Smart ohne Phone: WhatsAppen und Chatten wichtiger als Telefonieren

Niedergang des Telefons

Für die mobile Kommunikation unter Jugendlichen sind Kurznachrichten inzwischen wichtiger als Telefonate. Das hat eine repräsentative Umfrage unter Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren im Auftrag des Branchenverbandes BITKOM ergeben. Danach versenden 94 Prozent der 10- bis 18-jährigen Besitzer von Smartphones oder Handys Kurznachrichten, entweder als SMS oder über Online-Dienste wie WhatsApp, iMessage oder Hangouts. Dagegen geben „nur“ 90 Prozent an, zumindest ab und zu mit ihrem Handy oder Smartphone zu telefonieren. Fast jeder zehnte jugendliche Handy-Besitzer in dieser Altersgruppe telefoniert mit dem mobilen Gerät überhaupt nicht mehr.

Auf Platz drei der am häufigsten genutzten Smartphone-Funktionen liegen Spiele mit 82 Prozent, gefolgt von Musik hören mit 80 Prozent und Fotos bzw. Videos machen mit 79 Prozent. 72 Prozent der Jugendlichen schauen sich auf dem Smartphone Videos an und 66 Prozent surfen damit im Internet.

Nach den Ergebnissen der Umfrage besitzen 92 Prozent der 10- bis 18-Jährigen ein eigenes Mobiltelefon, fast jeder Zehnte verfügt sogar über zwei oder mehr Geräte. Dabei besitzen 79 Prozent der Jugendlichen in dieser Altersgruppe ein Smartphone und 22 Prozent ein herkömmliches Handy. Zum Vergleich: Bei einer BITKOM-Umfrage im Jahr 2010 verfügten 92 Prozent der Jugendlichen von 10 bis 18 Jahre über ein eigenes Handy. Smartphones waren zu diesem Zeitpunkt in dieser Altersgruppe nicht verbreitet.

Nach Analysen des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) in Bad Honnef gibt es generationsübergreifend gravierende Veränderungen im Nutzerverhalten, die sich nachteilig für telefonische Dienste auswirken. Mobile Web, Smartphones, Apps, Tablet PCs und soziale Netzwerke werden als Gründe für den Abstieg des Telefons genannt. Ein Trend, der schon 2006 einsetzte.

Siehe auch:

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Jeder Zweite hat ein Smarthone: Wettlauf zwischen Apple und Samsung

Smartphone statt Handy

Die Verbreitung von Smartphones und Tablet-PCs nimmt weiter stark zu – mit gravierenden Auswirkungen auf den Hersteller-Markt. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Allensbacher Computer- und Technik-Analyse (ACTA) auf Basis von rund 8.700 persönlich-mündlichen Interviews.

Gut 10 Jahre nach der Durchsetzung des Mobiltelefons in der bundesdeutschen Bevölkerung löst das Smartphone herkömmliche Handys immer mehr ab. Seit 2010 nutzen rund 95 Prozent ein Mobiltelefon. Von diesen verfügte aber vor drei Jahren nicht einmal jeder Zehnte über ein Smartphone, heute hat etwa jeder Zweite aus dieser Gruppe ein Gerät mit größerem Display, Touchscreen und Internetanbindung zur Verfügung.

Vom Smartphone-Boom profitieren vor allem die Hersteller Apple und Samsung. Sie konnten erneut Marktanteile hinzugewinnen, während Nokia, Sony (Ericsson) und Motorola weiter Marktanteile verlieren. Von den 14- bis 69-jährigen Smartphone-Nutzern haben heute 41 Prozent ein Modell von Samsung, gefolgt von Apple mit 28 Prozent. Lediglich sieben Prozent haben ein Smartphone von Nokia, dem einstigen Weltmarktführer bei herkömmlichen Handys. Ob Microsoft das ändern wird?

Tablet-Boom

iPadApple und Samsung dominieren auch den Tablet-Markt, der zur Zeit die größte Dynamik aufweist. Nutzten vor zwei Jahren erst 1,2 Millionen Bundesbürger im Alter von 14 bis 64 Jahren einen Tablet-PC, sind es aktuell schon 6,4 Millionen – ein Anstieg um rund 430 Prozent binnen zwei Jahren.

Und das Wachstum dürfte sich weiter fortsetzen. Denn in den kommenden zwei Jahren planen weitere mehr als sechs Millionen Verbraucher die Anschaffung eines Tablets. Dabei zeichnet sich ab, dass Apple von diesem Wachstum wohl weniger profitieren wird als Samsung. Bezogen auf die gesamte Bevölkerung im Alter von 14 bis 69 Jahren planten 2011 noch 4,7 Prozent den Kauf eines iPads, nur 0,3 Prozent zogen den Kauf eines Samsung Galaxy Tabs in Betracht. Inzwischen liegen Samsung und Apple bei den Kaufplänen fast gleichauf, mit unvermindert großen Wachstumsraten für Samsung und einem leichten Rückgang für Apple im Vergleich zum Vorjahr. 5,4 Prozent der 14- bis 69-Jährigen planen in den kommenden zwei Jahren den Kauf eines iPads, 4,2 Prozent den Kauf eines Samsung Galaxy Tabs.

Samsung legt bei Markenwahrnehmung zu

Apple und Samsung zählen heute zu den Technik- und Internetmarken mit praktisch uni- versellem Bekanntheitsgrad und Spitzenwerten bei der Sympathie- und Qualitätseinschätzung. Dass die Markenwahrnehmung von Samsung heute gleich positiv oder in Teilen so- gar besser ist als die Markenwahrnehmung von Apple, verdankt Samsung einer kontinuierlich verlaufenden, deutlichen Verbesserung des Markenimages in den vergangenen Jahren. Beide Marken profitieren zudem von der Ausweitung der Kreise, die als Nutzer eines Smartphones oder Tablets von Apple oder Samsung ihre Marke besonders positiv bewerten. 59 Prozent der 14- bis 64-Jährigen, die Apple kennen, schreiben Apple eine hohe Qualität zu; bei Samsung sind es mit 55 Prozent kaum weniger. Während sich die Qualitätsanmutung von Apple in den letzten zwei Jahren auf hohem Niveau stabilisiert hat, konnte Samsung seine Qualitätswahrnehmung in der Bevölkerung von 39 Prozent auf nun 55 Prozent deutlich steigern.

Bei der Markensympathie hat Samsung Apple sogar schon überholt. Von den 14- bis 64- Jährigen, denen die jeweilige Marke bekannt ist, finden inzwischen 58 Prozent Samsung sympathisch, vor zwei Jahren waren es erst 43 Prozent. Bei Apple ist dagegen ein leichter Rückgang von 52 Prozent im Vorjahr auf 50 Prozent zu verzeichnen, den gleichen Wert wie 2011.

Alles nachzulesen in der diejährigen Allensbacher Computer- und Technik-Analyse (ACTA).