So geht #Innovation und #Diversity

Am 11.05.2000 erschien in der Zeitschrift Nature ein Artikel zur Rolle von IT und Datenbanken in den Naturwissenschaften, darin folgendes Zitat:

„Science is an assault on ignorance, Its legacies are concepts, technologies and databases.
As with many walks in life, *the most glamorous legacies tend to get the most attention* and the least are neglected“
http://socrates.berkeley.edu/~scotch/maureretal_nature.pdf

Ganz aktuell (Dez. 2015) erschienen in Bild der Wissenschaft bzw.  Süddeutscher Zeitung folgende Artikel zu
– Charisma und
– Schlagfertigkeit und
– sog. sozial-unangepasstem Verhalten.

#Diversity hat mittlerweile in Management-Abhandlungen fast Kultstatus erreicht; doch offensichtlich fehlt es an der rechten Würdigung von evolutionären und sozial- & organisations-psychologischen Faktoren
um dieses theoretische Gut ‚Diversity‘ auch entsprechend umzusetzen bzw. auf die Straße zu bringen, wie es so schön heißt.

„So wie sich Hochbegabte verhalten, denken alle sie wollen Karriere machen. SIE WOLLEN ABER NUR ARBEITEN…
Anderssein wird leider oft als störend wahrgenommen, nicht als bereichernd, unangepasstes Verhalten sorgt für Irritation“
http://www.sueddeutsche.de/karriere/hochbegabung-zu-schlau-fuer-die-karriere-1.2755333

William von Hippel zu Charisma:
„Obwohl wir erwartet hatten, dass geistige Geschwindigkeit mit Charisma zu tun hat, dachten wir, dass dieser Faktor weniger wichtig ist als der Intelligenzquotient“, sagt Stundenleiter William von Hippel.
„Die korrekte Antwort auf eine schwierige Frage geben zu können scheint aber weniger wichtig zu sein, als die Fähigkeit, eine große Anzahl von sozialen Reaktionen in einem kurzen Zeitfenster von sich zu geben“,
resümiert von Hippel, http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/9023472

Die Sueddeutsche Zeitung zitiert William von Hippel folgendermaßen:
„Hippel erklärt den Befund mit einem Exkurs in die sogenannte soziale Intelligenz, also das Vermögen, in Situationen erwünschten Normen entsprechend zu reagieren. „Unsere Ergebnisse zeigen,
dass soziale Intelligenz nicht nur bedeutet, das richtige Handeln zu erkennen“, sagt Hippel, „sondern dieses auch so schnell wie möglich auszuführen.““
http://www.sueddeutsche.de/wissen/psychologie-beliebte-schnelldenker-1.2766001

Auf die (Natur-) Wissenschaften bzw. auf die sog. Jungen Wilden von der #Innovationsfront (Stichwort #DigitalLife) übertragen, muß man sich konsequenterweise die Frage stellen, wie wir Innovationen befördern und welche Innovationen wir wollen und brauchen:

Nur die schnellste, nicht die beste oder intelligenteste Verhaltens-Antwort bzw. die optimale Lösung zählt?!?
Susan Cain hat dieses Phänomen in Ihrem Buch Quiet (‚Still‘) in einem Beispiel beschrieben.
An der Harvard Business School wurde ein Rollenspiel ‚Überleben in der Subpolarregion‘  durchgeführt:
„Ein Kommilitone hatte das Glück in einer Gruppe zu sein, in der ein junger Mann über ausgiebige Erfahrungen mit den abgelegenen Regionen des Nordens verfügte. Er hatte viele gute Ideen… Nur hörte die Gruppe nicht auf ihn, weil er seine Ansichten nicht mit genug Nachdruck vertrat… Unser Aktionsplan basierte auf den Vorschlägen der redefreudigsten Leute, erinnert sich ein Student…
Wenn Sie an Konferenzen denken… bei denen sich die Ansicht der dynamischsten oder redefreudigsten Person durchsetzte und das zum allgemeinen Schaden. Wenn wir davon ausgehen, dass stille und laute Menschen in etwa die selbe Anzahl an guten (oder schlechten) Ideen haben, dann sollte der Gedanke, dass nur die lauteren und energischeren Menschen sich durchsetzen, uns besorgt aufhorchen lassen. Das würde bedeuten, das ein ganzer Haufen schlechter Ideen siegt, während viele gute untergehen. Studien in Gruppendynamik belegen, dass genau das passiert… Redefreudige Menschen erscheinen uns klüger als stille“
http://www.geistundgegenwart.de/2011/08/still-die-bedeutung-von-introvertierten.html

Und noch ein weiteres *wortwörtliches* Zitat von Susan Cain:
„Es reicht nicht aus […] am Computer eine großartige statistische Regressionsanalyse durchführen zu können,
wenn man zu zaghaft ist, die Ergebnisse vor einem Team von Führungskräften zu präsentieren…
(Augenscheinlich ist es in Ordnung, sich bei einer Regressionsanalyse zaghaft anzustellen, solange man großartige Reden schwingt).“

„All change is AGAINST the rules“ sagt Polly La Barre:
http://ed.iiQii.de/gallery/Die-iiQii-Philosophie/PollyLaBarre_managementeXchange_com

Das sollte uns zu denken geben, bei der Förderung aller Neuen Ideen als auch bei der Weltklima-Konferenz.
Innovationen wollen heutzutage praktisch alle, in theoretischen Statements, aber am liebsten von ‚dressierten Äffchen‘ und ‚angepassten Innovatoren‘.

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