielmehr um das digitale Know-how für die Entwicklung, den Aufbau und den Betrieb von elektronischen Wertschöpfungen in Online- und Offline-Geschäftsmodellen für Unternehmen in Deutschland“, so der Vorsitzende des Beirats „Junge Digitale Wirtschaft“ beim Bundeswirtschaftsministerium.

Das Internet der Dinge und Social Media als Vernetzung von Menschen sind die Megatreiber der Netzökonomie, erklärt der Kölner Professor Klemens Skibicki:

„Beide Systeme werden vom Mobile Web ineinander gefügt – alles zusammen ist eben das Internet of Everything! Deutsche Unternehmen blenden die menschliche Komponente zu sehr aus und fokussieren sich mit dem Industrie 4.0-Begriff auf die Perspektive von Ingenieuren und Produkten.“

Produkttechnisch spielen wir in der ersten Liga. Bei der Etablierung von digitalen Ökosystemen schneidet Deutschland mangelhaft ab.

„An Facebook, Google und Apple kann man erkennen, wie Menschen ‚ans Internet angeschlossen werden“, sagt Skibicki vom Beratungshaus Convidera.

Wir haben uns total verirrt, kommen aber gut voran

Im Digitalen werden nicht die perfektionistischen Planer, sondern die schnellen Macher bevorteilt, skizziert Gamification-Experte Roman Rackwitz die Lage:

„‚Fail fast, fail small. Just do it.‘ Was früher die Qualitätsmarke Deutschland groß machte, ist heute eher ein Manko. Die Rahmenbedingungen haben sich aber geändert. Das Problem besteht nicht im technischen Verständnis der Digitalisierung, sondern in der kulturellen Adaption.“

Die penetrante Fokussierung auf den Begriff „Industrie 4.0“ zeigt nach Meinung des Social Media-Managers Frank Michna, dass man die Tragweite der aktuellen Entwicklungen noch lange nicht begriffen hat und an vielen Stellen am Thema vorbei arbeitet:

„Wirtschaft 4.0 oder Gesellschaft 4.0? Fehlanzeige. Lauscht man den Kommentaren von Vorständen und Ministern, könnte man recht frei Tom DeMarco und Tim Lister zitieren: ‚Wir haben uns total verirrt, kommen aber sehr gut voran!‘“ 

Kompetenz-Vernetzung statt IT-Penetration

Die vernetzte Kommunikation wird von Unternehmen unterschätzt oder auf den Endkunden-Markt reduziert. Dabei geht es hier eher um eine Vernetzung von Kompetenzen – das gilt auch für den Geschäftskunden-Markt. Die Ökonomie im Ganzen muss neu gedacht werden, fordert Winfried Felser von der Unternehmer-Plattform Competence Site:

„Nicht die IT-Penetration muss maximiert, sondern die Wertschöpfung neu gestaltet werden in Richtung einer wertvolleren und vor allem fluideren Kombinatorik von Fähigkeiten in kollaborativen Kompetenz-Netzwerken. Das Digitale ist eher der Möglichmacher für neue Wertschöpfungsmuster, was weit über technische Gadgets, Apps und Big Data hinausgeht.“

Vielleicht müssen die liebwertesten Gichtlinge in den deutschen Unternehmen die Methoden der Silicon Valley-Konzern einfach nur besser antizipieren, um Google und Co. zu schlagen. Das jedenfalls verhandelt der nächste Netzökonomie-Campus mit Käsekuchen am 3. Mai.

Man hört, sieht und streamt sich.

Zuerst im The European-Debattenmagazin erschienen.

Alte Firmenchefs, altes Denken, schrumpfende Investitionen und Unternehmensgründungen im Sinkflug

altes Denken

Wir debattieren seit Jahren aus guten Gründen über die Überalterung unserer Gesellschaft. Es geht dabei in erster Linie um die Finanzierung der Rentenversicherung über das Umlageverfahren, um die Kosten der Altenpflege, Fachkräftemangel, Probleme bei der Unternehmensnachfolge oder um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein blinder Fleck im politischen Diskurs ist die alternde Unternehmerschaft in Deutschland, die sich nur über die Erfolge der Vergangenheit definiert. Klingt nicht gerade aufregend. Aber wir erleben gerade eine digitale, innovative und investive Spaltung der Wirtschaft. Alte Unternehmer leben von der Substanz, investieren kaum und verdrängen die Notwendigkeit von Erweiterungsinvestionen sowie Innovationen. Das erklärt vielleicht auch die Aversionen der liebwertesten Chef-Gichtlinge gegen die Digitalisierung.

Gründerzahl im Sinkflug

Die Inhaber von 1,3 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind 55 Jahre oder älter – das entspricht rund einem Drittel aller Mittelständler in Deutschland. Wie eine aktuelle repräsentative Analyse von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels zeigt, ist der Anteil dieser Altersgruppe unter den mittelständischen Unternehmern seit 2002 vier Mal so stark gestiegen wie in der Gesamtbevölkerung. Gleichzeitig fehlt es an ausreichend Unternehmernachwuchs.

Talfahrt bei Unternehmensgründungen

Talfahrt bei Unternehmensgründungen

Seit rund 13 Jahren ist die Gründerzahl im Sinkflug. Und nicht nur das. Die geringe Bereitschaft zur Selbständigkeit wirkt sich auch auf Netzökonomie aus:

„Laut Vodafone Institute Survey will kaum ein junger Deutscher seine Karriere in der Digitalen Wirtschaft machen oder etwa in einem zugehörigen Startup arbeiten. 33 Prozent der Deutschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren schließen eine Karriere in der Digitalen Wirtschaft für sich aus. Umgekehrt beantworten nur 13 Prozent der Befragten die Frage nach einem möglichen Berufseinstieg im digitalen Sektor mit einem eindeutigen Ja“, erläutert Professor Tobias Kollmann.

70 Prozent der so genannten “Digital Natives” könne sich zudem nicht vorstellen, für ein Startup zu arbeiten oder gar ein Unternehmen der Digitalen Wirtschaft zu gründen (77 Prozent).

„Das bedeutet, wir werden nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig nicht über ausreichend ‚digitale Köpfe’ als Manager für etablierte Unternehmen sowie Gründer für Startups verfügen”, so die ernüchternde Erkenntnis von Kollmann.

Schnappatmung in der Chefetage

Bei den Vorstandschefs in den Konzernen, die ja nichts anderes als leitende Angestellte sind, sieht es nicht besser aus. In den Führungsetagen regiert

„Bürokratie, Routinekram, Leerzeiten, sinnlose Sitzungen, alles Mögliche, nur nicht das, weshalb sie ganz nach oben wollten: nämlich um etwas entscheiden zu können und zum Guten zu verändern“, so Hans Hinterhuber, emeritierter Professor für Unternehmensführung der Universität Innsbruck, im Gespräch mit brandeins.

Heute herrsche im Top-Management eher Sauerstoffmangel und Schnappatmung, eine geistige Todeszone, in der es keine kreative Führung mehr gibt, kritisiert der Wirtschaftspublizist Wolf Lotter.

Beschleunigte Alterung des Mittelstandes

In Kombination mit der beschleunigten Alterung des Mittelstandes hat diese Gemengelage fatale Folgen für die gesamte Volkswirtschaft. Die Investitionsbereitschaft von Inhabern sinkt mit zunehmendem Alter rasant. Von den Unternehmern über 60 Jahren investiert laut KfW-Analyse nur noch rund jeder Dritte. Die anderen ziehen sich aus der Weiterentwicklung ihres Unternehmens zurück. Das gefährdet den künftigen Geschäftserfolg, bremst Modernisierung und reduziert gesamtwirtschaftliches Wachstum. Sinkt die Wettbewerbsfähigkeit, sind häufig auch Arbeitsplätze gefährdet.

Betroffen von der schnell voranschreitenden Alterung sind nahezu alle Branchen. Besonders schnell in die Demographie-Falle bewegen sich die kleinen und mittleren Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes mit einem durchschnittlichen Inhaberalter von 54 Jahren. Unabhängig vom Wirtschaftszweig haben große Mittelständler tendenziell ältere Inhaber. Bei den großen Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten liegt das Durchschnittsalter des Inhabers bei 53 Jahren.

Hedgefonds-Mentalität statt Innovationsgeist

Wie das KfW-Mittelstandspanel der Unternehmensinvestitionen der Jahre 2004 bis 2013 zeigt, ist der Zusammenhang zwischen Inhaberalter und Investitionsbereitschaft unverkennbar: 57 Prozent der Unternehmen mit Chefs unter 40 Jahren investieren. Mit steigendem Unternehmeralter sinkt der Investorenanteil deutlich. Bei den über 60-jährigen Unternehmensinhabern erreicht er nur noch 37 Prozent.

Auch die Art der Investition verändert sich mit steigendem Alter. Stärker risikobehaftete und kapitalbindende Vorhaben werden seltener, die noch durchgeführten Investitionen dienen in erster Linie der Pflege des Kapitalstocks. Jürgen Stäudtner spricht in seinem Innovationsstau-Buch gar von einer Hedgefonds-Mentalität, die bei den arrivierten Firmenchefs dominiert.

Die geringere Investitionsneigung hat gravierende Folgen für die Unternehmenssubstanz. Bei acht von zehn Mittelständlern mit älteren Inhabern übersteigt der Wertverlust des Kapitalstocks das Volumen der Neuinvestitionen. Eine zentrale Ursache für die abflauende Investitionsbereitschaft älterer Unternehmer ist deren kurzer Planungshorizont – die Risikobereitschaft sinkt. Rückt ein Inhaber näher an das Rentenalter heran, besitzen viele Vorhaben eine aus seiner Sicht zu lange Amortisationsdauer. Das gilt umso mehr für alle längerfristig finanzmittelbindenden – dafür aber auch wettbewerbsstärkenden – Zukunftsinvestitionen.

Neue Impulse für alte Unternehmer und Gründer

„Der deutsche Mittelstand altert im Zeitraffer“, sagt Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. „Weil ältere Chefs wesentlich seltener investieren, droht vielen kleinen und mittleren Unternehmen durchaus ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit und Anziehungskraft für neue Kunden. Das mindert den Wert des Unternehmens, in dem oft ein ganzes Arbeitsleben steckt.“

Dieses Risiko müsse auch im Interesse sicherer und moderner Arbeitsplätze reduziert werden. Man sollte überlegen, wie wir den Unternehmergeist auch im Alter entfachen können. So könnten Alteigentümer nach dem Rückzug an der Rendite beteiligt werden. Mehr Unternehmer und die frühzeitige Klärung der Nachfolge wäre ein anderer, wesentlicher Baustein für den Erhalt eines dynamischen Mittelstands.

Der Netzökonomie-Campus will das ändern und Wirtschaft, Startups, Wissenschaft sowie digitale Vordenker zusammenbringen. In regelmäßigen Käsekuchen-Diskursen via Hangout on Air und mit der Organisation des NetzökonomieCamp’s Ende November in Paderborn.

„Mehr Wirtschaft im Netz wagen!“. Man hört, sieht und streamt sich im Netz.