Erwerbstätigkeit für chronisch kranke Menschen – brauchen wir neue Arbeitsmodelle? Debatte im Digital Hub Bonn #BT17

Arbeit sichert nicht nur den Lebensunterhalt, sondern ermöglicht Betroffenen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Menschen mit rheumatischen Erkrankungen benötigen spezielle Hilfe am Arbeitsplatz und die Unterstützung ihrer Arbeitgeber, um die Erwerbsfähigkeit langfristig zu erhalten.

Was können Politik und Arbeitgeber dazu beitragen, damit chronisch kranke Menschen (länger) im Arbeitsleben bleiben können?

Reichen die vorhandenen gesetzlichen Regelungen aus oder benötigen wir neue Arbeitsmodelle?
Das Thema finanzielle Absicherung im Alter und eine umfassende Rentenreform sind derzeit in aller Munde. Wie können Bezieher von Erwerbsminderungsrenten besser vor Altersarmut geschützt werden?

Termin
Dienstag, 15. August, 18 Uhr

Ort
DIGITAL HUB REGION
Rheinwerkallee 6 (gegenüber vom Kameha Hotel)
53227 Bonn
Anfahrt: http://www.digitalhub.de/de/
Es diskutieren
• Ulrich Kelber, MdB (SPD)
• Katja Dörner, MdB (Bündnis 90/Die Grünen)
• Franziska Müller-Rech, MdL NRW (FDP)
• Alfred Giersberg, Stadtrat Bonn (CDU)
• Herbert Schulte, BVMW-Bundesverband mittelständische Wirtschaft (Landesgeschäftsführer NRW)
• Michael Castillo, Deutsche Telekom (Arbeitsmediziner)
• Rotraut Schmale-Grede, Deutsche Rheuma-Liga (Präsidentin)
• Marion Rink, Deutsche Rheuma-Liga (Vizepräsidentin)
Die Moderation übernimmt Fernsehmoderator und Arzt Dr. Christoph Specht.

Die Veranstaltung wird am 15. August ab 18 Uhr via Livestream auf http://www.rheuma-liga.de und über die Facebook-Seite der Rheuma-Liga übertragen.

Mitmachkultur bei Facebook Live

Mobile Reporting

Mobile Reporting

Mark Zuckerberg ist beseelt von der Zahl Zehn. Er geht mit Facebook chancenreiche Projekte an, die zehnmal mehr Vernetzung ermöglichen. Das Grundprinzip: Durch eine reibungslose und einfache Teilnahme steigen die Netzwerkeffekte der Plattform an und erhöhen die Möglichkeit, gigantische Datenmengen zu erfassen, zu analysieren und auszutauschen. Dazu zählt das von vielen Experten als utopisch eingestufte Ziel, Daten per Laser zu übertragen und über Drohnen zur Erde zu senden.

Die Lichtstrahlen „ermöglichen eine extrem hohe Bandbreite und sind nicht reguliert. Das Team für Laserkommunikation bei Facebook arbeitet an Lasern, die Daten zehnmal schneller übertragen sollen als heutige Versionen“, schreibt Wired. Klingt nach Zukunftsmusik. Nicht so für das Connectivity Lab des Zuckerberg-Konzerns. Bis Ende des Jahres wird ein System getestet, das Funksignale zu einer Drohne überträgt, die sie über Laser an weitere Drohnen weitergibt.

„Die Luftflotte versorgt über Laserstrahlen Transponder, die maximal 50 Kilometer von jeder Drohne entfernt sind und das Signal über WLAN- oder 4G-Netze für die Nutzer weiterreichen“, führt Wired aus.

Herrliche Botschaften für das Brot-und-Butter-Geschäft der Netzbetreiber, die noch auf Kupferkabel-Niveau über Vectoring die vergrabenen Leitungen schneller machen wollen. Vom Faktor 10 können Höttges und Co. dabei noch nicht einmal träumen, geschweige denn von den Netzwerkeffekten eines Plattformbetreibers, der das Ökosystem immer weiter ausbaut.

Etwa mit dem Dienst Facebook Live. Livestreaming zählt für Zuckerberg zu einem wichtigen Puzzleteil für die Schaffung eines Echtzeit-Netzwerkes: Die Möglichkeit, live Fragen und Meinungen abzugeben und direkt Antworten zu bekommen, sorgt für ein zehnfaches an Kommentaren, teilt Facebook mit. Die Zuschauer bleiben im Schnitt dreimal so lange im Film wie bei aufgezeichneten Videos. Zudem werden die Live-Videos öfter bildschirmfüllend und mit Ton angesehen.

„Facebook liegt in Sachen Live-Interaktion deutlich vorne, bei den Google Hangouts kann man zwar auch Fragen ‚in Echtzeit‘ stellen, allerdings ist das mit dem Kommentieren anderer Kommentare, dem Sharing und Einladen anderer FB-Friends dort eben einfach viel zu hakelig, kompliziert oder schwer auffindbar“, kommentiert der TV-Experte Detlef Korus.

Bei Facebook spielt sich das Livestreaming-Geschehen in der eigenen Timeline ab. Das Video ist dort nach der Sendung sofort als Konserve verfügbar. Nutzt man noch ein zweites Gerät, kann man neben der Videoübertragung auch noch schriftlich auf Kommentare reagieren, Hinweise posten und auf andere Seiten verlinken. All das ist mit anderen Diensten nicht oder nur umständlich möglich. Bei Live-Hangouts bleibt noch die Möglichkeit der Konferenzschaltungen als Trumpfkarte übrig. Für Interaktionen kann man den Dienst vergessen. Das ist aber das Salz in der Suppe.

facebookrheumaligalivestreaming

Dies kommt besonders bei Themen an, die Menschen bewegen. So konnte ich bei einem Facebook-Workshop der Deutschen Rheuma-Liga in Frankfurt von meinen noch sehr frischen Erfahrungen mit der Morningshow berichten und mit den ehrenamtlich tätigen Redakteuren der Facebook-Seite einige Experimente mit Live-Videos wagen. Was wir da aus dem Stehgreif produzierten, hat meine eigenen Erwartungen übertroffen. Mitmachkultur, Berichte von Betroffenen, Fragen zur Selbsthilfe, Hinweise auf Kontaktbörsen, Ernährungstipps, Therapiemöglichkeiten, Aufklärung über die Dimension der Rheumaerkrankungen, Rentenfragen, Hinweise auf die große Zahl an Patienten im Kindes- und Jugendalter, Schwierigkeiten bei der Diagnose – all das löste die Livestreaming-Session in den Kommentaren aus.

Das lief ohne Ankündigung, ohne werbliches Gemurmel und ohne strategische Vorplanung. Der direkte Dialog mit Menschen zählt, unterstützt von unschlagbaren Netzwerkeffekten.

Das konnten wir jüngst wieder bei einer Sendung über Craft Beer erleben.

Bin gespannt, wie sich das beim Thema Audio-Livestreaming entwickeln wird. Man hört, sieht und streamt sich.

Die Olympia-Siegerin Heike Drechsler ist Botschafterin der Deutschen Rheuma-Liga

Bildquelle: Kirsten Kofahl/Deutsche Rheuma-Liga

Bildquelle: Kirsten Kofahl/Deutsche Rheuma-Liga

Sport schützt vor Rheuma. Aber auch bereits Erkrankte tun sich mit jeder Bewegung einen Gefallen. Heike Drechsler will das bekannt machen.

Zu ihrem ersten Termin als Botschafterin der Deutschen Rheuma-Liga nimmt Heike Drechsler im Immanuel Krankenhaus Berlin-Buch die Treppe. Sie weiß, dass das wichtig ist.

„Im Alltag gibt es viele Gelegenheiten, seinen Körper zu beanspruchen, aber man sollte sie auch nutzen“, sagt die Weitsprung-Olympiasiegerin.

Unter der Anleitung einer erfahrenen Physiotherapeutin trainiert Heike Drechsler in der Rheuma-Klinik gemeinsam mit Betroffenen Muskeln und Bewegungsabläufe. Weil ihr dieses Anliegen wichtig ist, engagiert sich Drechsler ehrenamtlich als Botschafterin der Deutschen Rheuma-Liga:

„Bewegung hilft den Betroffenen, ein Stück Lebensqualität zurückzugewinnen.“

Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Auch kranke Gelenke müssen bewegt werden, wenn es darum geht, sie lange zu erhalten. Die größte Hürde ist der erste Schritt – vor allem für Menschen, die bisher kaum Sport getrieben haben. Das neue Bewegungsprogramm „aktiv-hoch-r“ soll Betroffenen den Einstieg erleichtern.

„Der innere Schweinehund meldet sich erst nach einer längeren Pause“, sagt Drechsler.

Die Hemmschwelle sinkt, wenn der Sport zu einem regelmäßigen Ereignis wird. Damit der erste Schritt gelingt, muss das Ziel klar sein.

„Ich muss mir bewusst machen: Wenn ich weniger Schmerzen haben möchte, muss ich mich bewegen“, erläutert Drechsler. Für den Anfang genügt schon eine halbe Stunde. „Der Körper sollte mindestens einmal am Tag in einen anderen Pulsbereich gelangen.“

Speziell bei Rheuma ist es wichtig, die Muskulatur aufzubauen, damit die Gelenke geschützt werden. Welche Übungen sinnvoll sind, hängt vom Stadium und der Art der Erkrankung ab, aber auch von den eigenen Vorlieben.

„Der eine schwimmt lieber. Der andere fühlt sich mit Gymnastik wohler. Jeder muss herausfinden, was ihm am meisten Spaß macht“, so Drechsler.

Viele Bewegungsarten lassen sich leicht in den Alltag einbetten.

„Laufen und gehen kann man überall, auch in einer kurzen Pause.“

Wichtig ist, dass Bewegung zu einer Selbstverständlichkeit wird. Bewegung ist die Antwort auf so vieles. Das Bewusstsein, dass wir sie brauchen, muss in den Köpfen ankommen“, betont die frühere Spitzensportlerin. Das müsse man sich immer wieder vergegenwärtigen – zum Beispiel, wenn man vor einer Rolltreppe steht.

Heike Drechsler ist zweifache Olympia-Siegerin und Weltmeisterin im Weitsprung, sie gewann olympisches Silber im 100-Meter-Lauf und war Europameisterin über 200 Meter. Das renommierte Fachmagazin „Track & Field“ wählte sie zur Weitspringerin des Jahrhunderts. Heute lebt die 51-Jährige in Berlin und arbeitet für eine Krankenkasse im Gesundheitsmanagement.

Jörg Pilawa ist Botschafter der Deutschen Rheuma-Liga – Fernsehmoderator setzt sich für rheumakranke Kinder und Jugendliche ein

Quelle: Deutsche Rheuma Liga

Quelle: Deutsche Rheuma Liga

Rheuma-Erkrankungen treffen nicht nur ältere Menschen, sondern auch Kinder und Jugendliche. Unter ihnen die Tochter von Jörg Pilawa. Der Fernsehmoderator engagiert sich als Botschafter für die Deutsche Rheuma-Liga.

Bunte Gymnastikbälle und Matten liegen in den Räumen der Praxis „Physiofly“. Unter der Anleitung eines erfahrenen Physiotherapeuten trainieren die Kinder ihre Muskeln und Bewegungsabläufe. Zwischen ihnen sitzt Pilawa. Er kennt die Übungen der Kinder. Mit seiner fünfjährigen Tochter Nova geht er regelmäßig zu Physiotherapie und Ärzten.

Sie hat ebenfalls Rheuma. Vor zwei Jahren wurde bei ihr die Krankheit entdeckt und das ist kein Einzelfall: In Deutschland sind etwa 15.000 Kinder an Rheuma erkrankt. Die Diagnose ist für die Eltern meistens ein Schock. Ängste und Unsicherheit begleiten den Familienalltag.

So auch bei Jörg und Irina Pilawa.

„Wir wussten nicht, wie sich die Krankheit entwickelt“, sagt Jörg Pilawa.

Eines Tages wollte die Tochter morgens nicht mehr aus dem Bett. Ihre Gelenke waren angeschwollen. Zunächst wurde ein Infekt vermutet. Ein Spezialist stellte schließlich die Diagnose. Mittlerweile bekommt Tochter Nova Medikamente, die regulierend auf ihr Immunsystem wirken. Ihre Gesundheit hat sich weitestgehend stabilisiert.

Mit seinem Engagement für die Deutsche Rheuma-Liga will Pilawa zeigen, dass Eltern und Kinder mit ihren Fragen und Problemen nicht alleine sind.

„Jede Familie findet ihren Weg, mit der Krankheit umzugehen.“

Dabei würden auch Gespräche mit anderen betroffenen Eltern helfen. In der Deutschen Rheuma-Liga gibt es in vielen Städten Elternkreise, die sich regelmäßig treffen.
Außerdem möchte Jörg Pilawa dabei helfen, die Menschen über die Krankheit aufzuklären.

„Viele wissen nicht, dass auch Kinder von Rheuma betroffen sein können“, sagt er.

Rheuma kann jeden treffen. Es gibt über 100 verschiedene Krankheitsbilder. 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter rheumatischen Erkrankungen. Eine rechtzeitige Diagnose ist wichtig, um den Krankheitsverlauf zu stoppen oder zumindest abzuschwächen.