SMOWL-Vorstand im Amt bestätigt – Die Ost-Westfalen-Lippe-Vernetzer

Der alte und neue SMOWL-Vorstand

Der alte und neue SMOWL-Vorstand

Das Wirtschafts- und Kompetenz-Netzwerk Social Media OWL e.V. gehört nach eigenen Angaben zu den jungen und zugleich erfolgreichen Netzwerken „made in OWL“ – also Ost-Westfalen-Lippe:

„Seit 2011 haben sich die Experten für digitale Kommunikation nicht nur bestens in der Region vernetzt, sondern stehen heute bundesweit als Berater, Referenten, Dozenten und Moderatoren in der ersten Reihe und begleiten Unternehmen und Organisationen bei allen Aufgabenstellungen rund um die Themen Kommunikation, Social Media, digitaler Wandel und digitale Transformation“, teilt der Verein mit.

Auf der Jahreshauptversammlung in Rheda-Wiedenbrück wurde nicht nur auf die Arbeit der vergangenen zwei Jahre zurückgeblickt. Auch der Vorstand musste neu gewählt werden. Thorsten Ising, Michael Kemkes und Frank Michna sind alter und zugleich neuer Vorstand und wurden einstimmig im Amt bestätigt.

In den vergangenen zwei Jahren haben sie das Kompetenz-Netzwerk bekannt gemacht und „SMOWL“ bundesweit in die Köpfe der Menschen getragen. Ob als Partner in Sachen Arbeit 4.0, im Austausch mit den Hochschulen und IHKs über die Grenzen von OWL hinaus oder als Impulsgeber auf Messen wie der CeBIT und zahlreichen Veranstaltungen in Berlin, Köln, München, Stuttgart und Hamburg – immer öfter taucht das Kürzel „SMOWL“ hinter den Namen von Referenten und Moderatoren auf, wenn über digitale Transformation und Kommunikation gesprochen wird.

Das Wirtschafts-Netzwerk habe sich zu einer Plattform für Wissenstransfer rund um den digitalen Wandel und die damit verbundenen Veränderungsprozesse in und um Unternehmen und deren Bild in der Öffentlichkeit entwickelt. Zu den Mitgliedern gehören Kommunikationsberater, Online-Agenturen und Webshop-Entwickler, ebenso wie Medien- und Markenanwälte, Datenschützer, SEO-Spezialisten und IT-Unternehmen. Sie alle stehen im permanenten Austausch und bilden sich untereinander fort. Das so erarbeitete Wissen geben sie bereitwillig weiter. So stehen die Experten des Netzwerks oft auch kostenfrei für Vorträge und Impulse zur Beratung von Vereinen und Non-Profit-Organisationen zur Verfügung.

„Wir stehen erst am Beginn eines gewaltigen Wandels, den ein einzelnes Unternehmen, sowohl in der Geschwindigkeit, als auch in der Tragweite, kaum begreifen und umsetzen kann. Deshalb haben wir uns organisiert, um Trends und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und unseren Kunden Wissensvorteile zu verschaffen“, erklärt der Vorsitzende Thorsten Ising.

Gleichzeitig möchte man die Kompetenz in der Region sichtbarer machen.

Lord Chesterfield und der Abschied von den Powerpoint-Rhetorikern – Über die Niederungen des weltweit führenden Wortmülls

Bibliophile Schätze

Bibliophile Schätze

Wer Karriere machen will, sollte seine Gedanken in angemessene Worte kleiden, so der Ratschlag von Earl Chesterfield – publiziert vor über 200 Jahren in dem Buch „Briefe an seinen Sohn Philip Stanhope über die anstrengende Kunst ein Gentleman zu werden“. Chesterfields Grundsätze sind nach Auffassung des Wirtschaftspublizisten Erhard Glogowski auch heute noch aktuell.

„Neben BWL-Studium, Managementkursen oder Trainee-Ausbildung spielt die Erziehung eine große Rolle bei der Frage, ob Kinder später im Unternehmen erfolgreich Verantwortung übernehmen oder nicht“, so Glogowski.

Philip Dormer Stanhope, der vierte Earl of Chesterfield (1694 – 1773), hatte es sich zur Lebensaufgabe gemacht, seinen unehelichen Sohn Philip auf dessen spätere Karriere vorzubereiten. Voltaire äußerte sich nach der Lektüre des Werkes geradezu emphatisch und empfahl es Friedrich II.

„Man kann viel daraus lernen, ja ich möchte behaupten, dass es das beste Buch ist, das je über Erziehungsfragen geschrieben wurde“, führte Voltaire aus.

In Chesterfields Bildungsprogramm nahmen die für eine parlamentarische oder diplomatische Laufbahn erforderlichen Wissensgebiete die wichtigste Stelle ein: Geschichte, mit den dazugehörigen Hilfswissenschaften Geographie und Chronologie, Staats- und Rechtskunde, Sprachen und Rhetorik, schließlich das Buch der Bücher – die Kenntnis der Welt und des Menschen. Heutige Lehrer müssen bei den Weisheiten des Lords nicht sofort Pisa-Allergien bekommen. Der erfolgreiche Staatsmann, Mitglied des britischen Unterhauses und begnadete Parlamentsredner war kein Rohrstock-Pädagoge. P. D. Stanhope war als Erzieher immer zugleich auch Politiker. Körperliche Züchtigung war ihm verhasst. Um so wichtiger galt ihm die Funktion des erfahrenen pädagogischen Leiters – erfahren in den Dingen der Welt und des Menschen, nicht allein in den Wissenschaften.

Weltweit führende Leerformeln

Das Studium der Sprachen und der antiken Beredsamkeit nahm bei ihm eine einmalige Sonderstellung ein. Chesterfield selbst war ein Sprachmeister, der in England und Frankreich zu den belobtesten Köpfen der Zeit gehörte. Auf dem Weg zur rhetorischen Brillanz konnte nur die antike Redekunst voranhelfen, da es im Zeitalter des Absolutismus öffentliche Beredsamkeit außerhalb der Kirche nicht gab. Das sprachliche und geistige Korsett für mittelmäßige Manager unserer Tage heißt Powerpoint-Vortrag mit weltweit führender Inhaltslosigkeit. Sprachliche Originalität und Eloquenz sind Mangelware bei den meisten Führungskräften. Dabei ist es im Geschäftsleben eine Frage von Sieg oder Niederlage, ob es gelingt, die inneren Werte und Überzeugungen angemessen zur äußeren Darstellung zu bringen und mit höchstem Effekt einzusetzen.

„Du begreifst leicht, dass ein Mensch, der zierlich und angenehm redet und schreibt, der seinen Gesprächsgegenstand schmückt und verschönert, besser überreden und seine Absicht leichter erreichen wird als ein andrer, der sich schlecht ausdrückt, seine Sprache übel redet, niedrige, pöbelhafte Wörter gebraucht und bei allem, was er sagt, weder Annehmlichkeit noch Zierlichkeit hat…Man muss in allem, was man redet, überaus genau und deutlich sein; sonst ermüdet und verwirrt man andre nur, anstatt sie zu unterhalten oder zu unterrichten. Auch die Stimme und die Art zu reden sind nicht zu vernachlässigen. Manche schließen beim Reden beinah den Mund zu und murmeln etwas hin, so dass man sie nicht versteht. All diese Gewohnheiten sind unschicklich und unangenehm und müssen durch Aufmerksamkeit vermieden werden“, so Lord Chesterfields Empfehlung an seinen Sohn.

Zur Vermeidung all dieser Fehler sollte man mit Sorgfalt lesen, die Ausdrücke und Wendungen der besten Schriftsteller bemerken und niemals ein Wort übergehen, das man nicht versteht. Lesen und Übung ist genug, einen Redner hervorzubringen.

Literatur und Philosophie waren für Stanhope eine Einheit. Ihm schwebte eine Verbindung von französischer Geistigkeit und englischer Formenfreiheit vor, eine Literatur, die Erfahrungen vermittelte und ihren bildend-erzieherischen Zweck nie aus dem Auge verlor. Dementsprechend empfahl er seinem Sohn in erster Linie Memoirenwerke von Politikern wie dem Kardinal Retz und die Schriften der französischen Moralisten, allen voran La Rochefoucauld und La Bruyère. Legten die Maximen Rochefoucaulds das theoretische Fundament zum Verstehen der menschlichen Natur, so vermittelten die „Charaktere“ Bruyères ein Kaleidoskop der Menschenkenntnis. Und „Menschenkenntnis“ war das wichtigste Stichwort in Chesterfields Erziehungsprogramm:

„Die Menschen recht zu kennen, das erfordert ebensoviel Aufmerksamkeit und Fleiß, vielleicht mehr Scharfsinn und Urteilskraft, als Bücher zu kennen. Ich kenne viel ältliche Leute, die ihr ganzes Leben in der großen Welt zugebracht haben, aber mit solchem Leichtsinn und Mangel an Aufmerksamkeit, dass sie von ihr nicht mehr wissen, als sie im Alter von fünfzehn Jahren wussten. Schmeichle dir daher nicht mit dem Gedanken, du könntest diese Kenntnis bei dem albernen Geschwätz müßiger Gesellschaften erlangen! Nein, du musst tiefer eindringen. Du musst ebenso wohl der Leute Charaktere als auch ihre Gesichter sehen.“

Maulhelden im Wirtschaftsleben

Mit dieser skeptischen Weltsicht wäre so manchem Investor oder Anleger ein Reinfall auf die leeren Versprechen halbseidener Banker erspart geblieben. Besonders Maulhelden im Wirtschaftsleben sollte man meiden. Einige Führer großer Konzerne neigen zur Prahlerei und Herrschsucht. Keine Fernsehkamera lassen sie aus, keine Talkshow ist vor ihnen sicher. Ihre Inkompetenz kompensieren sie mit egozentrischer Polterei. Kluge Top-Manager sollten sich in Zurückhaltung und Bescheidenheit üben. Der Earl:

„Je mehr du weißt, desto bescheidner solltest du sein; und, im Vorbeigehn gesagt, diese Bescheidenheit ist der sicherste Weg, deine Eitelkeit zu befriedigen. Auch wo du deiner Meinung sicher bist, da scheine lieber zweifelnd: tue Vorstellungen, aber keine Aussprüche; und wenn du andre überzeugen willst, da stelle dich selbst bereit, überzeugt zu werden…Gib dir niemals das Ansehen, als wärst du weiser oder gelehrter als die Anwesenden.“

Nichts ist anstößiger als Vermessenheit und Unverschämtheit. Man liebt keinen, der sich immer zeigen will, immer von sich selbst redet und stets der Held seines eigenen Roman ist. Neunmalkluge Phrasendrescher sind unter den Führungskräften leider keine Seltenheit – sie machen langatmige Abteilungsbesprechungen zur Qual. Dabei ist nach wie vor eine alte Weisheit gültig, die auch Stanhope bevorzugte: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Manager lernen dadurch, dass sie geschickt zuhören sollen – nachdem sie ihr Gegenüber zum Reden gebracht haben. Dafür empfiehlt der Lord einen simplen Schachzug:

„Sich unwissend stellen, ist sehr oft ein höchst notwendiges Mittel, um Kenntnisse in der Welt zu erwerben…Es ist die beste Methode, sich gründliche und vertrauliche Informationen zu verschaffen. Denn die meisten Leute sind zu eitel, um anderen nicht ihre Überlegenheit zu zeigen. Obwohl nur für einen Augenblick und bei reinsten Lappalien werden sie dir Dinge mitteilen, die sie nicht erzählen sollten.“

Unfähige Chefs mit unverdientem Lob überschütten

Wer es seinem unfähigen Vorgesetzten einmal so richtig zeigen will, sollte auf keinen Fall den Frontalangriff wagen. Viel besser ist es, ihn mit unverdientem Lob zu überschütten. Das ist, so Stanhope, „die bitterste Satire und der sicherste Weg, der Leute Laster und Torheiten bloßzustellen. Es ist eine Redefigur, die Ironie heißt, wenn man gerade das Gegenteil von dem sagt, was man meint. Dem ungeachtet ist es keine Lügerei, weil man deutlich zeigt, dass man gerade das Widerspiel von dem Gesagten meint und also niemanden betrügt.“

Auch zur Hörigkeit von entscheidungsschwachen Managern gegenüber Managementgurus und Beratern bietet der Earl of Chesterfield eine gesunde Rezeptur:

„Alles, was du lernst und lesen kannst, wird wenig fruchten, wenn du nicht selbst darüber vernünftig nachdenkst…Allein, andrer Gedanken nur zu wiederholen, ohne zu erwägen, ob sie richtig sind oder nicht, das ist bloß die Gabe eines Papageien oder höchstens eines Komödianten.“

Für den Lord bedeutet es nichts, eine Sache einmal zu lesen, wenn man sie nicht behält.

„Es ist ein sicheres Zeichen eines kleinen Geistes, während man etwas vorhat, zugleich an etwas anderes oder gar nichts zu denken. Man sollte allezeit an das denken, was man tut.“

Und man sollte sein Wissen richtig organisieren.

Wissensmanagement ist ein zentraler Punkt für Stanhope:

„Ich wünsche mir von Herzen, dass du sofort damit beginnen mögest, ein systematisch denkender Mensch zu sein. Nichts trägt mehr dazu bei, eine geschäftliche Angelegenheit zu erleichtern und zu erledigen als Systematik und Ordnung. Halte Ordnung und Systematik in deinen Berichten, beim Lesen, in deiner Zeiteinteilung, kurz gesagt in allem…Lass es dir zur Lebensmaxime werden, alles zu wissen, was du selbst wissen kannst. Und vertraue nie blind den Informationen andrer. Diese Regel war mir Zeit meines Lebens von unendlichem Nutzen.“

Durch die Verfeinerung der Selbstorganisation erledigt man viel Arbeit in kürzester Zeit und gewinnt Freiräume, um ein ausgeglichenes Leben zu führen. So vermindern Manager das Infarktrisiko und fallen mit fünfzig Jahren nicht in eine Sinnkrise.

„Geschäftliche Tätigkeit verbietet keineswegs das Vergnügen. Im Gegenteil, sie bringen einander zur Reife“, so Stanhope.

Aber auch hier gelten Regeln.

„Vergnügen ist die Klippe, an der die meisten jungen Leute scheitern. Sie laufen mit vollen Segeln aus, um es aufzusuchen; aber ohne Kompass, um ihren Lauf danach zu richten, und ohne hinlänglichen Verstand um das Schiff zu steuern…Wähle deine Vergnügungen für dich selbst und lass sie dir nicht von anderen aufdrängen! Folge der Natur und nicht der Mode. Wäge den gegenwärtigen Genuss deiner Ergötzlichkeiten gegen ihre notwendigen Folgen ab und lass alsdann deinen eignen gesunden Verstand deine Wahl entscheiden!“

Die Lebensweisheiten von Lord Chesterfield eignen sich als vortreffliches Vademekum für eine Erneuerung des Unternehmertums: Wahrheitsliebe und Wohltätigkeit sind für den alten Stanhope die Voraussetzungen für persönliche Glückserfahrung. Selbstverwirklichung vollzieht sich für ihn nicht in der Anpassung an fragwürdige Normen, sondern im Bestreben, über die Norm hinauszugehen. Mit der Identität und Integrität von individuellem und öffentlichem Charakter nähert man sich dem ästhetischen Ideal eines aufgeklärten Menschen.

Wenn Top-Manager twittern: Kundenversteher durch Social Web-Kommunikation

Barcamp-Offenheit gefragt

Barcamp-Offenheit gefragt

Unternehmen sollten viel häufiger den Versuch wagen, einfach nur mit ihren Kunden ins Gespräch zu kommen, sie von Produkten und Diensten zu überzeugen, Kritik nicht als feindlichen Angriff zu werten, Anregungen zur Verbesserung der Angebote zu nutzen und Servicewünsche direkt ohne Warteschleifen-Bürokratie zu erfüllen. Wie in der Kneipe oder im Café, wenn man mit Bekannten, Verwandten oder Freunden zusammensitzt. Niemand würde dort von “multifunktionalen Servicemitarbeitern”, “intermodularen Potenzialen”, “multifokussierten Prozessen” und “proaktiven Content-Strategien” fabulieren, die Roland Kaehlbrandt als unfreiwillige Humorproduktion wertet:

Die abstruse Überhöhung von Nichtigkeiten und Leerformeln ist nach Ansicht des Sprachkritikers in der Wirtschaft besonders ausgeprägt. Nachzulesen in der brandeins-Story: “Lachen? Oder weinen? Unternehmen produzieren jede Menge Komik – unfreiwillig”.

Viele Mitarbeiter sind peinlich berührt, wenn sie mit den abstrusen Ideen und Motivationsparolen aus der Chefetage konfrontiert werden.

„Da verweist der Schraubenkönig Reinhold Würth in einem Brandbrief an seine Vertriebler auf ‚unsere schönen Sprichwörter‘ wie ‚Ohne Fleiß keinen Preis‘ und ‚Morgenstund’ hat Gold im Mund‘, die ‚auch in der Internetzeit unverändert Gültigkeit‘ hätten“, schreibt brandeins.

Genau so idiotisch sind Marketing-Verlautbarungen, die den Nachrichtenwert einer ausgelatschten Schuhsohle haben:

„Der weltweit führende Anbieter von Phrasendeutsch will über seine Inhalte und Zusatzangebote – Commerce und Paid Services – im Kontext seiner Inhalte zum unverzichtbaren Teil der Lebenswelten der Nutzer in den definierten Communities of Interest werden.“

Die meisten Führungskräfte nehmen sich nach Analysen von Organisationswissenschaftler Christian Scholz so ernst, dass sie gar nicht merken, wie unfreiwillig komisch sie sind. Eine Déformation professionelle. Im Kontakt mit der Öffentlichkeit entstehen dann leicht lustige Dissonanzen, bemerkt brandeins.

Positive Lehrbeispiele für die Kommunikation von Unternehmen liefern Crowdfunding-Kampagnen, wo man um jeden Unterstützer kämpfen muss, jeden Schritt des Projektes erläutert, damit die Community nicht auseinander fliegt.

Es wäre ja schon mal ein großer Fortschritt, wenn Organisationen sich ihren Schönwetter-Gesprächsmodus abgewöhnen und normale Gespräche mit der externen Welt führen würden.

Als weiteren Indikator könnte man die Aktivitäten der Unternehmen und sonstigen Organisationen in sozialen Medien und Blogs heranziehen. Wie oft sprechen Mitarbeiter und Vorstand mit Interessenten, Kunden und Kritikern? Wie oft werden Kundenanfragen auf Facebook und Co. beantwortet und wie zufrieden sind die Anfragenden? Wie dauerhaft wird über Themen gesprochen, die in Corporate Blogs präsentiert werden? Wie viel wird im Social Web über eine Marke geschrieben?

Für pragmatische und bodenständige Unternehmen bietet die direkte Kommunikation über Social-Web-Plattformen gigantische Möglichkeiten. Macht Expertenrunden via Hangout on Air mit Euren wichtigsten Kunden, setzt auf die Zusammenarbeit mit externen Fachleuten, organisiert virtuelle Stammtisch-Runden mit Bloggern, die fachlich zum eigenen Angebot passen. Kuratiert kritische Erfahrungen der Kundschaft und beantwortet die Serviceanfragen über YouTube-Videos. Macht die Super-User zur wichtigsten Anlaufstelle beim Abtesten von neuen Diensten sowie Produkten und mahnt sie nicht ab, wie es IKEA getan hat.

Hier finden sich vielleicht auch die wichtigsten so genannten Influencer, über die Su Franke in ihrem Blogbeitrag reflektiert: Mitarbeiter, Stammkunden, Partner oder Zulieferer.

„Sie mögen die Firma/das Produkt tatsächlich und man muss die Reichweite, Sympathie und Aussagekraft von anderen womöglich gar nicht ausleihen.”

Wenn also Tools zum Einsatz kommen, dann nicht für irgendwelche idiotischen Lead-Generierungs-Attacken im Verbund mit Stalking-Mails, sondern für die Analyse von einflussreichen Bloggern, Kunden und Geschäftspartnern.

Verschwendet kein Geld für x-beliebige iPad-Verlosungen, sondern bastelt endlich eine Kundenversteher-Meta-App, die als personalisierter Concierge funktioniert – anbieterübergreifend! Schickt auf Facebook & Co. keine Marketing-Jünglinge ins Feld, sondern das Führungspersonal des Unternehmens, um nicht mehr mit dem Rücken zum Kunden zu stehen.

Schielt nicht auf die Zahlenspielchen der Excel-Exegeten, sondern erfreut Euch über jeden einzelnen Dialog, der Kunden zufrieden stellt. Nehmt Euch bewusst die großen Konzerne mit ihren Marketing-Truppen nicht zum Vorbild.

Probiert einfach mal etwas anderes aus: Schmeißt die strategischen „Prozessempfehlungen“ der Consulting-Schmierlappen in den Müll und setzt auf Euren gesunden Menschenverstand. Bauchgefühl schlägt die Scheinrationalität der Zahlendreher. Hier liegt die hohe Kunst, die der Bäckermeister intuitiv besser versteht als hoch dotierte Konzernchefs:

„Marketing zwar machen, aber unbewusst, aus der Intuition heraus; und dabei das eigene Handeln noch nicht einmal als Marketing zu verstehen“, schreibt „Wiwo“-Autor Thomas Koch, dessen Werbesprech-Kolumnen als Buch erschienen sind mit dem Titel „Werbung nervt“.

Die oberste Führungsetage in großen Unternehmen gehört in die erste Reihe und sollte mit der Nase in die Belange des Kunden gedrückt werden, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Nicht Monologe, die allein dem Ego des Top-Managements dienen, wären plötzlich Maß aller Dinge, sondern Dialoge mit Stammkunden, „mit den Begeisterten und den weniger Begeisterten. Gespräche. Respekt. Empathie“, so Koch. Etwas, was in Bäckereien, Kneipen oder Friseurläden jeden Tag praktiziert wird – ohne infantiles und weltweit führendes Werbesprech.

Warum Chefs mit gutem Beispiel vorangehen sollten

Wenn sich Unternehmen nach innen und außen in Richtung Partizipation, Offenheit und Dialogorientierung ändern wollen, muss der Chef mit gutem Beispiel vorangehen, so die Erfahrung von Willms Buhse, Autor des Buches „Management by Internet“. Als Beispiel erwähnt er die Social Software, die bei Bayer Material Science eingeführt wurde. Der damalige CIO Kurt de Ruwe war der Erste, der auf der Plattform sein Wissen teilte.

„Er bloggte und er las selbst in den Nachrichtenströmen auf der Plattform, akzeptierte sie als verbindliche Informationsquelle. Zugleich brachte er auch weitere Mitglieder der Führungsetage dazu, offen und transparent über das neue Netzwerk nach allen Seiten zu kommunizieren und über eigene Blogs auch ihr Wissen zu teilen“, so Buhse.

Das interne Facebook-Experiment entwickelte sich zum Selbstläufer.

„Führungskräfte, die die Plattform nutzten, sendeten die Botschaft aus, dass das Management hinter dem Ganzen stand und es nicht als Zeitverschwendung begriff“, konstatiert Enterprise 2.0-Experte Buhse.

Wie sich Chefs im Social Web positionieren, ist Thema eines ichsagmal.com-Interviews am Montag:

Das Gespräch mit Peter Stämpfli von der Stämpfli AG startet um 11:30 Uhr. Über die Frage-Antwort-Funktion auf Google Plus könnt Ihr während der Liveübertragung mitdiskutieren.

Twitternde Chefs sind herzlich eingeladen, weitere Interviews mit mir zu führen.

Abschottungs-Tendenzen gibt es aber nicht nur bei Managern, sondern auch bei Journalisten. Siehe das lesenswerte Stück: Leserkommentare abschalten?

Aastra ist jetzt Mitel – Weltweite Branding-Strategie #NewMitel

Mitel

Die deutsche Mitel-Tochter Aastra Deutschland erhält den neuen Namen Mitel Deutschland. Die Einführung des neuen Brands folgt nach Firmenangaben auf eine Reihe von strategischen Fusionen und Übernahmen. Insgesamt wurden innerhalb eines Jahres vier Unternehmen verschmolzen und zu einer Marke zusammengefasst. Das Systemintegrator-Geschäft laufe in Deutschland weiter unter dem traditionsreichen Namen “DeTeWe, A Mitel Company”

„Der Wandel der Branche und daraus resultierende Chancen waren in der Unternehmensgeschichte schon immer die Grundlage für den Erfolg von Mitel. Der Name Mitel steht für das Erbe der Vergangenheit und die Chancen der Zukunft“, sagt Terry Matthews, Mitel Chairman und Mitgründer des Unternehmens. „Der Originalname wird durch das neue Logo unterstützt, das zwei miteinander verbundene Konnektoren symbolisiert. Der neue Slogan – Powering Connections – spiegelt unsere Welt wieder mit dem globalen Ecosystem aus Kunden, Partnern und Anbietern, die seit der Unternehmensgründung vor vier Jahrzehnten maßgeblich an Mitels Erfolg beteiligt waren.“

Mitel entwickelte die neue Marke in enger Zusammenarbeit mit Kunden, Partnern und Mitarbeitern. Neben der neuen visuellen Identität stehe die Marke für ein klares Versprechen: Jeden Kunden bestmöglich zu unterstützen, bei jeder Kommunikation, zu jeder Zeit.

„In unserer digitalen Welt hängt der Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens von einem Aspekt ab: der Stimme der Kunden. Daher hat die Entwicklung unserer Marke mit einer intensiven Erhebung bei unseren Partnern und Kunden begonnen“, sagt Martyn Etherington, Mitels Chief Marketing Officer (CMO). „Sie sagten klar und deutlich, dass Ihr Erfolg von guten Verbindungen abhängt. Und sie wünschten sich die Möglichkeit und Flexibilität, an der technologischen Entwicklung konstant teilhaben zu können.“

Twitter-Name: @Mitel_DE.

DeTeWe: Managed-Services-Vertrag mit dem größten privaten Krankenhausbetreiber​ Schleswig-Holsteins

Technik im Krankenhaus

Der Systemintegrator DeTeWe Communications hat nach eigenen Angaben einen millionenschweren Managed-Services-Vertrag mit dem größten privaten Krankenhausbetreiber Schleswig-Holsteins geschlossen, der Regio Kliniken GmbH. Die Partnerschaft sei auf zunächst sechs Jahre ausgelegt und umfasst das komplette Dienstleistungspaket rund um die Kommunikationsinfrastruktur und das Patienten-Entertainment, von der Beratung und Installation bis hin zu Wartung, Administration und Finanzierung. Im gleichen Zuge habe DeTeWe Communications mit dem Mehrheitseigner Sana Kliniken AG einen Rahmenvertrag geschlossen, der allen 50 zur Gruppe gehörenden Krankenhäusern Sonderkonditionen bei der Anschaffung neuer ITK-Infrastrukturen gewährt. Diese Konditionen gelten auch für alle Krankenhäuser des Sana Einkaufsverbunds. DeTeWe modernisierte und harmonisierte die Kommunikationsinfrastruktur an insgesamt 14 Standorten.

„Zum Einsatz kommen Kommunikationsserver von Aastra in Verbindung mit modernster DECT-Technologie und speziellen Applikationen für die Anforderungen in Krankenhäusern. Dank der DECT-Installation mit rund 800 schnurlosen Telefonen sind die Mitarbeiter in den gesamten Gebäuden erreichbar. Die DECT-Endgeräte sind sehr robust, staub- und strahlwassergeschützt und werden hohen hygienischen Anforderungen von Kliniken gerecht. Mit Hilfe von vorprogrammierten Notruftasten und eines Alarmservers können in Ernstfällen innerhalb kürzester Zeit ganze Teams alarmiert werden, beispielsweise im Falle einer Reanimation. Die Patienten profitieren von einem modernen Entertainment-System direkt am Krankenbett: Über Multimedia-Terminals können sie unter anderem im Internet surfen, Videos abrufen und die elektronische Menübestellung nutzen. Sie können außerdem kostenlos in das deutsche Festnetz und Mobilfunknetz telefonieren“, teilt das Unternehmen mit.

Sowohl für die Kommunikations- als auch für die Alarmierungs- und Entertainment-Installation nutzte man die bereits vorhandene Infrastrukturen, die zum Teil durch den Einsatz spezieller Module IP-fähig gemacht wurden. Sie erfüllte damit die Anforderung, die Kosten trotz des umfassenden Entertainment-Angebots möglichst gering zu halten. Gemeinsam mit DeTeWe erarbeiteten die Regio Kliniken außerdem ein Finanzierungsmodell, nach dem die Klinikgruppe nur für jeden tatsächlich genutzten Anschluss einen vorher definierten Festpreis bezahlt. Das Unternehmen könne dadurch klar kalkulieren, behält aber die Flexibilität, zusätzliche Ports hinzuzubuchen oder abzubestellen. Alle notwendigen Serviceleistungen seien in dem Finanzierungsmodell bereits beinhaltet, eine Anfangsinvestition für die Installation entfiel.

„Wir sind mit dem Managed-Services-Vertrag der DeTeWe Communications sehr zufrieden. Von Anfang an haben wir die direkte und zielgerichtete Zusammenarbeit sehr geschätzt. Wir würden uns jederzeit wieder für dieses Angebot entscheiden“, sagt Marcus Leifermann, Regional Manager IT Nord, der Sana IT-Services GmbH.

Die Regio Kliniken GmbH ist mit 960 Betten in drei Akut-Krankenhäusern der größte private Krankenhausbetreiber Schleswig-Holsteins. Neben den Kliniken gehören auch Seniorenheime zur Gruppe. Trägersind mit 74,9 Prozent die Sana Kliniken GmbH und zu 25,1 Prozent der Kreis Pinneberg (Raum Hamburg). Insgesamt betreuen 2.350 Mitarbeiter jährlich mehr als 90.000 stationäre und ambulante Patienten.

Movie Park gewinnt CIMA-Award: Neuer Innovationspreis für Unternehmenskommunikation

Tablet

Der Technologie-Anbieter Mitel hat mit dem Customer Innovation Momentum Awards (CIMA) einen Preis ins Leben gerufen, der innovative Anwendungen in der Unternehmenskommunikation für Sprache, Collaboration, Contact Center, Cloud Computing und Mobilität auszeichnet. Die Bandbreite der CIMA-Gewinner umfasst Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, High-Tech-Unternehmen und Ingenieurbüros sowie einen Reiseveranstalter, einen Produktionsbetrieb, eine kommunale Einrichtung, ein Versicherungsunternehmen und das Freizeitunternehmen Movie Park Germany. Der deutsche Gewinner wurde für die Realisierung von Sprachlösungen mit dem Partner SEC-COM Sicherheits- und Kommunikationstechnik mit dem CIMA-Award bedacht.

Mit der neuen Kommunikationsplattform verbessere Movie Park den Workflow, vereinfacht die Administration und senkt die Kosten: Für alle Mitarbeiter sei stets transparent, ob Kollegen aktuell verfügbar sind – unabhängig davon, ob sie am Arbeitsplatz oder mobil erreicht werden können. Nicht zuletzt könne am PC oder Notebook komfortabel aus Outlook heraus ein Gespräch aufgebaut werden.

„Gäste und Reiseunternehmen erhalten jetzt schneller ihre gewünschten Informationen, da alle Team-Mitarbeiter stets den gleichen Wissensstand haben wie ihre Kollegen“, so der Referenzbericht.

Da das neue System die IT-Abteilung selbständig administrieren könne, reduzierte sich der Instandhaltungs- und Serviceaufwand deutlich. Die Gesamtlösung führe zu jährlichen Einsparungen von rund 15.000 Euro.

Live-Streaming – Plug and Play

Seit einer Woche habe ich die Logitech Conference Cam CC3000e jetzt im Testeinsatz. Ich habe sie mehrfach in Hangouts und Hangouts on Air eingesetzt und bin schlichtweg begeistert. Leider hat es Logitech erst jetzt geschafft, mir dieses Komplett System zur Verfügung zu stellen. Deshalb war es für eine Erwähnung im Buch leider zu spät.

Logitech Conference Cam CC 3000e Logitech Conference Cam CC 3000e Foto: Logitech

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