Hermann Burger, der Schuco-Examico und die Suche nach der Kindheit

Ich sag mal

„Hermann Burger war der deutschen Literatur skurrilster Humorist – außerordentlich redselig, doch nie geschwätzig. Er war ein hochgebildeter und zugleich verspielter Mann, ein dichtender Wissenschaftler und ein gelehrter Poet“, schrieb der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki über den Schweizer Schriftsteller, der sich am 28. Februar 1989 das Leben nahm. Burger, der in den Feuilletons kaum noch Erwähnung findet, war ein Sprachakrobat.

Angetrieben von einer metaphorischen Gier und der Suche nach „Erstausgaben von Sätzen“, wie es Claudia Storz in ihrem Buch „Burgers Kindheiten“ auf Seite 15 so brillant formuliert.


Er war ein manischer Sammler. Sein Haus übersät mit Stumpen-Literatur, Ferrari-Modellen, leere Zigarrenkisten, Zauberrequisiten, Heimatbüchern, Fahrplänen und Fresszetteln, Fotos, Rezepten, Kalenderauszügen, Coin-Magic-Münzen, Plattenhüllen, Notenblättern, Füllfederpatronen, Recherche-Enveloppen, Karteikärtchen, Werbeprospekten, Familienalben, Automobil-Revuen, Kupferstichen und hochhackigen Tanzsandaletten mit weißen Rosen. Das Cimetrische, das Cigaristische und Circensische in seinen Romanen gehen auf frühe Kindheitserlebnisse zurück. Und ich muss gestehen, dass in meinem Arbeitszimmer ähnliche Zustände herrschen. Einen…

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